Schlösserstreit: Gotha bleibt außen vor

Gotha.  Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) will stattdessen die Forschungsbibliothek in die Friedenstein-Stiftung übernehmen, um sie zu profilieren.

Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) – hier im Gewand des Theatermachers Conrad Ekhof – identifiziert sich stark mit der Residenzkultur auf Friedenstein.

Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) – hier im Gewand des Theatermachers Conrad Ekhof – identifiziert sich stark mit der Residenzkultur auf Friedenstein.

Foto: Peter Riecke

Selbst eine thüringische Lösung im Schlösserstreit, wie sie jetzt die rot-rot-grüne Regierungskoalition angedacht hat, stößt in Gotha auf wenig Sympathie. Laut Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD, Foto), der zugleich als stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Schloss Friedenstein amtiert, hätte das „Barock-Universum“ auch in einer künftigen Stiftung Thüringer Residenzkultur in Rudolstadt keinen Platz. „Diese Lösung ist gut für all die kleinen Schlösser. Die Rolle Gothas muss eine Sonderrolle sein.“

Kreuch hatte bereits einen Übergang der Friedenstein-Museen samt Sammlungen in das zuvor gemeinsam mit Sachsen-Anhalt geplante Hallenser Stiftungskonstrukt strikt abgelehnt. Dazu sei die Friedenstein-Schatzkammer mit rund zwei Millionen Kunst- und Kulturobjekten einfach zu groß, erklärte der SPD-Politiker. Zudem stünden gravierende juristische Probleme im Wege, und auch die Herzogsfamilie sei nicht einverstanden. Um die Sanierung des Friedensteins, eine wuchtige, zu Ende des Dreißigjährigen Krieges errichtete Schlossanlage samt Park und Nebengebäuden, muss man sich in Gotha dennoch keine allzu großen Sorgen machen; sie ist durch ein älteres, 60 Millionen Euro schweres Sonderinvestitionsprogramm von Bund und Land abgedeckt.

Für die Idee eines gemeinsamen Unesco-Weltkulturerbe-Antrags für die Thüringer Schlösserwelt ist Knut Kreuch gleichwohl hellauf begeistert. Nur müsse man dafür keineswegs sämtliche Schlösser in einer Stiftung vereinigen.

Auch die Residenzen in Weimar und Coburg bleiben organisatorisch garantiert von einer Rudolstädter Stiftung unabhängig. Kreuch will vielmehr den Friedenstein als wissenschaftshistorisches Zentrum profilieren. Dazu möchte er dringlich die kostbare Forschungsbibliothek, die zurzeit durch die Universität Erfurt verwaltet wird, in die Friedenstein-Stiftung integrieren. „Das ist unser Wunsch und Konsens der Beteiligten in Gotha“, bekräftigte der Gothaer Oberbürgermeister.

www.stiftungfriedenstein.de