Ilm-Kreis: Unterwegs in Sachen Naturschutz

Ilm-Kreis  Kreisbereisung der Landrätin führt von den Steppenrasen bei der Wachsenburg über Roda bis zu den Pennewitzer Teichen.

Die Badlands unterhalb der Veste Wachsenburg mit ihrer besonderen Flora und Fauna waren die erste Station der Naturschutz-Kreisbereisung 2019. Mathias Neumann von der Natura 2000-Station erläuterte hier unter anderem notwendige Pflegearbeiten – durch Schafe und Menschen.

Foto: Antje Köhler

Eine Kreisbereisung führte am Donnerstag Landrätin Petra Enders (Linke), Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde und Mitglieder des Naturschutzbeirates zu Steppenrasen in Holzhausen, zu einem Naturschutzgebiet in Stadtilm, zum abgelassenen Pfaffenteich bei Ilmenau-Roda, zu den Teichen bei Pennewitz, und zu den Auerhühnern am Langen Berg.

Nicht unumstritten im Kreistag war die Zukunft der Pfaffenteiche. Inzwischen ist das Wasser abgelassen worden – aus Sicherheitsgründen, da sich in der Nähe ein Bahndamm befindet. Denn es gab Risse in beiden Stauanlagen. Bricht der Damm, ist der Landkreis als Eigentümer des Großen und Kleinen Pfaffenteichs in der Pflicht.

Die Teiche dienten früher dem Ilmenauer Bergbau als Wasserreservoir, zuletzt den Anliegern als Naturschutzgebiet, Wasser- und Badestelle. Sie waren es auch, die auf einen Erhalt der Pfaffenteiche pochten, den nun auch das Landratsamt verfolgt. Dabei soll auch die Stadt Ilmenau mit ins Boot genommen werden, wenn es bei dem Projekt um Hochwasserschutz gehen soll. Ob dies möglich ist, muss noch ein Gutachten zeigen, das im Herbst fertig werden soll. Wenn ja, erhofft sich die Landrätin auch Fördermittel.

Der Kreis würde dann den Naturschutz für die Teiche übernehmen. Gebaut werden müsste dann eine acht Meter hohe Staumauer, da der Teich wie eine große Talsperre bei der Oberen Wasserbehörde beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz betrachtet wird. Der Kreistag hat bereits einen Beschluss gefasst, die Stauanlage zu sanieren, 500.000 Euro in Jahresscheiben hierfür eingestellt, nur der festgelegte Zeitraum der Sanierung sei längst nicht mehr gültig, sagte die Landrätin vor Ort.

Weiter ging die Kreisbereisung in ein Waldstück zu den Pennewitzer Teichen an der Wohlrose. Das Naturschutzgebiet Pennewitzer Teiche und Unteres Wohlrosetal hat eine Größe von 419,2 Hektar.

Hier wimmelt es nur so von Teichen, vor dem Zweizapfenteich liegt der Trübe Teich, der auch so aussieht. Dann gäbe es noch den Galgenteich, die Sorger Teiche, den Esbachteich (Seerosenteich).

Steppenrasen sind wertvolle Biotope

Der hohe Wassereintrag begünstigte die Entstehung von Moorwaldflächen, insbesondere beim verlandeten Zweizapfenteich. Das Naturschutzgebiet ist ein Rast- und Brutgewässer von Vögeln und beherbergt auch acht Amphibienarten, darunter den seltenen Moorfrosch, dessen Laichplätze durch Pflegemaßnahmen verbessert wurden.

Am Langen Berg ging es abschließend um den Bestand der letzten Auerhühner in Thüringen, die dort ausgewildert worden sind. Der Lange Berg erhebt sich südsüdöstlich von Gehren. Er ist 7 km lang und etwa 2 km breit. Nach ihm war die ehemalige Verwaltungsgemeinschaft Langer Berg, der die Orte rings um den Berg angehörten, benannt. Westlich des Berges fließt die Wohlrose, östlich verläuft die Rinne.

Begonnen hatte die Kreisbereisung im Drei-Gleichen-Gebiet am Fuße der Wachsenburg. Als erstes standen wie 2013 schon einmal die so genannten Badlands im Fokus. Es gibt diese „schlechten Ländereien“ nicht nur in Süddakota (USA), sondern auch im Ilm-Kreis, der (fast) alles hat – vom Trockenrasen bis zum Hochmoor. Matthias Neumann von der Natura- 2000-Station berichtete von einem Pflegeeinsatz, an dem sich der Holzhäuser Feuerwehrverein ebenso beteiligte wie der Eigentümer der Fläche.

Steppenrasen sind wertvolle Biotope, auf den Federgräser ebenso wachsen wie Frühlingsadonisröschen. An den neuen Hinweistafeln an der Aussicht in die Badlands kam das Gespräch auf die Gründung eines Landschaftspflegehofes. Maschinen wären vorhanden, doch es fehlen Fachleute, die mit Helfern die Pflegearbeiten erledigen.

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