Schleizer Künstlerin mit fünf Gemälden im Zug nach Venedig

Die Schleizer Malerin und Keramikerin Ekaterina Peitz wird sich in den kommenden zwei Wochen an einem Kunstprojekt im Venice Art House in der Lagunenstadt Venedig beteiligen.

Ekaterina Peitz packt fünf Gemälde ein, die sie bei ihrem Arbeitsaufenthalt in Venedig ausstellen will. Mehr Fotos: www.otz.de/schleiz Fotos (2): Peter Cissek

Ekaterina Peitz packt fünf Gemälde ein, die sie bei ihrem Arbeitsaufenthalt in Venedig ausstellen will. Mehr Fotos: www.otz.de/schleiz Fotos (2): Peter Cissek

Foto: zgt

Schleiz. "Vor sechs Monaten habe ich im Internet den Aufruf gelesen, Künstler sollten Fotos ihrer Werke auf der Webseite des venezianischen Kunsthauses präsentieren. Ich hatte mich früher an solchen Wettbewerben beteiligt und auch schon ­gewonnen. Dieses Mal habe ich die Aktion nur beobachtet", erklärte Ekaterina Peitz.

Dabei sei sie auf ein Projekt gestoßen, an dem sie sich jetzt beteiligt. Jeder der bestätigten Künstler bekommt mindestens eine Woche Zeit, um im Pallazo "Ca Zanardi" zu wohnen, mitgebrachte Stücke in einer Ausstellung zu präsentieren, neue Werke zu schaffen und eines ­davon in dem Kunsthaus zu ­hinterlassen. Am Ende des ­Aufenthalts werde es Gespräche mit Galeriebetreibern und Kunst­kritikern geben.

Die Aktion habe ein Mäzen ins Leben gerufen, der nach einer Krankheit körperlich eingeschränkt sei. "Menschen mit Bewegungsstörungen sollen mit Hilfe von Kunst stärker am ­gesellschaftlichen Leben teilnehmen" können, erklärte Ekaterina Peitz die Idee des Kunstförderers.

Sie wird fünf Malereien mit nach Venedig nehmen, ihre Staffelei, Pinsel, Farben, Spachtelmasse und Keramikplatten für ihre Mischtechnik. Mehr nicht. Denn die gebürtige Sankt Petersburgerin, die seit rund zehn Jahren in Schleiz lebt und arbeitet, reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Italien. Sie habe zwar einen russischen Führerschein, der in Deutschland nicht anerkannt werde. Die Fahrschule hier zu wiederholen, falle der bekennenden Bahnreisenden nicht im Traum ein. "Ich fahre gern mit der Bahn, auch wenn ich dazu erst mit dem Bus von Schleiz nach Jena fahren muss. Von dort geht es am Sonntag mit dem ICE nach München und mit dem Nachtzug weiter nach Venedig", erklärte sie ihre Reisepläne.

Ihre Malereien hat sie in Papier und einem Karton verpackt. Zu sehen sind auf den Bildern vorrangig Frauenporträts. Das größte auf einer Leinwand von gerade mal 80 mal 50 Zentimeter zeigt eine Frau vor einer Trauminsel. "Ich habe mich von der Geschichte Laufen über das Wasser des russischen Schriftstellers Alexander Grin inspirieren lassen", erklärte Ekaterina Peitz.

Inspirieren lasse sie sich auch von Venedig, vor allem im Winter. Sie habe ein Faible für die Lagunenstadt, vielleicht auch deshalb, weil sie aus Sankt ­Petersburg stammt, das als das Venedig des Nordens bezeichnet wird. Schon vier Mal war sie zur Karnevalszeit in Venedig.

Die ein bis zwei Bilder, die sie bei ihrem Aufenthalt im Pallazo "Ca Zanardi" malen will, sollen etwas Abstraktes werden. "Ich lasse mich dabei gern von der Stadt inspirieren."

Ekaterina Peitz freut sich auch auf die Gespräche mit Galeriebetreibern und Kunstkritikern, weil sie in den Antworten auch viel über sich selbst erfährt.

Spätestens zum Tag der offenen Töpfereien am 14. und 15."März will sie wieder zurück in Schleiz sein, um interessierte Gäste in ihrem Atelier zu em­pfangen. Tags darauf erwartet sie die aus Serbien stammende, in Brüssel lebende Keramikerin Veadica Sivcec zu einem fünf­tägigen Workshop in Schleiz.

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