„Bürgerinitiative für eine sichere und lebenswerte Stadt Gefell“ sammelt über 2000 Unterschriften

Gefell  Gefeller Bürgerinitiative bedankt sich bei allen, die die am Mittwoch beendete Aktion unterstützt haben

Gestern Vormittag am Kreisverkehr in Schleiz-Heinrichsruh: Aus Richtung Gefell kommend, biegt dieser schwere Lkw in den Kreisel ein. Wie seitens der Bürgerinitiative schon mehrfach betont wurde, müsste die Ideallösung im Sinne der vom Schwerverkehr geplagten Anlieger der L3002 – wenn es sie denn überhaupt gibt – hier am Kreisverkehr beginnen und an der Autobahnanschlussstelle Töpen zur A72 enden. Am Mittwoch um 24 Uhr endete die Unterschriftensammlung für eine Petition an den Thüringer Landtag.

Gestern Vormittag am Kreisverkehr in Schleiz-Heinrichsruh: Aus Richtung Gefell kommend, biegt dieser schwere Lkw in den Kreisel ein. Wie seitens der Bürgerinitiative schon mehrfach betont wurde, müsste die Ideallösung im Sinne der vom Schwerverkehr geplagten Anlieger der L3002 – wenn es sie denn überhaupt gibt – hier am Kreisverkehr beginnen und an der Autobahnanschlussstelle Töpen zur A72 enden. Am Mittwoch um 24 Uhr endete die Unterschriftensammlung für eine Petition an den Thüringer Landtag.

Foto: Uwe Lange

Am 9. Januar um 24 Uhr endete die von der „Bürgerinitiative für eine sichere und lebenswerte Stadt Gefell“ Ende ­November 2018 angeschobene Unterschriftensammlung. Grob zusammengefasst, ging es dabei inhaltlich um Unterstützung der Forderung nach einer Reduzierung des Schwerlastverkehrs auf der Mautausweichstrecke von Töpen nach Schleiz. Minimal galt es 1500 Unterstützer zu gewinnen, um eine Petition an den entsprechenden Ausschuss des Thüringer Landtages in Erfurt richten zu können.

Dieses Ziel wurde weit überboten: Wie unter www.openpetition.de dokumentiert ist, kamen 2436 Stimmen zusammen. Gesammelt wurde in diesen gut sechs Wochen im Internet, aber auch auf konventionelle Art und Weise. „Die Listen lagen teilweise in den Geschäften aus, da wir einige Gewerbetreibende für unser Ansinnen gewinnen konnten. Die Grundschule in Gefell hat mitgemacht und es gab mehrere Firmen, die sich ebenfalls beteiligt haben“, berichtete Nico Jahreis, einer der Sprecher der BI. Ausdrücklich würdigte er, dass schwerpunktmäßig in den Ortsteilen auch Sympathisanten mit Listen von Haustür zu Haustür unterwegs waren, um so besonders ältere Bürger zu erreichen. „Mich haben zum Teil sogar Senioren angerufen und darum gebeten, dass jemand vorbeikommt“, freute sich der Gefeller und bedankte sich bei allen, die einen Beitrag dazu geleistet haben, dass die Aktion so ein toller Erfolg wurde. Gesammelt wurde faktisch zwischen Töpen und Zollgrün – dies ist belegt durch den Fakt, dass 300 Unterschriften nicht aus Thüringen kamen.

Momentan laufen Auswertung und Aufbereitung dieser Ergebnisse. Voraussichtlich Ende Januar möchte man seitens der BI die jetzt durch über 2000 Unterstützer stark gemachte Petition an Landrat Thomas Fügmann sowie die Landtagsabgeordneten Gruhner (beide CDU) und Kalich (Die Linke) übergeben. Parallel dazu gehen die Papiere an den Petitionsausschuss des Landtages. Zudem ist man dran, über Ralf Kalich und Stefan Gruhner einen Termin bei Birgit Keller (Die Linke), Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, zu erwirken. Klar, dass das Resultat dieses ersten Achtungszeichens der Bürgerinitiative auch Bürgermeister Marcel Zapf (VUB) und den Mitgliedern des Stadtrates präsentiert wird. „Von deren Seite erwarten wir zuvor noch eine klare Positionierung – pro oder kontra zum Thema Ortsumgehung. Wir wüssten die Stadtverwaltung gerne an unserer Seite, werden unsere klaren Forderungen aber in jedem Fall konsequent weiter verfolgen“, erklärte Jahreis gestern.

