Nachdem krebskranke Zaubermaus sterben musste, soll Verein Alltag kranker Kinder erleichtern
Porträt
Marlen Schönbach aus Zeulenroda bringt Farbe in den grauen Alltag von kleinen Krebspatienten. Foto: Ute Flamich
Nach dem Tod der krebskranken Zaubermaus aus dem Vogtländischen Oberland soll vielen anderen Kindern der Alltag verschönert werden. Seitdem die OTZ über ihr Schicksal berichtete, reißt die Hilfswelle aus Deutschland und der Schweiz nicht ab.
Zeulenroda-Triebes. Freud und Leid liegen nah beieinander: Die 17 Monate alte "Zaubermaus" Lisa aus dem Vogtländischen Oberland ist nach schwerer Krankheit am 1. September auf der Kinderkrebsstation "Regenbogenkinder" in Würzburg eingeschlafen. Doch Lisa bleibt unvergessen. Wegen ihres Schicksals gründeten Marleen Schönbach, Freundin der verwaisten Eltern, und viele Helfer den Verein "Viel Farbe im Grau". "Erst vor kurzem haben wir vom Finanzamt die Bestätigung bekommen, dass wir von nun an das e.V. tragen dürfen und damit ein gemeinnütziger, eingetragener Verein sind", sagt die 27-jährige Zeulenrodaerin. Sie erklärt: "Ziel unseres Vereins ist es, den kleinen Helden, die deutschlandweit gegen Krebs kämpfen, etwas Farbe in ihren grauen (Klinik-) Alltag zu bringen. Wir wollen perspektivisch aber auch anderen kranken Menschen eine Freude bereiten - egal ob jung oder alt." "Seitdem Ende August in der OTZ das erste Mal über unsere Zaubermaus berichtet worden ist, reißt die Hilfewelle, die aus allen Teilen Deutschlands und auch aus der Schweiz kommt, nicht ab", sagt Marleen Schönbach. So sind seitdem beispielsweise viele Näherinnen dabei, kunterbunte Taschen für Katheter zu nähen. "Wir haben sogar ein Video angefertigt und über facebook verbreitet, in dem zu sehen ist, wie die Taschen gemacht werden. Derzeit wird die Nähanleitung in alle möglichen Sprachen übersetzt", sagt Marleen Schönbach. Sie wird in der kommenden Woche an der Pausaer Mittelschule zu Gast sein. "Wir sind eingeladen worden, um Schülern eine Einweisung im Hicki-Taschen-Nähen zu geben". Auch eine Lehrerin aus der Schweiz habe sich gemeldet und großes Interesse bekundet, dass auch ihre Schüler im Unterricht Hickman-Katheter-Taschen herstellen.
Um noch viele solcher Beutel anfertigen zu können, werden jetzt etwa 1000 Meter Kordel, 4000 Druckknöpfe und unzählige Meter an Stoff benötigt. "Unsere Vorräte sind einmal komplett verbraucht, denn die Nachfrage ist immens. Erst kürzlich waren wir persönlich in der Würzburger und Nürnberger Klinik, um je 130 farbenfrohe Brusttaschen über die Eltern an die kranken Kinder zu verteilen." Schon jetzt hat Marleen Schönbach unzählige Ideen, wie auch künftig der Alltag für kranke Menschen ein stückweit schöner gestaltet werden kann. Ihr Engagement und das der Mitglieder des neu gegründeten Vereins könnte sich bald schon das erste Mal auszahlen. "Wir haben eine Einladung zur Ehrenamtsgala am 26. Oktober in der Stadthalle in Zeulenroda erhalten. Wir sind wohl für den Sonderpreis nominiert", verrät die Mutter dreier Kinder. Sie nennt einen weiteren Termin: Zur Kirmes in Zeulenroda am 4. November hat der Verein einen Informationsstand in der Greizer Straße 34 aufgebaut. Dort sollen kunterbunte Tücher verkauft werden, um die Vereinskasse aufzubessern. Wer den Verein finanziell unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: Viel Farbe im Grau e.V., Sparkasse Gera-Greiz, BLZ: 830 500 00, Kto: 141 531 30. Mehr Informationen: www.viel-farbe-im-grau.de