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Zeitumstellung am 29. März: Was bringt uns die Sommerzeit?

Berlin  In der Nacht zum 29. März wieder die Uhren umgestellt. Warum eigentlich? Und sollte das nicht abgeschafft werden? Fragen und Antworten.

Die Zeitumstellung klaut den Deutschen am 29. März eine Stunde Schlaf. Die Umstellung Sommerzeit bleibt aber nicht nur deswegen umstritten.

Die Zeitumstellung klaut den Deutschen am 29. März eine Stunde Schlaf. Die Umstellung Sommerzeit bleibt aber nicht nur deswegen umstritten.

Foto: Friso Gentsch / dpa

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Bald gibt es wieder lange Abende mit Sonnenlicht: An diesem Sonntag, 29. März 2020, wird die Uhr auf Sommerzeit (Mittel-Europäische-Zeit, MEZ) umgestellt. Am frühen Sonntagmorgen müssen dafür die Uhren in Deutschland von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt werden. Die Normalzeit, oft auch Winterzeit genannt, die seit 27. Oktober 2019 galt, hat damit bis zum Herbst Sommerpause.

In diesem Fall bedeutet das für die Deutschen: eine Stunde weniger Schlaf. Für einen technisch reibungslosen Ablauf der Umstellung ist die Experten der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig. Sie programmieren einen Zeitsender im hessischen Mainflingen, der das Signal zur Umstellung aussendet.

Das Thema Zeitumstellung bleibt Streitthema, emotional aufgeladen. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse, die vor der letzten Zeitumstellung durchgeführt wurde, leiden vor allem Frauen darunter. Demnach können rund zwei Drittel von ihnen nach der Umstellung entweder abends schlechter einschlafen, nachts schlechter durchschlafen oder morgens schwerer aufstehen, wie die Kasse mitteilte.

Bei den Männern waren es nur 42 Prozent. Jede vierte Frau habe zudem angegeben, wegen der verlorenen - oder gewonnenen - Stunde tagsüber gereizt oder müde zu sein. Bei den Männern war es nur jeder sechste. Auch interessant:

Wir erklären, warum umgestellt wird und wann die Zeit vor- oder zurückgestellt wird. Zudem sagen wir, seit wann es die Zeitumstellung gibt und wann sie in Deutschland abgeschafft werden soll. Auch klären wir die Frage, ob Smartphones wie etwa das iPhone sich automatisch umstellen? Und beeinflusst die Zeitumstellung die Einnahme der Pille bei der Frau? Und wie gewöhnt man Haustiere an die Zeitumstellung?

Zeitumstellung: Darum geht es in diesem Artikel:

  • Sollte die Zeitumstellung nicht abgeschafft werden?
  • Wann kommt es zur Zeitumstellung 2020?
  • Zeitumstellung o, März 2020: Wie stelle ich meine Uhr um?
  • Wie lange gibt es die Zeitumstellung?
  • Schadet die Zeitumstellung der Gesundheit?
  • Pille bei der Zeitumstellung - was müssen Frauen beachten?
  • Ist die Zeitumstellung schlecht für Tiere?
  • Stellt sich das Smartphone wie etwa das iPhone automatisch um?
  • Was sind Eselsbrücken für die Zeitumstellung?

Sollte die Zeitumstellung nicht abgeschafft werden?

Die Zeitumstellung sollte in der Europäischen Union längst abgeschafft werden. Millionen Menschen aus 28 EU-Ländern stimmten im Sommer 2018 ab - und 80 Prozent von ihnen votierten gegen das Uhrendrehen. Doch nach vielen Diskussionen wird die Zeitumstellung für den Winter weiter bleiben. Auch 2021 wird die Zeitumstellung nicht abgeschafft.

Ganz im Gegenteil rückt das Aus für die Zeitumstellung in der EU immer weiter in die Ferne: Ein Verfahrensstreit zwischen den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission droht die Reform endgültig zu blockieren. Wie unsere Redaktion erfuhr, sehen Deutschland und eine Reihe andere EU-Staaten vor einer eigenen Festlegung die Kommission in der Pflicht, erst noch eine Folgenabschätzung auszuarbeiten und vorzulegen; darin sollen die Auswirkungen untersucht werden, die ein Ende der Zeitumstellung hätte.

