Altenburger Land. Altenburger Land: So viel investieren die Stadtwerke Schmölln für einen modernen Trinkwasserhochbehälter und die zuverlässige Versorgung der Stadt.

  • Neuer Trinkwasserhochbehälter startet bald.
  • Stadt Schmölln auch für den Havariefall gerüstet.
  • Innovative Maßnahmen zur Wasserversorgung.

Seit November 2022 wird mit dem Bau des neuen Trinkwasserhochbehälters in der Crimmitschauer Straße in Schmölln auf die Umgestaltung der Schmöllner Trinkwasserversorgung hingearbeitet. Künftig soll das heimische Wasser nur noch einen kleinen Anteil an der Schmöllner Trinkwasserversorgung haben. 70 Prozent des Wassers werden damit perspektivisch aus der Talsperre Leibis-Lichte und 30 Prozent aus den eigenen Brunnen kommen.

Vor Jahren war das Verhältnis völlig anders. Da wurden zehn Prozent von außerhalb eingespeist, 90 Prozent kam aus den hiesigen Brunnen. Aufgrund der sehr starken Wasserhärte wurde das geändert, so die Begründung von Severin Kühnast, Geschäftsführer der Schmöllner Stadtwerke.

Neuer Trinkwasserhochbehälter geht im Herbst 2024 in Betrieb

Im Herbst dieses Jahres soll der Trinkwasserhochbehälter in Betrieb gehen. Er ist Teil zwei des insgesamt fünf Projekte umfassenden Planes, berichtet Christoph Beblik von den Stadtwerken Schmölln und zuständig für dieses Projekt. Die bereits fertiggestellten zwei Hochbehälter fassen jeweils 1000 Kubikmeter Wasser. Damit sollen künftig der Ausgleich von Verbrauchsschwankungen, die Abdeckung von Verbrauchsspitzen, die Optimierung der Wasserförderung, Aufbereitung sowie die Sicherung eines stabilen Wasserdrucks in den einzelnen Versorgungszonen erreicht werden. Zudem sei damit auch eine stabile Wasserversorgung im Falle einer Havarie gegeben.

Leitungsneubau vom Schmöllner Kellerberg aus war nötig

Einher mit dem Behälterneubau geht auch ein Leitungsneubau, der bereits 2023 weitestgehend abgeschlossen wurde. Eine Einspeiseleitung vom bestehenden Hochbehälter Kellerberg zum neuen Hochbehälter über etwa 2200 Meter bis zur Crimmitschauer Straße war deshalb erforderlich. Und von diesem neuen Behältnis wird eine Entnahmeleitung von 950 Metern Länge ins Trinkwassernetz der Stadt Schmölln nötig.

Etwa drei Millionen Euro kosten diese Baumaßnahmen. Davon entfallen rund 1,5 Millionen Euro auf den Behälterbau, 1,2 Millionen Euro auf den Leitungsbau und rund 300.000 Euro sind für die Steuerungstechnik veranschlagt. Außerdem soll eine Begrünung der beiden Hochbehälter erfolgen. 1,24 Millionen Euro gab es bislang Fördermittel vom Land Thüringen.

Während die Firma Krause & Co. Hoch-, Tief- und Anlagenbau aus dem erzgebirgischen Neukirchen den Zuschlag unter vier an der Ausschreibung beteiligten Firmen erhielt, war das beim Leitungsbau die Firma Gerth Straßen- und Tiefbau aus Schmölln. Hier bewarben sich sechs Firmen. Für die Mess-, Steuer- und Regeltechnik ist die Firma Reichelt aus Nobitz zuständig. Hier gab es laut der Stadtwerke drei Bewerber.

Erste Kammer wurde mit dem Schlauch befüllt

Der Rohbau der Hochbehälter war bereits Ende 2023 abgeschlossen. Beide Wasserkammern waren betoniert und der Rohbau für das Bedienhaus fertiggestellt. Die Dichtheitsproben für die Behälterkammern sind mittlerweile auch erfolgt. Um das Wassernetz der Stadt nicht überzustrapazieren, wurde mit einem Schlauch über eine Woche lang die erste Kammer gefüllt und danach in die zweite Kammer umgepumpt, berichtet Christoph Beblik. Auch die Anschüttungen an den Behältern sind weit fortgeschritten.

Aktuell liege man etwas über dem Zeitplan. Ursachen dafür waren technologische Abstimmungen zwischen Planern, dem Ingenieurbüro Ip² IngenieurPlanung GmbH und Planungsbüro für Elektroanlagen Michael Feiler Altenburg und dem Auftragnehmer. Außerdem sorgte das Wetter zu Beginn des Jahres 2023 für Verzug. So musste das Baugelände infolge massiver Durchfeuchtung aufwendiger befestigt werden als geplant.

Anschüttungen erfolgen derzeit an dem neuen Trinkwasserhochbehälter in der Crimmitschauer Straße in Schmölln
Anschüttungen erfolgen derzeit an dem neuen Trinkwasserhochbehälter in der Crimmitschauer Straße in Schmölln © Funke Medien Thüringen | Ulrike Grötsch

Nicht zu vergessen sind die aktuellen Bauarbeiten an der Landesstraße. Dadurch kann die Baustelle an manchen Tagen nicht betreten werden. Momentan stehen der Einbau der Steuerungstechnik, der Einbau der Lüftung, die Fertigstellung der Fassade des Bedienhauses und die Fertigstellung der Außenanlagen noch aus. Erst wenn das Bedienhaus mit den Steuerungselementen bestückt ist, können die Anschlüsse der Leitungen an den Hochbehälter erfolgen. Fertiggestellt ist auch ein Druckminderungsschacht im Bereich der Lohsen.

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Hier müssen die Steuerungstechnik eingebaut und die benutzten Flächen wiederhergestellt werden. Wenn der Umbau des Hochbehälters am Schmöllner Kellerberg erfolgt ist, werden die erforderlichen Druckproben und die erforderlichen Hygienemaßnahmen am neuen Trinkwasserhochbehälter in der Crimmitschauer Straße erfolgen, hieß es.

Fernwasser macht weitere Arbeiten in Schmölln nötig

Weitere Teilprojekte im Zuge der Umstellung auf mehr Fernleitungstrinkwasser sind der Umbau des Hochbehälters am Kellerberg und Netzanpassungen, der Neubau einer Druckerhöhungsstation und die Sanierung der drei dann noch verbleibenden Trinkwasserbrunnen für die weitere Einspeisung. Drei der dann nicht mehr benötigten Brunnen von insgesamt sechs sollen als Reserve, als sogenannte Notbrunnen vorgehalten werden. Für all diese Maßnahmen wurden insgesamt 5 Millionen Euro veranschlagt. Davon sollen 2,5 Millionen an Fördermitteln fließen. Zugrunde liegt ein prognostizierter Wasserbedarf im Jahr 2035 für Schmölln mit etwas mehr als 3000 Kubikmeter Wasser pro Tag und einem Fernwasseranteil von etwa 2200 Kubikmeter pro Tag.

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