Altkreis Apolda: Jäger haben Wildschwein-Population im Blick

Altkreis Apolda.  Wildschweinbestand im Freistaat wächst und die Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch. Jäger haben Population im Altkreis Apolda im Blick.

Archiv-Aufnahme einer Rotte von Wildschweinen.

Archiv-Aufnahme einer Rotte von Wildschweinen.

Foto: Gregor Fischer

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„Vor 25 Jahren betrug die Jagdstrecke in ganz Thüringen noch zehn- bis zwölftausend Wildschweine. 2018 gab es mit etwa 40.000 eine Hochzeit“, erklärt Ludwig Gunstheimer, Vorsitzender der Jägerschaft Apolda und Vizepräsident im Landesjagdverband Region Nord. Milde Winter und frei oder leicht zugängliche Kompostanlagen hätten in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Wildschweine statt einmal – im späten Winter oder zu Beginn des Frühjahrs – nun zwei- bis dreimal im Jahr frischen, also Nachwuchs bekommen.

Der landwirtschaftlich geprägte Altkreis Apolda biete wegen der geringen Bewaldung dem Schwarzwild zwar keine ganzjährige Bleibeperspektive, doch seien etwa die großen Mais-Monokulturen ideale Refugien für die Sommerfrische der Schwarzkittel. Auch wichen die Tiere in den Altkreis aus, wenn in den Wäldern um den Ettersberg, Jena oder der Finne-Region der Druck durch die Bejagung zunehme. Wenn eine Rotte von mehreren Dutzend Tieren mehrere Wochen oder Monate im Feld eines Landwirt lebe, dann seien auch größere wirtschaftliche Schäden möglich.

Expertengruppe trifft sich im Weimarer Land und berät zur Afrikanischen Schweinepest

Gefährlich für die meist in Ställen gehaltenen Mastschweine ist aber die möglicherweise auf dem Vormarsch befindliche Afrikanische Schweinepest. Eine große, also auch dichte Population von Wildschweinen könne die Übertragung und Verbreitung des Virus begünstigen, was eine Ausdünnung des Bestands erforderlich mache. In diesem Rahmen erfolgte auch kürzlich in Kösnitz das Treffen einer Expertengruppe im Weimarer Land unter Regie des Landratsamtes. Ziel war die Vernetzung der Akteure, die im Katastrophenfall beim Ausbruch der Tierseuche zusammenarbeiten müssten.

Zur Vorbeugung vor Schäden im Bereich der Landwirtschaft würden im Altkreis übrigens hauptsächlich die Tiere aus den Feldern vertrieben – und auch geschossen, was im Altkreis aber nur wenige Exemplare betreffe, erklärt Ludwig Gunstheimer. Hauptaugenmerk legten die Jäger auf Niederwildtiere wie den Hasen, auf Rehwild oder aber auch auf Wasservögel wie Enten. Auch hätten die Grünröcke Unfallschwerpunkte auf den Straßen im Blick: „Es gibt deutschlandweit mehrere Hunderttausend Wildunfälle pro Jahr. Das ist nicht nur ein totes Tier, das sind kaputte Autos und manchmal auch eine ruinierte Gesundheit.“, so der Vorsitzende.

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