Die EU-Kommission hatte die Reform im September 2018 vorgeschlagen, damals aber auf eine begleitende Analyse verzichtet und diese auch später abgelehnt. Bei der letzten Beratung der zuständigen Rats-Arbeitsgruppe zu dem Thema im Dezember 2019 hätten aber viele Mitgliedstaaten erklärt, dass sie erst dann über ihre Position zu der Reform entscheiden wollten, wenn eine solche Bewertung durch die Kommission vorliege, sagte eine Rats-Sprecherin den FUNKE-Zeitungen. Doch auch die neue EU-Kommission geht auf die Forderung nicht ein. „Der Ball liegt im Spielfeld der Mitgliedstaaten“, hieß es in der Kommission am Freitag auf Anfrage. „Die Entscheidung liegt nun im Rat“. Ein Ende des Stillstands ist nicht in Sicht.

Ob die zuständigen EU-Verkehrsminister dieses Jahr überhaupt einmal über das Thema diskutieren, ist offen. Eine endgültige Entscheidung könnten sie ohnehin nur gemeinsam mit dem EU-Parlament treffen. Weil die Wirtschaft auf Planungsvorlauf besteht, ist ein zuletzt diskutiertes Ende der Zeitumstellung 2021 wohl nicht mehr realisierbar. Die Kommission wollte die Uhren ein letztes Mal im Frühjahr 2019 umstellen lassen.

Wann kommt es zur Zeitumstellung 2020?

Am 29. März 2020 wird die Zeit um 2 Uhr nachts umgestellt. Die Uhren wurden dann um eine Stunde vorgestellt. Die Nacht ist an diesem Datum dann kürzer, man hat also eine Stunde weniger Schlaf. Dafür wird es abends später dunkel. Das richtige Sommergefühl dürfte in den ersten Tagen der Sommerzeit 2020 in Deutschland allerdings noch nicht aufkommen: Es droht ein Kälteeinbruch mit Frost und Schnee.

Zeitumstellung abschaffen: Was ist daraus geworden?

Tatsächlich hatte die EU-Kommission schon 2018 verkündet, dass die Umstellung auf Sommerzeit im März 2019 zum letzten Mal erfolgen soll. Das hatte eine hitzigeDebatte um die Zeitumstellung ausgelöst. Der zentrale Punkt in der Debatte ist die Frage danach, welche Zeit die EU-Mitgliedsstaaten nach der letzten Umstellung behalten: Sommer- oder Winterzeit? Weil es noch keine Einigung gibt, wurde die Abschaffung der Zeitumstellung verschoben. Der zuständige Verkehrsausschuss des EU-Parlaments hat 2021 als Datum empfohlen.

So will es nun auch das EU-Parlament. Das Ende der Zeitumstellung könnte Folgen für Schüler haben: Beginnt die Schule künftig später?

In einer europaweiten Internetumfrage der Kommission hatte sich 2018 die Mehrheit der Befragten EU-Bürger für eine Abschaffung der EU-Zeit ausgesprochen. Auch das Europäische Parlament hatte sich für eine Abschaffung ausgesprochen.

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für die dauerhafte Sommerzeit. Doch es gibt Bedenken: Forscher warnen bereits vor der ewigen Sommerzeit.

Welche Zeit danach gilt, soll jeder EU-Mitgliedsstaat selbst entscheiden. . Der frühere Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies in der Debatte Befürchtungen wegen eines Flickenteppichs durch die Zeitumstellung zurück.

Zeitumstellung – die wichtigsten Fakten:

  • Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt: einmal im Frühjahr und einmal im Herbst
  • Am 29. März wird die Uhr um 2 Uhr nachts auf 3 Uhr vorgestellt
  • Davor wurden die Uhren am 27. Oktober 2019 umgestellt - von 3 Uhr auf 2 Uhr
  • Eigentlich wollte die EU die Zeitumstellung abschaffen - wann, ist aber unklar

Zeitumstellung im März 2020: Wie stelle ich meine Uhr um?

