Naturschützer finden 22 Wasservogelarten im Teichgebiet Dreba-Plothen

Dreba/Plothen  Die internationale Wasservogelzählung findet seit vielen Jahren auch im Dreba-Plothener Teichgebiet statt. Aktive finden auch eine Bekassine.

Vor allem Stockenten tummeln sich am Hausteichhaus.

Vor allem Stockenten tummeln sich am Hausteichhaus.

Foto: Martin Lücke, Reiher: W. Wille/Nabu-Archiv

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November im Teichgebiet Dreba-Plothen bedeutet auch den endgültigen Wechsel von der warmen in die kalte Jahreszeit. Das zeigt sich nicht nur an den kahlen Bäumen und manch leerem Teich sondern auch bei der Zahl der gefiederten Bewohner des einzigartigen Naturraums. Viele Zugvögel sind längst entschwunden und der erste Frost macht den verbliebenen Tieren zu schaffen.

Dennoch: „Zur Monatszählung im November waren wieder interessante Wasservögel [...] zu sehen“, schreibt diesbezüglich Naturschützer Jürgen ­Auerswald. Gemeinsam mit einigen Mitstreitern nimmt er seit vielen Jahren an der internationalen Wasservogelzählung teil. „Unser Teichgebiet hat schon seit den 1960er Jahren einen festen Platz im Rahmen dieses Langzeit-Monitorings.“ Es handele sich dabei um Moment­aufnahmen, die erst über einen längeren Zeitraum und im internationalen Vergleich Trendrechnungen möglich machten, unterstreicht er: „Die Bestände ändern sich jeden Tag.“

Bedeutsam sei etwa das Anwachsen der Silberreiher-Population im Teichgebiet auf über 200 Tiere. Dagegen zeigen die bekannten Graureiher seit Jahren rückläufige Bestände. Auch der selten auftretende Zwerg­säger hielt sich auf dem Hausteich auf. Pfeifenten, Schnatterenten, Krickente sowie zahlreiche Gänsesäger ebenso. Auch Graugänse, Saatgänse, Haubentaucher und zahlreiche Höckerschwäne bevölkerten die Teiche. Die meisten von den knapp 2000 Stockenten hielten sich auf dem Hausteich auf. Da die Gewässer noch weitgehend ­offen sind, waren zudem auch noch Mittelmeermöwen, ein Eisvogel und zudem eine Bekassine anzutreffen. Insgesamt seien 22 Arten gefunden worden.

Laut Auerswald gehen die Wasservogelzähler von Oktober bis März einmal im Monat gleichzeitig in drei festgelegten Zählabschnitten im Teichgebiet auf Erfassungstour, um realistische Bestandszahlen zu notieren. Zur Ausrüstung gehört ein Fernglas und für längere Distanzen vielleicht ein Spektiv.

„Die Zählung war diesmal erschwert wegen des Nebels am Morgen“, so Jürgen Auerswald. Er übernimmt die Erfassung der Daten zur Wasservogelzählung im Drebaer-Plothener Teich­gebiet. Andreas Krause, Bernd Seeliger, Stephan Lorenz, Bernd Rebhan und Volker Vopel. Horst Nagler, Gisela Lanin erfassen an der Wisenta und in der Orlasenke an der Kotschau Teilflächen, Lars Käppel den Stau Triptis und den Stadtteich.

Weitere interessierte Zähler würden immer gesucht. Die Mitarbeit sei für jeden möglich, da die Zahl der Vogelarten im Winter nicht so groß ist, was das ­Erfassen erleichtert.

Kontakt per E-Mail an j.auerswald43@web.de

Steckbrief Bekassine

Die Bekassine gehört zu den Schnepfenvögeln

Körper untersetzt, kurze Beine, bis zu 28 Zentimeter lang

Langer Schnabel

Nahrung: Insekten, Larven, Weichtiere, Krebstiere, Pflanzen, Sämereien

Lebensraum: Moor und Grünland

Der dramatische Rückgang der Bestände hier­zulande hat mehrere Ursachen, vor allem die Zerstörung der Lebensräume ­(besonders Moore) nimmt den Bekassinen die Existenzgrundlage

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