München/Kassel. Grüne Entdeckungen in der Hauptstadt, das älteste noch betriebene Gefängnis Deutschlands oder der Blick auf Kaiser-Berge: Deutschland bietet viele Wandermöglichkeiten für (ent)spannende Auszeiten.

Einen Tag abschalten von der Hektik des Alltags, in der Natur sein und richtig frische Luft schnappen: Der Herbst, wenn es kühler wird und die Blätter sich bunt färben, ist die perfekte Jahreszeit für einen Wanderausflug.

Und dafür muss es nicht immer in den nächstgelegenen Park oder Wald gehen. Überall im Land verstreut liegen lohnende Wanderwege, die auch aus der Stadt unkompliziert zu erreichen sind. Oft mit Bus und Bahn, so dass das Auto stehen bleiben kann.

Wie wäre es mit einer dieser acht Touren?

1. Mit der Panke ins Zentrum Berlins

Es dauert nur eine runde halbe Stunde, um mit der S-Bahn aus dem Großstadt-Trubel Berlins ins beschauliche Buch zu gelangen. Von hier startet die Tour, die vom nordöstlichen Rand der Hauptstadt bis zum Bundestag führt.

Dabei geht es entlang der kleinen Panke und später der großen Spree, durch viel Grün und vorbei an einstigen Industriebauten, schreibt der Deutsche Wanderverband (Länge: 19,3 Kilometer; Gehzeit: rund 5,5 Stunden).

2. Waldheimer Höhenrundwanderweg in Sachsen

In einem gedachten Dreieck zwischen den sächsischen Großstädten Dresden, Chemnitz und Leipzig liegt Waldheim fast in der Mitte. Die Tour führt um die Kleinstadt im Zschopautal herum, mit Aussichten auf Waldheim, den Fluss und die nahe gelegene Burg Kriebstein.

Die Justizvollzugsanstalt Waldheim ist das älteste noch betriebene Gefängnis Deutschlands - auch vom Waldheimer Höhenwanderweg ist das Gelände zu sehen.
Die Justizvollzugsanstalt Waldheim ist das älteste noch betriebene Gefängnis Deutschlands - auch vom Waldheimer Höhenwanderweg ist das Gelände zu sehen. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Zwei interessante Wegmarken: die JVA Waldheim, die als ältestes noch betriebenes Gefängnis in Deutschland gilt, und der Napoleon-Stein, der den Punkt markiert, an dem 1813 die Truppen des französischen Feldherrn die Zschopau überquert haben sollen (Länge: 11,7 Kilometer; Gehzeit: rund 3 Stunden).

Waldheim liegt im sächsischen Zschopautal, genau zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz.
Waldheim liegt im sächsischen Zschopautal, genau zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz. © Marcel Horschig-Luftbilder LE/Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/dpa-tmn

3. Grüngürtel-Rundwanderweg um Frankfurt am Main

Rund um die Bankenmetropole erstreckt sich diese Tour. Sie ist auf mehrere Einzeletappen verteilt, die sich jeweils problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen.

Es geht durch Wälder, durchs Niddatal und über Streuobstwiesen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf die Skyline Frankfurts. Nach Angaben der Stadt verläuft der Weg über weite Strecken auf naturnahen Wegen, ein Drittel ist asphaltiert (Länge: 68 Kilometer in 9 Einzeletappen; Gehzeit: je rund 2 Stunden).

4. Heideschleife Schwarze Berge bei Hamburg

Rund 45 Minuten sind es laut Wanderverband mit S-Bahn und Bus vom Hamburger Hauptbahnhof nach Ehestorf, wo diese Tour beginnt. Sie führt vorbei am Wildpark Schwarze Berge mit Bären, Luchsen und Wölfen, durch teils dichte Wälder aber auch über Heideflächen.

Rastplatz eines Königs: Am Karlstein soll sich einst Karl der Große ausgeruht haben - auf der Heideschleife Schwarze Berge kommt man dort vorbei.
Rastplatz eines Königs: Am Karlstein soll sich einst Karl der Große ausgeruht haben - auf der Heideschleife Schwarze Berge kommt man dort vorbei. © Frederic Wolf/Lüneburger Heide GmbH/dpa-tmn

Am Karlstein, wo man ebenfalls vorbeikommt, soll einst Frankenkönig Karl der Große nach einer Schlacht geruht haben. Der südlich der Hansestadt gelegene Weg erfordert gute Kondition (Länge: 17 Kilometer; Gehzeit: rund 4,5 Stunden).

Die Heideschleife Schwarze Berge liegt südlich von Hamburg - nur 45 Fahrminuten vom Hauptbahnhof der Hansestadt entfernt.
Die Heideschleife Schwarze Berge liegt südlich von Hamburg - nur 45 Fahrminuten vom Hauptbahnhof der Hansestadt entfernt. © Frederic Wolf/Lüneburger Heide GmbH/dpa-tmn

5. Pingenwanderweg in der Nordeifel

Natur und Bergbau, darum geht es auf dieser Tour. Der Pingenwanderweg trägt seinen Namen wegen der Pingen, das sind ehemalige Erzabbaustätten. Entlang des Weges gibt es eine Reihe von Infotafeln über die einst harte Arbeit in den Pingen.