In den meisten Fällen kommt man sowohl bei digitalen als auch bei analogen Uhren nicht drumherum, per Knopfdruck oder durch Drehen am entsprechenden Rädchen die neue Uhrzeit manuell umzustellen. Am einfachsten macht es sich, wer eine Funkuhr hat: Derjenige muss am 29. März einfach nichts machen, die Uhr stellt sich von alleine um. Die Zeit von Funkuhren richtet sich nach den Daten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

  • Hintergrund:

Stellt sich das Smartphone wie etwa das iPhone automatisch um?

In Braunschweig sind vier Atomuhren im Einsatz. Die Caesium-Uhr CS2 liefert seit 1991 die Zeit, die an Funkuhren übermittelt wird. Auch die meisten Handys wie etwa das iPhone müssen nicht auf die Sommerzeit eingestellt werden: Sie holen sich die aktuelle Uhrzeit aus dem Funknetz.

Was ist die "richtige" Zeit? Sommer- oder Winterzeit?

Bevor die Zeitumstellung, wie wir sie kennen, eingeführt wurde, liefen Uhren in Deutschland so, wie sie es nach der Winterzeit tun.

In den 1970er Jahren wurde in Deutschland erstmals auf Sommerzeit umgestellt. Umstritten ist allerdings, ob nach einer Abschaffung der Zeitumstellung die Sommer- oder wieder die Winterzeit zur Standardzeit werden soll.

Neben der Sommer- und Winterzeit gibt es aber auch noch die koordinierte Weltzeit UTC (französisch: Temps universel coordonné). Die deutsche bzw. mitteleuropäische Winterzeit entspricht der Angabe UTC+1.

Warum gibt es die Zeitumstellung?

Die Zeitumstellung auf Sommerzeit in der EU (damals EWG) wurde im Jahr 1976 eingeführt, weil durch die Einführung der Sommerzeit Energie gespart werden sollte. Das Argument: Weil es abends länger hell blieb, musste nicht so viel Energie für elektrisches Licht oder andere Hilfsmittel aufgewendet werden.

Frankreich hatte nach der Ölkrise 1973 die jährliche Umstellung auf Sommerzeit eingeführt – alle anderen Mitglieder der damaligen EG (Europäische Gemeinschaft) hatten sich später angeschlossen. Bis 1981 hatten alle Mitgliedsstaaten die Umstellung praktiziert. Ob tatsächlich Energie gespart wurde, ist umstritten.

Das Umweltbundesamt ist sich sogar sicher: Die Zeitumstellung spart keine Energie. „Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf“, heißt es.

Wie lange gibt es die Zeitumstellung?

Schon der US-amerikanische Wissenschaftler und Politiker Benjamin Franklin hatte 1784 eine Zeitumstellung zur Diskussion gestellt. Auch ihm ging es um Einsparungen beim elektrischen Licht. Die erste Umstellung auf Sommerzeit in den USA gab es im Jahr 1918, die Zeitumstellung in ihrer jetzigen Form gibt es in Deutschland seit 1981.

Seitdem wird am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit umgestellt, am letzten Sonntag im Oktober auf Winterzeit. Im Jahr 1980 gab es eine einmalige Umstellung auf Sommerzeit am 6. April.

Schadet die Zeitumstellung der Gesundheit?

Immer mehr Menschen leiden nach der Zeitumstellung an gesundheitlichen oder psychischen Problemen. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der DAK-Gesundheit von 2019. Demnach hat fast jeder dritte Deutsche (29 Prozent) Beschwerden beim Wechsel zur Winterzeit, was einen Höchststand der vergangenen Jahre bedeute, teilte die Krankenkasse mit. Mehr als drei Viertel der Befragten sind der Meinung, die Zeitumstellung sei überflüssig und sollte abgeschafft werden.

