Nachwuchsband aus Rudolstadt: Finale in Neustadt "war Oberhammer

  • Die siegreiche Rudolstädter Band "Two and a half" in der Kategorie Gesang/Instrumentales. Rund 2000 Besucher erlebten am gestrigen Sonntag in Neustadt an der Orla das Finale der Talenteshow "Herzklopfen kostenlos" . 23 Finalisten traten in zwei Kategorien an. Foto: Mario Keim Die siegreiche Rudolstädter Band "Two and a half" in der Kategorie Gesang/Instrumentales. Rund 2000 Besucher erlebten am gestrigen Sonntag in Neustadt an der Orla das Finale der Talenteshow "Herzklopfen kostenlos" . 23 Finalisten traten in zwei Kategorien an. Foto: Mario Keim
Die Rudolstädter Nachwuchsband Two and a half gewinnt einen ersten Preis bei der Talenteshow Herzklopfen kostenlos. Im Interview erzählen die vier jungen Leute, was das bedeutet und wie es danach weiter geht.
Rudolstadt. 2012 ist ein gutes Jahr für die Rudolstädter Nachwuchsband "Two and a half": Bei der bundesweiten Talenteshow "Herzklopfen kostenlos" ist sie in der Kategorie "Gesang und Instrumentales" mit einer Förderprämie von 1000 Euro und dem "Bundes Talente Preis der Unterhaltungskunst" 2012 als Sieger gekürt worden.

Die Bilanz eures ersten gemeinsamen Jahres kann sich sehen lassen. Was muss eine Nachwuchsband tun, um das zu schaffen, was ihr geschafft habt?

Christoph: Hart arbeiten.

Jan: Sie braucht Ideen, Kreativität und Disziplin. Aber das wichtigste ist, dass alle Spaß an der Sache haben.

Johnny: Naja, wir nehmen unsere Musik ernst. Wir machen Musik schon mit Spaß, aber wir wollen auch was erreichen.

Und was genau wäre das?

Jan: Dass den Leuten unsere Art Musik zu machen gefällt.

Johnny: Man muss ehrlich sein: Wir wollen auch bekannt werden.

Christoph: Es wäre schon ein Traum, wenn wir mit unserer Leidenschaft, der Musik, irgendwann unseren Unterhalt finanzieren könnten.

Anja: Es ist auch ein unglaubliches Gefühl, wenn man auf der Bühne steht...

Christoph: ... und wenn man sieht, dass es den Leuten im Publikum Spaß macht.

Wie würdet ihr euren Stil beschreiben?

Anja: Wir machen Akustik Rock, klingen deshalb anders als viele lokale Bands. Wir versuchen, eine eigene Stilrichtung zu finden: jung und dynamisch.

Johnny: Unsere Musik folgt keinem bestimmten Musikstil wir haben aber alles dabei.

Jan: Das geht von der amerikanischen Band "The maine" über Mando Diao, bis zu aktuellen Künstlern wie Adele oder den Klassikern von CCR.

Wie entstehen eure Songs?

Jan: Das ist immer unterschiedlich. Manchmal bringt Anja eine Idee mit... Christoph und Johnny experimentieren an der Melodie und ich gebe meinen Senf dazu. Am Ende entscheiden wir dann gemeinsam.

Ihr habt mit Eurem Siegertitel in Neustadt an der Orla ganz tief in die Klassiker-Kiste gegriffen. "Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd ist ein echter Allerwelts-Gassenhauer. Selbst Kid Rock ließ sich davon bei seinem Sommerhit "All Summer Long" inspirieren.

Jan: Ja, klar. Aber wir haben das Ding eben in unserer eigenen Version gespielt und es hat funktioniert.

Christoph: Unglaublich! Das war wirklich der Oberhammer! Die 2000 Besucher waren super gut drauf und es hat großen Spaß gemacht.

Merkt ihr an den Reaktionen der Fans, dass ihr es schafft, alle Altersgruppen anzusprechen?

Johnny: Dafür ist ja der Song das beste Beispiel. Da er generationsübergreifend ist und gute Laune macht, kam er bei den Jungen, Junggebliebenen und der Jury auch optimal an.

Wie wichtig sind solche Wettbewerbe für eine Nachwuchsband?

Anja: Sehr wichtig. Zumal das einer der größten Wettbewerbe für Nachwuchstalente verschiedener Genres im Osten Deutschland ist. Ich konnte allerdings unseren Erfolg noch gar nicht so richtig genießen, weil ich am Abend des Finaltags mit meiner Abi-Klasse zur Abschlussfahrt nach San Remo aufgebrochen bin.

Jan: So ein Wettbewerb ist die beste Förderung, die es für Bands gibt.

Wie sind die Möglichkeiten für junge Bands generell?

Christoph: Viele Bands haben das Problem, dass nicht alle an einem Strang ziehen. Wir haben Glück, dass wir uns gefunden haben. Wir arbeiten Hand in Hand, jeder hat seine Aufgaben.

Jan: Wenn man wirklich arbeitet an dem, was man erreichen will, dann hat man auch Auftrittsmöglichkeiten. Aber wenn man sich nicht kümmert, geht nicht so viel.

Johnny: Dass uns das Veranstaltungsbüro Dornheim dabei so super unterstützt, hilft uns natürlich sehr.

Anja du hast bereits zum wiederholten Mal ein Casting gewonnen. Mit gerade Mal 14 Jahren durftest du danach vor 800 Gästen in der Bad Blankenburger Stadthalle in der Show Musical- Fieber den Hit "Fame" singen. War´s damals schwieriger?

Anja: Ja, damals war ich ganz auf mich allein gestellt, diesmal hatte ich ja meine Jungs dabei. Deshalb war es auch etwas leichter. Aber das Lampenfieber war dasselbe und gehört auch irgendwie dazu.

Wie gehts jetzt weiter?

Christoph: Wir werden weiter live zu hören sein, wie beispielsweise am 14. Juli bei "Rock mit" in Königsee. Im September spielen wir mit der Münchner Freiheit und Dirk Michaelis zum Stadtfest in Pößneck.

Jan: Eine weitere Option ist eine Bewerbung für den Thüringen Grammy 2012 eines Thüringer Radiosenders. Da muss man drei Lieder einreichen vom Coversong bis zum selbstkomponierten und getexteten Titel. Das große Finale steigt dann Ende Oktober in der Thüringenhalle Erfurt.

Johnny: Das hängt aber auch davon ab wie es jetzt mit Anja weitergeht, denn sie will für ein Jahr in die Staaten.

Anja, was zieht dich nach Amerika?

Anja: Als "Au Pair" bekommst du die einmalige Chance, ein Jahr lang in den USA zu leben und Teil einer amerikanischen Gastfamilie zu werden. Und ein anderes Land und andere Menschen kennen zu lernen das reizt mich schon ungemein.

Und wie findet ihr das?

Jan: Nicht so toll. Aber vielleicht fliegt sie ja ab Berlin und da wird der neue Flughafen sowieso nie fertig.

Christoph: Dann sind wir halt für eine Weile wieder "Two and half" wie es unser Bandnamen aussagt. Und Anja ist ja ziemlich taff. Vielleicht entstehen aus dem was sie dort erlebt ein paar gute neue Songs.

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Roberto Burian / 20.06.12 / OTZ
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