Unterstützerkreis für Ulvi K. gibt heute eine Pressekonferenz

Rodacherbrunn/Lichtenberg  Klage gegen Sachverständigen

Nach dem Fund von Skelett-Teilen in einem Wald bei Rodacherbrunn, bei denen es sich nach Behördenangaben um sterbliche Überreste des verschwundenen Mädchens ­handeln soll, suchte die Polizei nach weiteren Beweisstücken.

Nach dem Fund von Skelett-Teilen in einem Wald bei Rodacherbrunn, bei denen es sich nach Behördenangaben um sterbliche Überreste des verschwundenen Mädchens ­handeln soll, suchte die Polizei nach weiteren Beweisstücken.

Foto: Peter Hagen

Ein Unterstützerkreis für Ulvi K., der im Jahr 2004 für den angeblichen Mord an der im Mai 2001 verschwundenen neunjährigen Peggy Knobloch aus Lichtenberg verurteilt worden war, will zivilrechtlich gegen jenen Sachverständigen vorgehen, dessen Gutachten mit zur Verurteilung geführt hatte.

Heute wird der Unterstützerkreis am Nachmittag auf einer Pressekonferenz über die juristischen Schritte informieren und bei einer Podiumsdiskussion auf aktuelle Entwicklungen im Fall Peggy eingehen. Es ist angekündigt, dass „Tatsachen und Fakten offengelegt werden, die seit Jahren der Öffentlichkeit vorenthalten werden“. Dem Unterstützerkreis war es gelungen, ein Wiederaufnahmeverfahren auf den Weg zu bringen, an dessen Ende die Verurteilung von Ulvi K. zu lebenslanger Haft aufgehoben worden war. Das Landgericht Bayreuth ordnete im Januar 2015 zunächst die Fortdauer der Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an, die nach Angaben des Unterstützerkreises durch einen beauftragten Anwalt im Sommer 2015 aufgehoben worden ist. Heute befindet sich Ulvi K. in einer Einrichtung des Betreuten Wohnens.

Das erstellte Gutachten, das bei der unrechtmäßigen Verurteilung von Ulvi K. ausschlaggebend war, habe „inhaltliche, formelle und rechtliche Fehler“, wie Dirk Lauer vom Unterstützerkreis gegenüber OTZ erklärt. Es werde daher auch eine Schadensersatzklage eingereicht mit einer Forderung von 350.000 Euro, die an Ulvi K. ­gehen sollen. Geprüft werde eine Staatshaftungsklage gegen den Freistaat Bayern.

Angekündigt ist, heute Passagen aus einem Tathergangsvideo zu zeigen, das von Beamten der Sonderkommission zur Aufklärung von Peggys Verschwinden gedreht worden war. Zudem würden Lichtenberger Bürger zugegen sein, die am Tattag ­„etwas gesehen hatten, aber nie verhört worden“ seien. „Für den ganzen Humbug ist bis heute niemand zur Rechenschaft gezogen worden“, erklärt Dirk Lauer zu dem Justizskandal.

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