Badeverbot an der Talsperre Zeulenroda ist bald passé
Porträt
Nach 15 Jahren soll das Baden ab 1. September im Zeulenrodaer Meer wieder möglich sein. Foto: Heidi Henze
Noch sitzen die Wandersleute mit dampfenden Füßen auf dem Trockenen an den Ufern der Talsperre Zeulenroda. Doch schon bald soll es damit endgültig vorbei sein. CDU-Landtagsabgeordneter Volker Emde verspricht die Aufhebung des Trinkwasserstatus der Talsperre zum 1. September.
Zeulenroda-Triebes. Ab 1. September soll das Baden in der Zeulenrodaer Talsperre nach 15 Jahren Abstinenz wieder möglich sein und es würde keinerlei Beschränkungen mehr geben zur Nutzung des Wassers und der umliegenden Flächen, teilte Landtagsabgeordneter Volker Emde
(CDU) voller Freude mit. Dem Zeulenrodaer war noch am Sonntag die Freude ins Gesicht geschrieben, als er der Ostthüringer Zeitung die brandaktuelle Mitteilung überbrachte: "Nach definitiver Aussage der Landesregierung soll die Trinkwasserschutzzonenverordnung zum 31. August 2012 auslaufen." Er habe sich dies am Rande der Plenarsitzung am Freitagabend noch einmal bestätigen lassen, so seine Aussage, mit der er natürlich nicht hintern Berg halten wollte. Die zunächst probeweise Umstellung der Trinkwasserversorgung mit Wasser aus der Leibistalsperre sei seit Beginn diesen Jahres absolut reibungslos verlaufen. Somit würde nun die Zeit gegeben sein, endgültig den Schnitt zu machen und die Talsperren Zeulenroda und Weida aus dem Trinkwasserschutz zu entlassen, freut sich der Landtagsabgeordnete. Nach gut 15 Jahren Badeverbot und noch viel längerer Zeit der Entbehrungen und harter Beschränkungen für Landwirtschaft und Anlieger, sei die Zeit des langen Wartens endlich vorbei. Auch wenn es zahlreiche Rückschläge gegeben habe, sollten jetzt die Einwohner der Doppelstadt Zeulenroda-Triebes die Chance zur touristischen Nutzung wahrnehmen.
Volker Emde
freut sich als Karpfenpfeifer auch ganz persönlich. Er sieht in der Öffnung der Talsperre eine große Chance für Nahverkehr und Tourismus und hofft, dass die Möglichkeit ergriffen wird, diesen Wirtschaftszweig tragfähig zu entwickeln. Unternehmer sollten sich einbringen und alle, Wirtschaftsverbände und Stadtverwaltung, an einem Strang ziehen. Emde plant, in der Sitzung des Landtages im Juli einen Antrag einzubringen, der Klarheit bringen soll für die Entwicklungsschritte seitens des Landes für die Stauseeregion und er will weitere Unterstützung einfordern. Der 1. September, ein Neubeginn für die Region, sollte auch entsprechend gefeiert werden, durch die Stadtverwaltung, die interessierten Firmen, Vereine und die Bürgerschaft. Dazu hat Emde auch schon konkrete Vorstellungen: an den vier wichtigsten Entwicklungspunkten Strandbäder Zadelsdorf und Zeulenroda, Seglerheim und Seehotel könnten Aktivitäten gestartet werden. "Traumhaft wäre es, wenn es gelänge, diese vier Punkte nicht nur durch Fußweg sondern auch auf dem Wasserweg zu verbinden, damit sich jedermann an allen Entwicklungspunkten über die Planungen und Zukunftsvisionen rund um die Talsperre Zeulenroda informieren könnte". Dabei denkt er an eine Überquerungsmöglichkeit des Wassers. "Vielleicht könnten wir ein paar Jetskis organisieren, um die Leute von A nach B zu bringen", sagt Emde. Dem Förderverein "Talsperre Zeulenroda erleben" könnte die Rolle eines Motors und Koordinators für umfangreiche Aktivitäten an diesem symbolträchtigen Tag zukommen. "Für die Zukunft könnte das erste Wochenende im September ein traditionelles Festwochenende an unserem Stausee werden", schlägt der CDU-Mann vor.
Badeverbot an der Talsperre Zeulenroda ist bald passé
Kommentare
25.06.12 - 17:33
Nico
So, 1. September ! Da kann der Winter ja kommen !!!
25.06.12 - 15:24
der Aufmerksame
Wie ist denn die Badewasserqualität? Da spiel ja auch die EU mit! Und wenn die Bauern wirklich düngen ..........
25.06.12 - 09:24
Anlieger
Hurra, endlich dürfen unsere Bauern bis ran ans Ufer düngen und Schädlinge bekämpfen. Haben ja lange genug darauf warten müssen unsere Subventionen auch dort zum Segen des Grundwassers einsetzen zu dürfen.
25.06.12 - 09:23
Siegmar Spörl
Wenn jetzt nicht schnell eine Nutzungssatzung für die ehemalige Trinwasserschutzzone erstellt wird, die den Umweltschutz, die illegale Müllentsorgung,die Abwasserentsorgung, Nutzung der Uferzonen und das Düngen der angrenzenden Felder regelt, dann sage ich gute Nacht. Aus unseren touristichen Traum wird dann ein stinkender Albtraum.
25.06.12 - 08:41
Sabine Casper
Am Freitag, den 29. Juni 2012, findet um 19.30 Uhr bei Stefano (Speisekantine Scimia) in der Greizer Straße in Zeulenroda die nächste ÖFFENTLICHE MITGLIEDERVERSAMMLUNG des Fördervereins Talsperre Zeulenroda erleben e.V. statt. Dort wird es sicher viele interessante INformationen zum Thema Talsperre geben. Mitstreiter sind herzlich willkommen!
25.06.12 - 07:30
Jürgen Wolf
Wenn wirklich Jetskis fahren sollten buch ich hiermit 2 Fahrten für unseren Zeulenroda-Triebes Imagefilm !
Viele Gäste kamen zum Agrarpolitischen Frühschoppen und zum 15. Heufest am Sonntag in Pahren. Zeulenrodas Bürgermeister geht davon aus, dass der Trinkwasserstatus der Talsperre im August aufgehoben wird.
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