Der Klangspezialist Iosono aus Ilmenau setzt auf Südkorea als neuen Markt. Archivfoto: Marco Kneise
Experten-Beratungen beim diesjährigen Außenwirtschaftstag konzentrieren sich auf ausgewählte Regionen der Welt. Die Wirtschaft in Thüringen hat in den zurückliegenden Jahren bei den Ausfuhren deutlich zulegen können. Dennoch muss sie bei den Exporten noch weiter aufholen.
Erfurt. Nur gut ein Drittel des Umsatzes wird derzeit mit außenwirtschaftlichen Aktivitäten erreicht. Bundesweit sind es dagegen rund 44 Prozent. Starthilfe für die Firmen im Freistaat will deshalb der 5. Thüringer Außenwirtschaftstag am 20. Oktober in Weimar geben. Schwerpunktthemen dieser Veranstaltung sind in diesem Jahr dabei die Märkte in Russland, Südkorea und Westeuropa. "Kleine Unternehmen tun sich schwer, die ersten Schritte zu machen", sagte LEG-Geschäftsführer Andreas Krey jetzt in Erfurt. In Westeuropa gelinge der Anfang. In den sogenannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China müssten dagegen "Türen geöffnet werden". Bei der jüngsten Thüringer Russland-Reise standen vor allem Kooperationen der St. Petersburger Universitäten mit den Thüringer Hochschulen im Mittelpunkt. "Es gibt viele gute russische Studenten, die Erfahrungen in Westeuropa sammeln wollen", erklärt Krey. Die russische Wirtschaft als Exportpartner für Thüringer Unternehmen hat noch Potenzial. 2010 wurden aus Thüringen Waren im Wert von 289 Millionen Euro ausgeführt. Damit belegt Thüringen nur Platz 14 in Deutschland.
Das Rudolstädter Unternehmen EPC ist bereits seit vielen Jahren in Russland aktiv. Der hohe Exportanteil von bis zu 70 Prozent ist vor allem dem gewachsenen Geschäft in den GUS-Staaten zu verdanken. "Wir bauen Industrieanlagen in Russland und Aserbaidschan. Wir setzen auf den russischen Markt", so Ernst Kühn von EPC. Das Unternehmen beschäftigt 180 Ingenieure an mehreren Standorten in ganz Deutschland. Auf den südkoreanischen Markt will das Thüringer Unternehmen Iosono vordringen. Der Anbieter der 3D-Soundtechnologie hat sich aufgrund der Wirtschaftsstruktur und "Beherrschbarkeit" des Marktes für Südkorea entschieden. "Japan agiert zu langsam, China ist zu groß. Wir fokussieren unsere Bemühungen auf den Kinomarkt und eröffnen kommende Woche das 1. Kino in Seoul", so Iosono-Geschäftsführer Olaf Stepputat. Von den Erfahrungen einiger bereits erfolgreicher Exportunternehmen sollen auch die Besucher des Außenwirtschafstages in Weimar im Oktober lernen können. Geplant sind dazu spezielle Foren zu den Märkten in Russland, Südkorea, Frankreich, Tschechien und Norwegen. Rund 300 Unternehmer werden in Weimar erwartet.