Unterricht mit Laptop ist in Thüringen noch die Ausnahme

Berlin. Nirgends wird Computertechnik beim Unterricht der Achtklässler weniger eingesetzt als in Deutschland. Das ergab die internationale Studie "Icils" 2013 in 24 Industrienationen.

Manche Kinder finden, dass der Unterricht mit Laptops und Tablets spannender ist. Foto: dpa

Manche Kinder finden, dass der Unterricht mit Laptops und Tablets spannender ist. Foto: dpa

Foto: zgt

Statistisch teilen sich hierzulande elfeinhalb Schüler einen Computer in der Schule. Diese Zahl blieb jetzt seit acht Jahren konstant.

In dem Kompetenz-Test belegten die deutschen Schüler einen Mittelplatz. Damit blieb bei diese erstmalig durchgeführten Untersuchung zwar der befürchtete "Pisa"-Schock aus. Aber für ein Land, dessen Stärke bisher die Innovationskraft darstellte, muss das Ergebnis als blamabel bezeichnet werden.

Der Erziehungswissenschaftler Wilfried Bos, einer der Leiter der Studie, fasste das Ergebnis zusammen: "Hierzulande lernen Schüler den Umgang mit Computern trotz Schule."

Über Thüringen hat die Studie wegen der geringen Zahl der Befragten und wegen der zugesicherten Anonymität keine Zahlen veröffentlicht. Gegenüber unserer Zeitung sieht ein Sprecher des Kultusministeriums die Ausstattung der Schulen mit moderner Technik auf einem sehr guten Stand.

Für diese sind die Träger der Schulen verantwortlich. Das Thüringer Bildungsministerium half dabei mit der Vermittlung der Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre).

Lehrer sollen sich weiterbilden

Zwischen 2007 und 2013 wurden in Thüringen 39 Millionen für die Anschaffung von IT-Ausstattungen aufgewendet. 28 Millionen davon waren Efre-Mittel. Den Rest teilten sich Schulträger und Land zu gleichen Teilen. Für die neue Finanzierungsperiode der Europäischen Union wurden weitere Zahlungen abgelehnt. Ein Vorschlag für ein Landesprogramm für den Haushalt 2015 wurde vom Bildungsministerium auf den Tisch gelegt.

In Thüringen werden auch sogenannte Laptop-Klassen wie im Lichtenberg-Gymnasium in Ilmenau unterrichtet. Hier hat jeder Schüler ein eigenes Notebook, das auch mit nach Hause genommen und auch privat genutzt werden darf. Das Gerät wird in allen Fächern und für Hausaufgaben eingesetzt.

In der internationalen Studie wurde die Weiterbildungsmöglichkeiten der deutschen Lehrer bemängelt. In Thüringen stehen zehn Fachberater für Medienkunde im Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien bereit. Neben zentralen Weiterbildungen werden auch interne Veranstaltungen in den Schulen angeboten, die von den Autoren der "Icels"-Studie dringend empfohlen werden.

  Schulen Computer mobile Geräte Interaktive Whiteboards*
Insgesamt 1011 37.113 5110 1380
Grundschulen 458 9087 1529 303
Regelschulen 211 7695 1383 424
Gemeinschaftsschulen 46 1526 301 91
Gymnasien 96 5968 1290 449
Gesamtschulen 14 690 217 30
Förderschulen 81 2213 366 79
Kollegs 2 55 14 4
Berufsbildende Schulen 103 9879 1243 221

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur/Stand: November 2014 *Ein interaktives Whiteboard ist eine interaktive digitale Tafel, die mit einem Computer verbunden ist.

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