Medial zeigte die Gefeller Bürgerinitiative samt ihres Ansinnens aber auch Flagge außerhalb Thüringens. So lief vergangenen Montag ein kurzer Beitrag in Radio Euroherz/Hof, in dem Norbert Briese und Bernd Hessel Rede und Antwort standen. Thomas Fischer, ebenfalls Mitglied der BI, war Gesprächspartner für einen Redakteur vom Vogtlandradio aus Plauen.

Von Norbert Briese erfuhr unsere Zeitung gestern, dass durch die BI zudem verschiedene Firmen, auch Speditionen, im Oberland kontaktiert wurden. In Erfahrung bringen wollte man deren Beurteilung der Verkehrssituation in den Orten zwischen der Autobahnanschlussstelle zur A72 Töpen und dem Kreisverkehr in Schleiz-Heinrichsruh. „Da hat jetzt die in Töpen ansässige Dennree GmbH Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wir wollen uns in nächster Zeit mit Vertretern des Unternehmens treffen“, blickte Briese voraus.

Nach Bürgermeister und Stadtrat ist es den Mitgliedern der BI ebenso wichtig, betroffene und interessierte Bürger aus dem Oberland über das Geschehen zu informieren. „Das soll im Rathaus im Rahmen einer Einwohnerversammlung passieren, die für Ende Januar, Anfang Februar geplant ist. Uns ist neben dem Informieren auch an einer offenen Diskussion gelegen“, stellte Nico Jahreis im Gespräch mit unserer Zeitung fest.

Als ersten Teilerfolg hatte man noch im vergangenen Jahr die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit beim Passieren des Stadtgebietes von Gefell auf 30 km/h bezeichnet. Aus den zunächst provisorisch positionierten Schildern wurden inzwischen fest installierte.

Diese Festlegung wurde auch mit Unterstützung von Landrat Thomas Fügmann auf den Weg gebracht. Der Bürgermeister hatte in der Presse angekündigt, dass – wenn alle Tafeln ihren festen Platz haben – auch Kontrollen stattfinden sollen. Dies ist inzwischen geschehen, konkret am 21. und am 28. Dezember. Auf Bitte der OTZ ließ Heidi Sonnenschmidt von der Polizei Saalfeld der Presse Ergebnisse dieser zwei „Blitzer-Tage“ in Verantwortung der Technischen Verkehrsüberwachung zukommen.

Demnach passierten am 21.12. in der Kontrollzeit von 14.45 bis 18.30 Uhr 357 Fahrzeuge die Kontrollstelle. Es wurden davon 80 Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit festgestellt. „Sechs von ihnen waren wesentlich zu schnell unterwegs und wurden deshalb mit einer Anzeige bedacht.“ Die anderen 74 Fahrzeugführer mit Geschwindigkeitsverstößen handelten sich ein Verwarngeld ein. Die höchste gemessene Geschwindigkeit wurde bei 63 km/h angegeben.

Am 28. Dezember rollten zwischen 8.45 und 12 Uhr 305 Fahrzeuge am Blitzer vorbei. Es wurden davon 67 Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit festgestellt. Vier von ihnen waren wesentlich zu schnell und erhielten eine Anzeige samt Bußgeld. Für weitere 63 gab es ein Verwarngeld. „Spitze“ bei der Geschwindigkeit an diesem Tag kurz vor Jahresende waren 62 km/h.

Meine Meinung

Zu den Kommentaren