>>*/ $headergrafik=<<>>*/ $ueberschrift=<<>>*/ $ueberschrift_link=<<>>*/ $volltext_link=<<>>*/ $bild=<< EOD; /*>>>*/ $kurztext=<<Was bedeutet das Auflegen für Dich, wie bist Du dazu gekommen?

Als pubertierender Jugendlicher stand ich das erste Mal bei meinem Cousin vor den Plattenspielern und fand es faszinierend die Musik, die ich hörte auf den Rillen einer schwarzen Scheibe zu sehen. Als Compact Disc Generationskind war das nämlich neu. Da das Gehör schon immer in Richtung elektronischer Musik geöffnet war, lag es nahe, daraufhin eigene Plattenspieler zu kaufen.

Auf die Teller kam dann ausschließlich 4/4 Tanzmusik und es wurde geübt, natürlich mit dem Ziel die Musik die ich mochte, anderen Leuten in einem fließenden Gesamtpaket zu offerieren. Musikalische Stilrichtungen taten sich auf, von denen ich nie in den Medien je gehört hatte, Musik, welche qualitativ mit Herz produziert wurde und zur rhythmischen Bewegung animiert.

Eine perfekte Fusion aus minimalistischen Audiostrukturen, epischen Melodien und Bassläufen.
Doch um diese Musik anderen zugänglich zu machen, sie auf eben diese Reise mitzunehmen, die ich immer erlebe und zu zeigen, hey es gibt noch was Anderes, als das tägliche Radiogedudele, war es nötig, in Clubs oder Bars die Leute damit zu beschallen. Daraufhin bekam der YourCity e.V. eine Mix-CD von mir, da dieser Verein der Jugendkultur und deren Musik sehr offen gegenüberstand und mir durch Veranstaltungen wie Beatball ein Begriff war. Daraufhin wurde ich erstmals eingeladen im ehemaligen Untergrund ein warmupset zu spielen.

Es folgten weitere Veranstaltungen im alten Eisenbahnwaggon im Untergrund, wo ich auf einen gleichgesinnten DJ stieß, den Dakato. Er war auch im Your City e.v. Mitglied und unterstützte mich fortan in musikalischen sowie technischen Fragen. Seitdem legen wir als Duo "De:pot und Dakato" auf. Durch die freie Mitarbeit bei Your City lernte ich weiterhin veranstaltungstechnische Grundlagen und auch weitere nette Künstler kennen..

Worin unterscheidet sich Deine Musik von der anderer DJs?

Ich möchte nicht sagen, dass da ein so großer Unterschied besteht. Jedoch habe ich bei einigen Kollegen das Gefühl, dass der Musik Herz und Soul fehlt. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: " Ein Künstler sollte dem Publikum das geben, was es braucht, nicht das, was es will. Denn würde das Publikum wissen, was es braucht, wäre es der Künstler."

Das ist der Punkt, den ich versuche auszubauen. Man muss die Leute auch mal überraschen und nicht stur einen Stil, bei dem man weiß, dass er ankommt, durchziehen. Es gibt soviel gute Musik, auch abseits von House und Techno. Da wäre es doch schade, die Menschen darauf nicht zu stoßen. Es tut immer wieder gut, wenn nach oder bei einem Set jemand fragt, was das für Musik sei. 
Denn dann wird spürbar, dass Interesse besteht, tiefer in die Materie einzutauchen und auch mal die Scheuklappen abzulegen.

Welche Möglichkeiten gibt es für einen DJ in Gera, was bringt Dir die Plattform Your City?

Da der Untergrund ökonomischen Gesetzen zum Opfer gefallen ist, besteht die einzige Möglichkeit, qualitative Tanzmusik anzubieten in eigens organisierten Veranstaltungen oder aber der Verkauf der Seele an renommierte Veranstalter. Da dies aber nicht der Anspruch sein sollte und nie war, bleiben uns momentan nur kleine Jamsessions im Blue Note, da für größere Veranstaltungen die finanziellen Mittel des Vereins leider ausgeschöpft sind.

Your City ist für mich in der Zeit zu einer Zweitfamilie geworden, in der kreative Ideen durch das KnowHow der Mitglieder umsetzbar wurden. Und während andere Jugendliche nur über Geras Kulturangebot meckern und wegziehen, ist das Ziel des Vereins, Geras Jugendkultur analog zum merkbaren Aufwärtstrend zu unterstützen und zu formen. Und diesen wichtigen Ansatz möchte ich natürlich auch mit dem Produzieren und Auflegen von "elektronischer, intelligenter Tanzmusik" unterstützen.