Die Tour startet in der Gemeinde Kall, rund eine Stunde Zugfahrt vom Kölner Hauptbahnhof entfernt. Der Weg ist eine von 18 Eifelspuren. So werden eine Reihe von Wanderwegen in der Nordeifel genannt (Länge: 11 Kilometer; Gehzeit: rund 3 Stunden).

Der Pingenwanderweg in der Nordeifel verknüpft Natur mit der Bergbaugeschichte - und bietet eine Menge Idylle.
Der Pingenwanderweg in der Nordeifel verknüpft Natur mit der Bergbaugeschichte - und bietet eine Menge Idylle. © Nordeifel Tourismus GmbH/dpa-tmn

6. Eichstätter Panoramaweg in Oberbayern

Idyllisch im Altmühltal liegt Eichstätt. Die kleine Universitätsstadt ist in gut erreichbarer Tagesausflugsdistanz zu mehreren Großstädten: Augsburg, Nürnberg, Regensburg, München und dem besonders nahe gelegenen Ingolstadt.

Die Willibaldsburg ist das Wahrzeichen von Eichstätt.
Die Willibaldsburg ist das Wahrzeichen von Eichstätt. © Dietmar Denger/Tourist-Information Eichstätt/dpa-tmn

Vor Ort lockt der Panoramaweg, der rund um die Stadt führt. Reizvoll daran ist die Mischung aus historischen Bauten und schöner Natur. Start und Ziel ist der Stadtbahnhof im Zentrum (Länge: 11,5 Kilometer; Gehzeit: rund 3 Stunden).

Der Panoramaweg Eichstätt führt einmal rund um die Unistadt in Oberbayern.
Der Panoramaweg Eichstätt führt einmal rund um die Unistadt in Oberbayern. © Dietmar Denger/Tourist-Information Eichstätt/dpa-tmn

7. Neun Ränkles Weg in der Stuttgarter Metropolregion

Auf weichen Waldpfaden führt die Tour auf den Hohbergkopf, mit einem „wunderschönen Blick“ auf die Drei-Kaiser-Berge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen, drei markante Gipfel der Schwäbischen Alb, wie der Wanderverband beschreibt. Der Weg sei ideal für Einsteiger.

Zu bedenken: Vom Bahnhof Plüdershausen aus muss man rund 30 Minuten bis zum Startpunkt des Weges laufen. Stuttgart liegt eine halbe Zugstunde entfernt (Länge: 7,5 Kilometer; Gehzeit: rund 2,5 Stunden).

Entspannt durch den Wald: Der Neun Ränkles Weg bei Stuttgart ist perfekt für Wandereinsteiger.
Entspannt durch den Wald: Der Neun Ränkles Weg bei Stuttgart ist perfekt für Wandereinsteiger. © Heiko Potthoff/RT e.V./dpa-tmn

8. Hochuferweg auf Rügen

Entlang der Steilküste führt diese Tour durch den Nationalpark Jasmund. Es geht durch Buchenwälder, immer wieder öffnet sich der Blick aufs Meer. An ausgewiesenen Stellen sind Abstecher hinab zum Strand möglich. Es geht vorbei am Kreidefelsen Königsstuhl mit der neuen Skywalk-Aussichtsplattform.

Startpunkt ist das Örtchen Lomme am nördlichen Ende des Nationalparks, Ziel ist Sassnitz am südlichen Ende. Größere Städte in Tagesausflugsnähe sind Stralsund, Greifswald und Rostock (Länge: 12 Kilometer; Gehzeit: rund 3 Stunden).

Rügen ist berühmt für seine Kreidefelsen - entlang des Hochuferwegs kommt man ihnen nahe.
Rügen ist berühmt für seine Kreidefelsen - entlang des Hochuferwegs kommt man ihnen nahe. © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Webtipps für die nächste Wandertour

Wer noch mehr Inspiration für eine Wandertour in der Nähe sucht, kann zum Beispiel einen Blick auf die Übersicht der kurzen Qualitätswege auf der Website „Wanderbares-Deutschland.de“ werfen.

Dahinter steckt der Deutsche Wanderverband, der die dort gelisteten Touren zertifiziert hat. Ein Kriterium für die Zertifizierung ist demnach eine gute Bus- oder Bahnanbindung.

Und auch der Deutsche Alpenverein (DAV) bietet Inspiration. Auf dessen Website „Alpenverein.de“ gibt es den Bereich „Stadtnah auf Tour“ mit Tourenvorschlägen rund um Städte und Metropolregionen wie Hamburg, Stuttgart oder das Ruhrgebiet.

Und wer in der Nähe eines Mittelgebirges wohnt, findet vielleicht auf der DAV-Seite unter „Aktiv im Mittelgebirge“ Anregungen für den nächsten Tages-Wanderausflug. (dpa)