Erfurt. Drei Jahre musste pausiert werden, nun endlich wird wieder offiziell angegrillt. Es dürfte ein großes Volksfest werden, etwa 20.000 Besucher werden erwartet.

Für die einen gibt es überhaupt kein An- und Abbraten. Da wird das ganze Jahr über gegrillt. Doch offiziell zumindest startet Thüringen mit einer bekannten Zeremonie in die neue Bratwurstsaison. Der Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch, das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Verein „Freunde der Thüringer Bratwurst e.V.“ eröffnen wieder feierlich die Grillsaison. Nachdem die Rostkultur drei Jahre pandemiebedingt nicht stattfand, soll der Domplatz am 18. März ab 10 Uhr wieder zum Mittelpunkt für Bratwurstfreunde aus ganz Deutschland werden. Die Rostkultur gilt als eine der besucherstärksten Tagesveranstaltungen in Erfurt – etwa 20.000 Gäste werden erwartet.

Tollitäten reiten auf Pferden ein

Bereits 8 Uhr starten an der Liebfrauenkirche in Arnstadt über 25 Läufer, um das Bratwurstfeuer von der Stätte der ersten urkundlichen Erwähnung der Thüringer Bratwurst über die Distanz eines Halbmarathons in die Landeshauptstadt auf den Domplatz zu bringen. Dort wird das Bratwurstfeuer von Michael Seever (verkleidet als Probst Johann von Siebleben) im größten Kaminzuggrill entfacht. Die Thüringer Wurstkönigin, Jennifer Risch und der Thüringer Bratwurstkönig, Norbert Abt, werden auf der großen Showbühne den offiziellen Bratwurstanbiss mit einem eigens dafür hergestellten Exemplar zelebrieren. Auf der großen Bühne gibt es über den ganzen Tag ein buntes Programm aus Musik, Tanz und Unterhaltung.

Unter anderem wird das Kabarett „Die Arche“ einen Ausschnitt aus dem erfolgreichen Stück „Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle“ zeigen. Das komplette Stück gibt es im Anschluss an die Rostkultur zweimal in der Arche zu sehen. In der gläsernen Manufaktur wird gezeigt, wie Bratwurst vor 200 Jahren in Handarbeit und ohne maschinelle Unterstützung hergestellt wurde. Auf einer separaten Bühne bereiten das Grillteam „Grilltypen 1404“ vom Verein „Freunde der Thüringer Bratwurst“ exotische wie traditionelle Rezepte mit der Bratwurst fachmännisch zu. Die Veranstaltung bietet die einmalige Möglichkeit, sich in an verschiedenen Bratwurstständen quer durch Thüringens Geschmackslandschaft zu schlemmen.

Erste Veranstaltung war 2004

Seit 2006 wird mit der „Rostkultur“ das Angrillen des Thüringer Nationalgerichts, der Original Thüringer Bratwurst, als Saisoneröffnung zelebriert. Jedoch fand die erste Veranstaltung dieser Art bereits 2004 mit über 10.000 Besuchern statt, zum 600. Geburtstag der Thüringer Bratwurst. Die älteste urkundliche Erwähnung geht auf den 20. Januar 1404 zurück und auf das Rechnungsbuch des Arnstädter Jungfrauenklosters.

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