Welche drei Schlagworte fallen Dir zum Thema Jugend in Gera ein?

Sternburg 
Musicparc
trotzdem Potenzial

Warum immer wieder Gera?

Weil Gera Potenzial hat, dass aber leider durch Großveranstaltungen nicht ausgeschöpft bzw. unterdrückt wird. Jedoch finden sich hier immer wieder Anlässe, auch ohne großen finanziellen Aufwand Menschen für Musik zu begeistern. Auch wenn der Kreis der Interessenten recht überschaubar ist, kommt es doch auch immer wieder über die Musik zu Begegnungen von Generationen. Und diese kleinen Lichtblicke lassen auf einen Aufwärtstrend hoffen. Lieber eine überschaubare Veranstaltung, wo man man selbst sein kann und sich wohl fühlt, als eine lieblose Bookingorgie um Geld zu scheffeln.

Wer Gera den Rücken zudreht, weil "nix los is" sollte selbst etwas auf die Beine stellen. Und das ist Your City's Anspruch und auch meiner. Frei nach dem Motto: Wenn Phallusssymbole fallen, fällt nicht die ganze Stadt


Der Verein hat nicht viel Geld in der Kasse und sucht einen eigenen Laden - welche Chancen siehst Du für Your City?

Your City hat gute Ideen, nur an der Umsetzung hapert's manchmal, sei es durch den finanziellen Engpass oder den beruflichen/studentischen Verpflichtungen der Mitglieder. Ein wichtiges kulturelles Standbein ist der alljährliche Beatball. Beatball ist eine etablierte Veranstaltung und wird, denk ich von Gera auch gut angenommen, man sieht dass sich jemand Gedanken macht und man Gera nicht nur auf Otto Dix reduzieren muss.

Demnächst ist eine kleine Kunstgalerie mit Vernissage geplant um auch jungen, alternativen Künstlern eine Plattform zu geben sich zu präsentieren. Wenn dieser Plan finanziell aufgeht, steht hoffentlich dem nächstgrößeren Projekt, dem eigenen Vereinshaus nichts mehr im Wege. Dabei geht es um eine grundlegende Basis für Bands, Produzenten und Künstlern, eine Art Treffpunkt von Kunstschaffenden. Doch noch ist dieses Projekt reine Utopie, leider.

Das Gespräch führte Katrin Wiesner,
Ostthüringer Zeitung, den 23.12.2009

 

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Was bedeutet das Auflegen für Dich, wie bist Du dazu gekommen?

Als pubertierender Jugendlicher stand ich das erste Mal bei meinem Cousin vor den Plattenspielern und fand es faszinierend die Musik, die ich hörte auf den Rillen einer schwarzen Scheibe zu sehen. Als Compact Disc Generationskind war das nämlich neu. Da das Gehör schon immer in Richtung elektronischer Musik geöffnet war, lag es nahe, daraufhin eigene Plattenspieler zu kaufen.

Auf die Teller kam dann ausschließlich 4/4 Tanzmusik und es wurde geübt, natürlich mit dem Ziel die Musik die ich mochte, anderen Leuten in einem fließenden Gesamtpaket zu offerieren. Musikalische Stilrichtungen taten sich auf, von denen ich nie in den Medien je gehört hatte, Musik, welche qualitativ mit Herz produziert wurde und zur rhythmischen Bewegung animiert.

Eine perfekte Fusion aus minimalistischen Audiostrukturen, epischen Melodien und Bassläufen.
Doch um diese Musik anderen zugänglich zu machen, sie auf eben diese Reise mitzunehmen, die ich immer erlebe und zu zeigen, hey es gibt noch was Anderes, als das tägliche Radiogedudele, war es nötig, in Clubs oder Bars die Leute damit zu beschallen. Daraufhin bekam der YourCity e.V. eine Mix-CD von mir, da dieser Verein der Jugendkultur und deren Musik sehr offen gegenüberstand und mir durch Veranstaltungen wie Beatball ein Begriff war. Daraufhin wurde ich erstmals eingeladen im ehemaligen Untergrund ein warmupset zu spielen.

Es folgten weitere Veranstaltungen im alten Eisenbahnwaggon im Untergrund, wo ich auf einen gleichgesinnten DJ stieß, den Dakato. Er war auch im Your City e.v. Mitglied und unterstützte mich fortan in musikalischen sowie technischen Fragen. Seitdem legen wir als Duo "De:pot und Dakato" auf. Durch die freie Mitarbeit bei Your City lernte ich weiterhin veranstaltungstechnische Grundlagen und auch weitere nette Künstler kennen..

