Zahl der Weißstörche steigt in Thüringen

Victoria Augener
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Nachwuchs bei den Weißstörchen gab es vor allem in Westthüringen.

Nachwuchs bei den Weißstörchen gab es vor allem in Westthüringen.

Foto: Klaus Schmidt

Landkreis.  Der Kreis Gotha gehört zum Hauptverbreitungsgebiet von Weißstörchen in Thüringen. Mehrere Schutzmaßnahmen zeigen Wirkung. Thüringen liegt dabei genau auf einer Grenze.

Im Kreis Gotha brüteten in diesem Jahr Weißstorchpaare in 14 Nestern. Das berichtet der Naturschutzbund Nabu. Demnach ist die Region eine der beliebtesten in Thüringen bei den unter Schutz stehenden Vögeln. Mehr gibt es nur im Wartburgkreis (38 Nester) und Schmalkalden-Meiningen (16).

Vor allem Westthüringen beliebt bei Störchen

„Der aktuelle Bericht bestätigt den Trend aus den letzten Jahren. In Westthüringen brüten mehr Weißstörche als in Ostthüringen“, erklärt Klaus Schmidt, Vogelexperte beim NABU Thüringen und ehrenamtlicher Landeskoordinator für den Weißstorch. Er spricht von einem Rekordjahr 2021 für den Weißstorch in Thüringen. Trotz des harten Winters kamen die Vögel bereits Ende Januar im Freistaat an und fanden sich zu Brutpaaren zusammen.

110 Storchennester wurden bezogen und 230 Junge wurden flügge. Das sind gegenüber dem Vorjahr 18 zusätzliche Brutpaare und 59 zusätzliche Jungvögel. Das weiß der Nabu durch die Beobachtungen von Storchenhorstbetreuerinnen und -betreuern, die ehrenamtlich nach den Nestern und ihre Bewohnern schauen.

Durch Thüringen geht Grenze bei Verbreitung der Weißstörche

„Das Nachrüsten von gefährlichen Strommasten mit Vogelschutzarmaturen zeigte eine positive Auswirkung auf das Lebensalter der Störche. Aber auch Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Nahrungsbiotope sowie der Bau von günstig gelegenen Nistunterlagen in geeigneten Lebensräumen trugen zur Vermehrung der Störche bei. Daran haben der Nabu und seine ehrenamtlichen aktiven Mitglieder einen großen Anteil“, informiert Klaus Schmidt.

Besondere Weißstorch-Hotspots sind Breitungen und Berka, beide in der Werraaue. 2021 brüteten in Breitungen sieben Paare mit 16 Jungen und in Berka acht Paare mit 17 Jungstörchen. Durch Thüringen geht es Grenze in der Verbreitung der Weißstörche: In Europa nimmt die westliche Population zu und die östliche ab. Thüringen liegt im Grenzbereich zwischen den westwärts ziehenden und der über den Balkan nach Südosten ziehenden Populationen.

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