Erfurt. Straftaten im Straßenverkehr machen einen Großteil der Verurteilungen aus. Die Zahl der Verurteilungen wegen Drogendelikten ging zurück.

Im vergangenen Jahr standen rund 20.500 Menschen in Thüringen vor Gericht, knapp 16.000 von ihnen wurden rechtskräftig verurteilt. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes von Mittwoch in Erfurt hervor. Die Zahl der wegen einer oder mehrerer Straftaten Verurteilten verringerte sich damit im Vergleich zu 2021 um 6,7 Prozent.

Insgesamt setzte sich nach Angaben der Statistiker damit der seit einigen Jahren anhaltende Trend zu weniger Verurteilungen im Freistaat fort. Allerdings stieg die Zahl verurteilter Menschen, die aus dem Ausland nach Thüringen kamen, weiter an. Ihr Anteil lag nach Angaben des Landesamtes 2022 bei 18,1 Prozent nach 16,7 Prozent im Jahr davor.

Zahl der Verurteilungen wegen Drogendelikten ging zurück

Am häufigsten waren mit einem Anteil von knapp einem Viertel Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr. Der Anteil von Eigentumsdelikten, darunter die Erschleichung von Leistungen, machte gut ein Fünftel aus. Bei 1885 Verurteilungen ging es um Drogendelikte – fast ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor.

Neben Freiheitsstrafen verhängten die Richter Geldstrafen, Strafarrest oder bei Jugendlichen auch Erziehungsmaßregeln. In 661 Fällen wurden die Angeklagten von den Gerichten freigesprochen. In weiteren 3858 Fällen wurden Verfahren eingestellt oder von einer Strafe abgesehen. Gegen 19 Menschen sei eine Maßregel ausgesprochen worden.

Deutlich mehr verurteilte Ausländer

Der Anteil der Verurteilten gemessen an den Anklagen bewegte sich mit knapp 78 Prozent etwa auf dem Niveau des Jahres 2021. Dabei lag die Verurteilungsquote von Jugendlichen mit 44 Prozent und von Heranwachsenden mit 63 Prozent deutlich unter der von Erwachsenen mit fast 81 Prozent.

Nach Angaben des Landesamtes gab es im vergangenen Jahr mit 2902 Menschen so viele verurteilte Ausländer wie noch nie in Thüringen. 2021 waren es 2858 verurteilte Ausländer. Unter ihren seien auch Menschen, die keinen Wohnsitz in Deutschland haben, erklärte das Landesamt. Bei den Zahlen sei zudem zu berücksichtigen, dass die Zahl der in Thüringen lebenden Ausländer in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sei.