Worin unterscheidet sich Deine Musik von der anderer DJs?

Ich möchte nicht sagen, dass da ein so großer Unterschied besteht. Jedoch habe ich bei einigen Kollegen das Gefühl, dass der Musik Herz und Soul fehlt. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: " Ein Künstler sollte dem Publikum das geben, was es braucht, nicht das, was es will. Denn würde das Publikum wissen, was es braucht, wäre es der Künstler."

Das ist der Punkt, den ich versuche auszubauen. Man muss die Leute auch mal überraschen und nicht stur einen Stil, bei dem man weiß, dass er ankommt, durchziehen. Es gibt soviel gute Musik, auch abseits von House und Techno. Da wäre es doch schade, die Menschen darauf nicht zu stoßen. Es tut immer wieder gut, wenn nach oder bei einem Set jemand fragt, was das für Musik sei. 
Denn dann wird spürbar, dass Interesse besteht, tiefer in die Materie einzutauchen und auch mal die Scheuklappen abzulegen.

Welche Möglichkeiten gibt es für einen DJ in Gera, was bringt Dir die Plattform Your City?

Da der Untergrund ökonomischen Gesetzen zum Opfer gefallen ist, besteht die einzige Möglichkeit, qualitative Tanzmusik anzubieten in eigens organisierten Veranstaltungen oder aber der Verkauf der Seele an renommierte Veranstalter. Da dies aber nicht der Anspruch sein sollte und nie war, bleiben uns momentan nur kleine Jamsessions im Blue Note, da für größere Veranstaltungen die finanziellen Mittel des Vereins leider ausgeschöpft sind.

Your City ist für mich in der Zeit zu einer Zweitfamilie geworden, in der kreative Ideen durch das KnowHow der Mitglieder umsetzbar wurden. Und während andere Jugendliche nur über Geras Kulturangebot meckern und wegziehen, ist das Ziel des Vereins, Geras Jugendkultur analog zum merkbaren Aufwärtstrend zu unterstützen und zu formen. Und diesen wichtigen Ansatz möchte ich natürlich auch mit dem Produzieren und Auflegen von "elektronischer, intelligenter Tanzmusik" unterstützen.

Welche drei Schlagworte fallen Dir zum Thema Jugend in Gera ein?

Sternburg 
Musicparc
trotzdem Potenzial

Warum immer wieder Gera?

Weil Gera Potenzial hat, dass aber leider durch Großveranstaltungen nicht ausgeschöpft bzw. unterdrückt wird. Jedoch finden sich hier immer wieder Anlässe, auch ohne großen finanziellen Aufwand Menschen für Musik zu begeistern. Auch wenn der Kreis der Interessenten recht überschaubar ist, kommt es doch auch immer wieder über die Musik zu Begegnungen von Generationen. Und diese kleinen Lichtblicke lassen auf einen Aufwärtstrend hoffen. Lieber eine überschaubare Veranstaltung, wo man man selbst sein kann und sich wohl fühlt, als eine lieblose Bookingorgie um Geld zu scheffeln.

Wer Gera den Rücken zudreht, weil "nix los is" sollte selbst etwas auf die Beine stellen. Und das ist Your City's Anspruch und auch meiner. Frei nach dem Motto: Wenn Phallusssymbole fallen, fällt nicht die ganze Stadt


Der Verein hat nicht viel Geld in der Kasse und sucht einen eigenen Laden - welche Chancen siehst Du für Your City?

Your City hat gute Ideen, nur an der Umsetzung hapert's manchmal, sei es durch den finanziellen Engpass oder den beruflichen/studentischen Verpflichtungen der Mitglieder. Ein wichtiges kulturelles Standbein ist der alljährliche Beatball. Beatball ist eine etablierte Veranstaltung und wird, denk ich von Gera auch gut angenommen, man sieht dass sich jemand Gedanken macht und man Gera nicht nur auf Otto Dix reduzieren muss.

Demnächst ist eine kleine Kunstgalerie mit Vernissage geplant um auch jungen, alternativen Künstlern eine Plattform zu geben sich zu präsentieren. Wenn dieser Plan finanziell aufgeht, steht hoffentlich dem nächstgrößeren Projekt, dem eigenen Vereinshaus nichts mehr im Wege. Dabei geht es um eine grundlegende Basis für Bands, Produzenten und Künstlern, eine Art Treffpunkt von Kunstschaffenden. Doch noch ist dieses Projekt reine Utopie, leider.

Das Gespräch führte Katrin Wiesner,
Ostthüringer Zeitung, den 23.12.2009

 

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