Jena: Freiheitsstrafe für Schwarzfahren

"Schwarzfahren" mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Dauer ist kein Kavaliersdelik. Diese Erfahrung musste gestern Michael S. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Jena machen. Im August, September, November und Dezember vorigen Jahres war der 29-Jährige in Jena beim Schwarzfahren erwischt worden.

?Schwarzfahren? mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Dauer ist kein Kavaliersdelik. Diese Erfahrung musste gestern Michael S. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Jena machen. Im August, September, November und Dezember vorigen Jahres war der 29-Jährige in Jena beim Schwarzfahren erwischt worden.

?Schwarzfahren? mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf Dauer ist kein Kavaliersdelik. Diese Erfahrung musste gestern Michael S. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Jena machen. Im August, September, November und Dezember vorigen Jahres war der 29-Jährige in Jena beim Schwarzfahren erwischt worden.

Foto: zgt

Jena. Für seine begangenen Straftaten tischte der Angeklagte gleich mehrere Ausreden auf: Zunächst behauptet er, der Fahrscheinautomat im Bus hätte seine EC-Karte nicht angenommen. Dann fiel ihm ein, die gelöste Tageskarte wäre in der Jacke geblieben, die er bei einem Kumpel zurückgelassen hatte, weil es an diesem Tag ziemlich heiß war. Dem Kontrolleur in der Straßenbahn hatte er erzählt, das Tagesticket verloren zu haben.

Staatsanwalt Günther Stephan stuft die Erklärung des Angeklagten als unglaubhaft ein. Er fragt Michael S., warum er denn nicht anschließend die vergessenen Tageskarten im Büro des Jenaer Nahverkehrs vorgelegt habe. Auch hätte er die Tickets zur Hauptverhandlung mitbringen können – zum Beweis seiner Unschuld. Er empfahl ihm zukünftig den Kauf einer Monatskarte; die sei am Ende billiger als eine Geldstrafe für das Schwarzfahren. Denn für dieses Delikt sei er schon des Öfteren vom Gericht verurteilt worden. 15 Einträge im Bundeszentralregister (BZR) seit dem Jahr 2006 stünden bei Michael S. zu Buche; dreimal Diebstahl, der Rest Schwarzfahrten bzw. Gesamtstrafenbildung. Bei solch unbelehrbarem Verhalten sei eine Geldbuße nicht mehr ausreichend, so der Staatsanwalt. Richter Dr. Gerhard Litterst-Tiganele folgt in seinem Urteil dem Antrag des Anklagevertreters. Das Gericht verhängt gegen den Angeklagten wegen Erschleichens von Leistungen in vier Fällen eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Als Auflage hat Michael S. binnen sechs Monaten 150 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Die Verfahrensbeteiligten akzeptierten diese Entscheidung, somit ist das Urteil rechtskräftig.