Los Angeles. John Waters erlangte mit Filmen wie „Hairspray“, „Polyester“ und „Cry-Baby“ Berühmtheit. Jetzt wurde der „Pope of Trash“ mit einer Sternenplakette geehrt.

US-Kultregisseur John Waters, der sich mit seinen schrillen Filmen den Spitznamen „Pope of Trash“ (Schund-Papst) einhandelte, ist in Hollywood mit einem Stern geehrt werden. Der 77-Jährige enthüllte die Plakette auf dem „Walk of Fame“ vor jubelnden Zuschauern. Hier auf dem Bürgersteig sei er nun der Gosse näher als je zuvor, witzelte der Filmemacher. In seiner Rede erinnerte er an seinen ersten Besuch in Los Angeles. 1970 habe er hier unerlaubt den Hollywood Boulevard überquert und sofort einen Strafzettel bekommen.

Diese Sternenauszeichnung wollte er seinen Eltern Pat und John Waters widmen, sagte Waters. Sie seien zwar von seinen frühen und einigen späteren Filmen „entsetzt“ gewesen, hätten ihn aber darin unterstützt, weiterzumachen. Sie glaubten sicher, er könne nichts anderes tun, als ins Showbusiness zu gehen, scherzte der Regisseur.

Waters, mit dem charakteristischen, hauchdünnen Oberlippenbärtchen, ist durch schrille Filme wie „Hairspray“, „Polyester“ und „Cry-Baby“ bekannt. Mehrmals drehte der schwule Filmemacher mit dem Transvestiten Divine. In dem Filmmusical „Hairspray“ (1988) etwa spielte er die schwergewichtige Edna Turnblad. Divines Tod kurz nach der „Hairspray“-Premiere war das Ende für Waters' Ära der wüsten Travestie-Comedys. Vielleicht könnte Divine im kommenden Jahr mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ geeehrt werden, schlug Waters in seiner Ansprache vor.

Das Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles widmet Waters derzeit eine große Show. Die Ausstellung „John Waters: Pope of Trash“, mit mehr als 400 Werken aus seinem filmischen Schaffen, soll bis August 2024 in dem Museum zu sehen sein.