Mehr als drei Viertel der Befragten, die schon einmal Probleme im Zuge der Zeitumstellung hatten, fühlen sich dabei schlapp und müde (77 Prozent). An zweiter Stelle der Beschwerden kommen laut Umfrage mit 65 Prozent Einschlafprobleme und Schlafstörungen, unter denen Frauen mit 70 Prozent besonders häufig leiden. 41 Prozent können sich schlechter konzentrieren, fast ein Drittel fühlt sich gereizt. Jeder Achte leidet gar unter depressiven Verstimmungen. Hierbei sind Männer mit 14 Prozent häufiger betroffen als Frauen (10 Prozent). Mit 18 Prozent kam fast jeder fünfte Erwerbstätige nach der Zeitumstellung schon einmal zu spät zur Arbeit.

Experten vergleichen die Beschränkung beim Schlaf mit falschen Schuhen. er ständig Schuhgröße 40 trägt, aber eigentlich die 42 hat, macht sich die Füße kaputt“, sagt der Chronobiologe Professor Till Roenneberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ähnlich sei es, wenn man ständig die innere Uhr versuche zu täuschen. Er sagt auch: Wer Wecker braucht, hat ein Schlafproblem.

Ist die Zeitumstellung schlecht für Tiere?

Nicht nur Menschen beeinflusst die Zeitumstellung: Auch Wildtiere wie Hirsche und Rehe orientieren sich an ihrem eigenen natürlichen Rhythmus und sind weiterhin hauptsächlich in der Dämmerung unterwegs, teilt der Deutsche Jagdverband (DJV) mit. Auch der ADAC warnt vor der erhöhten Gefahr durch Wild auf den Straßen.

Die Dämmerung fällt nun für mehrere Wochen mit dem Berufsverkehr am Morgen zusammen. Dadurch steigt die Gefahr von Wildunfällen. Vor allem morgens und abends seien die Tiere unterwegs. Schwerpunkte: Landstraßen, Feld- und Waldgebiete. Hier sollten Autofahrer gerade in der Dämmerung besonders aufpassen und langsamer werden.

Befänden sich Tiere auf der Straße, solle versucht werden, diese durch Hupen zu vertreiben, rät der ADAC. Das Aufblenden mit dem Fernlicht bewirke jedoch das Gegenteil. Sei ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollen Autofahrer auf keinen Fall versuchen auszuweichen, da dies die Unfallgefahr weiter erhöhe. Nach einem Wildunfall müsse die Straße abgesichert und die Polizei oder der Jagdpächter informiert werden.

Landesweit wurden im Jahr 2019 insgesamt 191 Wildunfälle mit Personenschäden gezählt, wie das Statistisches Landesamt mitteilte. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen. Zudem seien 36 Personen schwer und 193 leicht verletzt worden.

Auch Haustiere haben mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Gerade Hunde und Katzen sind Gewohnheitstiere und deshalb kann ihr Rhythmus durch die Zeitumstellung schnell durcheinander geraten. Gibt es nach der Zeitumstellung plötzlich eine Stunde später Fressen, dann kann es schnell ungemütlich werden.

„Daher empfehlen wir eine gemächliche Umstellung auf den neuen Rhythmus“, rät Daniela Schneider, Heimtierexpertin der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Am besten fangen Besitzer schon einige Tage vor der eigentlichen Zeitumstellung damit an, die Abläufe für ihr Haustier täglich um 10 bis 15 Minuten zu verschieben.

Pille bei der Zeitumstellung - was müssen Frauen beachten?

Viele Frauen nehmen die Pille zur selben Uhrzeit. Müssen sie nun den Zeitpunkt verändern? Nur bedingt: Bei gestagenhaltigen Minipillen ist der Zeitpunkt sehr wichtig. Aber auch hier können sich Frauen ein wenig Abweichung erlauben. Mehr als 90 Minuten sollten es aber nicht sein. Generell dürften Frauen bei der gewählten Uhrzeit bleiben, nach wenigen Tagen hat der Körper das wieder ausgeglichen.

Was sind Eselsbrücken für die Zeitumstellung?

Es gibt zahlreiche Eselsbrücken, die einem helfen, die Uhr richtig umzustellen. Eine der bekanntesten ist der Vergleich zu Gartenmöbeln. Im Winter stellt man diese zurück ins Haus oder den Keller - zurück wie die Uhr. Im Sommer werden die Möbel dann wieder vor das Haus gestellt – so wie auch die Uhr vorgestellt wird.

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