Island

Warum der Klimawandel Vulkane schneller ausbrechen lässt

Oliver Stöwing
| Lesedauer: 2 Minuten
Menschen in Island betrachten Lava, die aus dem Vulkan in der Nähe des Berges Fagradalsfjall fließt.

Menschen in Island betrachten Lava, die aus dem Vulkan in der Nähe des Berges Fagradalsfjall fließt.

Foto: Marco Di Marco / dpa

Berlin.  Der Klimawandel begünstigt Vulkanausbrüche, ergaben neue Forschungen. Umgekehrt können Vulkane den Sommer verhindern. So wie 1816.

Unsere Erde ist ein unruhiges Pflaster. Derzeit ist im kalten die Hölle los. Nach einem sprudelt südwestlich von glutrote Lava aus einer Erdspalte. Von dem flüssigen Gestein stieg unentwegt weißer Rauch auf. Im Süden Japans ist vor wenigen Tagen der Vulkan Sakurajima ausgebrochen.

Der Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’apai am 15. Januar nahe der Pazifikinsel war die größte Explosion auf der Erde in der Neuzeit und zählt zu den stärksten, die jemals beobachtet wurden. Forscher vermuten, dass der Ausbruch den Treibhauseffekt noch verstärken könnten.

Es ist ein möglicher Teufelskreis: Durch den Klimawandel wiederum könnten Vulkanausbrüche noch zunehmen, haben Forscher von der Universität von Miami herausgefunden. Denn währendes an vielen Orten immer heißerund trockener wird, nimmt anderswo der Starkregen zu.

Starkregen macht Boden durchlässiger für Eruptionen

Die Wassermassen weichen die Erde auf. Dadurch können Vulkanhänge und Lavadome – das sind Kuppeln, unter denen sich zähflüssige Lava sammelt – Eruptionen verursachen. Auch Lawinen aus heißem Schlamm und Hangrutschungen werden durch Starkregen begünstigt. Beim Vulkan Kilauea auf hat Starkregen zu steigendem Porendruck im Gestein geführt. Auch das kann laut neuen Erkenntnissen Ausbrüche befördern.

Beispiele für durch Regen begünstigte Ausbrüche gebe es einige, schreiben die Forscher aus Florida im Fachjournal „Royal SocietyOpenScience“. Sie analysierten historische Vulkandaten. Ihr Fazit: „Starkregen kann bei einem von sieben Vulkanen Eruptionen auslösen oder Ausbruchsfolgen verschlimmern.“

Vulkanausbruch in Indonesien verdunkelte den Sommer 1816

Ein Vulkanausbruch kann dann wiederum das Klima beeinflussen. Forscher der Universität Cambridge fordern daher globale Vorkehrungen – ein nationaler Katastrophenschutz sei nicht ausreichend.

Als Folge der Eruption des Vulkans Tambora in Indonesien blieb der Sommer 1816 in Europa bitterkalt und düster. Missernten führten damals zu Hungersnöten. Die Kunst erlebte jedoch eine Blütezeit, etwa die Schauerromantik. Mary Shelleys schrieb am Genfer See ihren Roman . Caspar David Friedrich malte giftiggelbe Sonnenuntergänge und Geheimrat Goethe in Weimar entdeckte die Wolkenwissenschaft.