München (dpa/tmn). Bundesweit rücken in dieser Woche Bauern mit ihren Traktoren aus, um zu protestieren und zu blockieren. Was gilt es in dieser Gemengelage für Verkehrsteilnehmer zu beachten?

Protestierende Bauern sind mit ihren Treckern in dieser Woche auf den Straßen unterwegs. Zu ihren Demo-Aktionen zählen unter anderem Blockaden an Autobahnauffahrten und Traktor-Kolonnen. Der übliche Verkehrsfluss ist vielerorts gestört oder kommt teils sogar ganz zum Erliegen. Fragen dazu, was betroffene Autofahrer tun können und was sie besser lassen sollten, beantwortet der ADAC.

Wie erfahre ich, wo Aktionen oder Blockaden geplant sind?

Die aktuell relevanten Verkehrsinfos über die eigene geplante Strecke besorgt man sich vorab am besten etwa ganz klassisch über den Verkehrsfunk im Radio, über Apps oder Navigationssysteme. Auch der Deutsche Bauernverband informiert auf seiner Seite über die Protestwoche, die am 8. Januar begonnen hat. Und auch Verkehrsclubs wie der ADAC halten Sonderseiten im Internet dazu parat.

Wenn möglich, richtet man dann mit den aktuellen Infos die Routenwahl entsprechend aus. „Da Streiks und Blockaden oftmals spontan erfolgen, ist eine hundertprozentig störungsfreie Fahrt nicht sicher“, sagt ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. „Man sollte sich vielmehr auf Wartezeiten einstellen und einen ausreichenden zeitlichen Puffer einplanen.“

Darf ich langsame Trecker-Kolonnen überholen?

Für Kolonnen gilt allgemein: Ja, man darf sie überholen. „Aber nur in einem Rutsch, ohne sie durch Einscheren zu trennen. Das geht fast nur auf Autobahnen oder mehrspurigen Schnellstraßen“, erläutert Katharina Lucà. Sollten die Bauern bei den Protesten als Kolonne unterwegs sein, dann gelte das auch in diesen Fällen.

Bei Traktoren kommt noch hinzu, dass man beim Überholvorgang oft überhaupt keine Möglichkeit zum Einscheren zwischen den Traktoren hat. Das liegt zum einen - wie bei Kolonnen üblich - am geringen Abstand untereinander und zum anderen an der geringen Geschwindigkeit, mit der die Traktoren unterwegs sind.

Immer gilt bei einem Überholvorgang: Diesen nur dann starten, wenn er gefahrlos möglich sind und man die Überholstrecke komplett einsehen kann.

Was sind absolute Tabus?

Man sollte nichts unternehmen, wodurch man sich oder andere gefährdet, so der ADAC. Nach Möglichkeit sollte man Blockaden weiträumig umfahren. Und natürlich gelten weiterhin immer die Regeln der Straßenverkehrsordnung.

So bleibt beispielsweise das Benutzen von Autobahnabfahrten als Auffahrt oder das Wenden auf einer Autobahn verboten wie auch sonst - es sei denn die Polizei ändert die Verkehrsführung.

Wann lohnt sich ein langer Umweg?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. „Wenn ich Termine habe, die nicht zu verschieben sind, dann lohnt sicher auch ein längerer Umweg, um das Ziel zu erreichen“, meint Katharina Lucà. Ansonsten sollte man überlegen, ob Fahrten verschoben werden können. „Wer kann, sollte im Homeoffice arbeiten.“

Auch kann es lohnenswert sein, sich deutlich früher auf den Weg zur Arbeit zu machen oder erst nach dem Berufsverkehr aufzubrechen. „Wer fahren muss, der sollte auf jeden Fall mehr Zeit und Geduld einplanen, um entspannter ans Ziel zu gelangen“, rät Lucà.