Vier Hunde bissen in Oldisleben ein dreijähriges Mädchen zu Tode. Foto: Sascha Fromm
Der Druck auf Kampfhunde-Besitzer wächst: Nach der tödlichen Beiß-Attacke von Sachsenburg wird jetzt erneut der Ruf nach schär-feren Gesetzen laut
Sachsenburg/Erfurt. Das Thüringer Innenministerium will härtere Auflagen für Hundehalter prüfen. Wenn jemand seinen Hund nicht anmeldet, könnte das künftig bereits als Beleg dafür dienen, dass dem Halter die persönliche Eignung fehlt, heißt es in einer Erklärung von CDU-Minister Peter Huber
. Vor einer Entscheidung über neue Regelungen sollen aber zunächst die Ermittlungsergebnisse zu dem Vorfall am Freitag in Sachsenburg ausgewertet werden. Dort hatten vier Staffordshire Bullterrier ein dreijähriges Mädchen in einem Einfamilienhaus totgebissen. Die Urgroßmutter, die ihr Enkelkind noch schützen wollte und sich auf das Kind warf, wurde durch Bisse schwer verletzt. Gegen die Tante wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Sie hatte die Tiere illegal gehalten. Die Hunde wurden sofort eingeschläfert. Nach der schrecklichen Tragödie forderten Innenpolitiker von CDU und SPD eine Liste mit gefährlichen Hunderassen, für die besondere Regeln gelten. Innenminister Huber sagte hingegen, es sei umstritten, ob Rasselisten sinnvoll sind. Er könne sich aber vorstellen, eine Prüfung für die Halter großer Hunde einzuführen unabhängig von der Rasse. Die Deutsche Kinderhilfe und die Tierschutzvereinigung Peta forderten sogar einen Hundeführerschein für alle Hundehalter.
Im vergangenen Jahr hat das Landesverwaltungsamt thüringenweit 418 Hunde gezählt, die in Angriffe verwickelt waren. 60 Menschen wurden dabei schwer, 185 leicht verletzt. Der Großteil der Angriffe kam laut Statistik von Schäferhunden. Aufgrund ihrer Beiß-Attacken wurden im Freistaat im Jahr 2009 insgesamt acht Hunde eingeschläfert. Nur etwas mehr als sieben Prozent der registrierten Hunde sind den Thüringer Behörden zufolge Kampfhunde