Wie vor 20 Jahren: FC Carl Zeiss spielte schon einmal gegen Bayer 04 Leverkusen

  • Volles Haus im Ernst-Abbe-Sportfeld beim DFB-Pokal-Viertelfinale Carl Zeiss Jena gegen Bayer Leverkusen am 1. Dezember 1992. Foto: Peter Poser Volles Haus im Ernst-Abbe-Sportfeld beim DFB-Pokal-Viertelfinale Carl Zeiss Jena gegen Bayer Leverkusen am 1. Dezember 1992. Foto: Peter Poser
Damals wars. Am 1. Dezember 1992 standen sich der FC Carl Zeiss Jena und Bayer 04 Leverkusen schon einmal im DFB-Pokal gegenüber. Mit 0:2 unterlagen die Thüringer, damals in der 2. Bundesliga, dem von Reinhard Saftig trainierten Rheinländischen Bundesligisten.
Mit 9120 Zuschauern war das Ernst-Abbe-Stadion ausverkauft. Der frühere Berliner Andreas Thom (29., 80.) schoss die Tore für die Bayer-Elf. "Da standen sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe gegenüber", erinnert sich Konrad Weise, damals Co-Trainer von Reiner Hollmann in Jena. Ausverkauft war das Ernst-Abbe-Stadion am 1. Dezember 1992 im Pokal-Viertelfinale, in den Ligaspielen blieben viele Plätze leer. "Unter den Fans wie auch im Klubumfeld war die vorherrschende Meinung, die zweite Liga ist für den FCC eine Herabstufung." Da sei noch von den "großen Europapokalspielen, von Real Madrid geträumt worden".

Die Zweitliga-Saison 1992/1993 beendete der FC Carl Zeiss im 24er-Feld auf Rang acht. Schon bei einem Unentschieden seien die Zuschauer "unzufrieden gewesen". Weise will sich nicht beschweren. Die Zeiten ändern sich. Inzwischen wisse man in Jena zu schätzen, was der Klub in den 90er Jahren erreicht hat, träume man nicht mehr vom Europapokal, sondern von der 2. Bundesliga. Und die, so Weise, muss für einen Verein, für eine Stadt wie Jena das Ziel sein.

An die Zeit um das erste Pokalaufeinandertreffen mit Leverkusen vor 20 Jahren erinnert er sich gern. "Wir hatten das ganz gut im Griff, die Stimmung in der Mannschaft war gut." Und in der Jenaer Elf standen fast durchweg Spieler, "die ihre Wurzeln in der Region hatten".

Mit seinem damaligen Chef Reiner Hollmann steht Weise auch noch in Kontakt. "Vor ein paar Jahren haben wir uns in Dubai getroffen", sagt Weise. "Reiner war dort als Trainer tätig, wir waren im Urlaub." Die Einladung habe er gern angenommen, Interessantes über Land und Leute erfahren.

Das DFB-Pokalspiel der Jenaer am Sonnabend gegen Bayer Leverkusen will sich Weise, 60, 86-facher Nationalspieler, auf jeden Fall anschauen. "Ich hänge an dem Verein", sagt er.

Weise war vor 20 Jahren nicht nur Co-Trainer, im Wechsel mit Hollmann schulte er die Torhüter mit Perry Bräutigam als Nummer eins. "Ja, einen Torwarttrainer hatte ich in Jena nie. Hollmann und Weise haben das gut gemacht", sagt Bräutigam. Dass er beim 2:0 von Thom, damals vor 20 Jahren, nicht ganz unschuldig war - Schwamm drüber. Thom zog aus gut 25 Metern ab. Bräutigam stand etwas zu weit vor seinem Kasten - der Ball schlug halbhoch im langen Eck ein. Heute arbeitet Bräutigam, geboren in Altenburg, als Torwarttrainer beim Regionalligisten RB Leipzig. "Gut möglich, dass wir uns das Pokalspiel am Sonnabend anschauen", sagt er. Schließlich kicken die Leipziger mit Jena in einer Liga. Und auch wenn 20 Jahre nach dem ersten Pokalspiel der Klassenunterschied sehr groß ist, Bräutigam macht dem FCC Mut. "In einem Spiel ist die Chance immer da. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Da kann der Trainer tausendmal appellieren, nehmt den Gegner erst, auch wenn er drei Klassen tiefer spielt - meistens tun die Spieler ihm den Gefallen nicht."


Andreas Rabel / 14.08.12 / OTZ
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