Altenburger Land. Drastischer Sparkurs in diesem Jahr: In welchen Bereichen die Gemeinde Ponitz im Altenburger Land Geld streichen muss.

  • Ponitz sichert Haushaltsplan vor Kommunalwahl.
  • Straßenbau in Ponitz: Fortschritte und Pläne.
  • Welche Großprojekte in diesem Jahr gestemmt werden müssen.

Noch in der alten Legislaturperiode hat der Gemeinderat Ponitz den Haushaltsplan 2024 für die Gemeinde verabschiedet. Nicht, ohne den Rotstift anzusetzen, wie der alte und am 26. Mai wiedergewählte Bürgermeister Marcel Greunke (CDU) zugibt.

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Das Gesamtvolumen des Etats umfasst 6,3 Millionen Euro: davon entfallen 3,6 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt, 2,7 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Auf der Einnahmenseite sind unter anderem 1,3 Millionen Euro an Gewerbesteuern angesetzt. Allerdings: „Wenn da etwas wegbricht, haben wir ein Problem“, verdeutlicht der Bürgermeister.

Ursprünglich geplantes Budget für Gemeinde Ponitz musste gehörig Federn lassen

Um für die Gemeinde Ponitz den finanziellen Fahrplan abzustecken, musste jede einzelne Haushaltsposition geprüft werden. Denn es galt, knapp 300.000 Euro locker zu machen, weil Kreis- und Schulumlage gestiegen sind. Deshalb wurde im Gemeindebudget gestrichen: Beispielsweise beim Zuschuss für den Winterdienst, der von 12.000 Euro auf 6000 Euro schrumpfte. Auch das Budget für Instandhaltungen ließ ordentlich Federn. Von den 50.000 Euro, die ursprünglich für Straßensanierungen im Gemeindegebiet veranschlagt waren, blieben zum Schluss noch 15.000 Euro übrig.

80 Katastrophenschützer aus Dem Altenburger Land  sind am 23. Juli 2021 ins Flutkatastrophengebiet nach Rheinland-Pfalz gestartet. Mit dabei ist auch der Ponitzer Bürgermeister Marcel Greunke (CDU)

„Wir rechnen mit 1,3 Millionen Euro an Gewerbesteuer-Einnahmen. Wenn da etwas wegbricht, haben wir allerdings ein Problem.“ “

Marcel Greunke, Bürgermeister Ponitz (CDU)

Ursache für diese drastischen Maßnahmen ist die laut Greunke massiv gestiegene Kreisumlage, die die Gemeinde Ponitz an die Kreisverwaltung entrichten muss. In diesem Jahr sind das 794.000 Euro und damit 200.000 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. Die Schulumlage für die Gemeinde bewegt sich bei 160.000 Euro und liegt damit um 20.000 höher als noch 2023. Im Gegenzug bekommt die Kommune in diesem Jahr keine Schlüsselzuweisungen vom Land Thüringen, im vergangenen Jahr überwies Erfurt noch 75.000 Euro nach Ponitz. „2024 müssen wir ohne dieses Geld aus kommen“, bilanziert das Gemeindeoberhaupt.

Gemeinde Ponitz stemmt trotzdem Großbaustellen in diesem Jahr

„Wir sind trotzdem froh, dass wir den Haushaltsplan noch vor der Kommunalwahl in trockene Tücher bringen konnten“, sagt Greunke rückblickend. Er freut sich auch, dass die Gemeinde 108.000 Euro dem Vermögenshaushalt zuführen konnte, die Kredittilgung sei gesichert.

Blick in die Ponitzer Bahnhofstraße.
Blick in die Ponitzer Bahnhofstraße. © Funke Medien Thüringen | Jana Borath

Große Maßnahmen stemmt die Kommune in diesem Jahr ebenfalls. Dazu gehört die Fortführung der grundhaften Sanierung der Bahnhofstraße im Ort, die 2024 fertig werden soll. Bis Juli soll der erste Teilabschnitt bis zur Bahnbrücke fertig werden. „Dann springen wir rüber auf die andere Straßenseite, parallel dazu beginnt die Bahn AG mit den Brückenarbeiten“, blickt Greunke schon mal voraus. Neben der Bahn AG ist außerdem der Zweckverband Altenburger Land (ZAL) involviert, der seinerseits in diesem Bereich den Kanalbau in Ponitz vorantreibt.

Auch der grundhafte Ausbau der Gößnitzer Straße - hier läuft der zweite Bauabschnitt auf der Landesstraße 1354- soll in diesem Jahr beendet werden. Die Gemeinde Ponitz sitzt auch bei diesem Projekt mit im Boot. Sie baut in den Nebenstraßen. Die weiteren Beteiligten sind der Freistaat, zuständig für die Landesstraße, sowie der ZAL für die Erneuerung von Trink- und Abwasserkanälen. Im Juli soll der Verkehr auf der Ortsdurchfahrt wieder rollen, die Gemeinde selbst will bis Jahresende in den Nebenstraßen fertig werden.

Großer Sprung in Richtung Anschluss ans zentrale Klärwerk

„Wenn wir mit diesen beiden Sachen fertig sind, machen wir einen großen Sprung in Richtung Anschluss ans zentrale Klärwerk“, freut sich Greunke. „Wir nähern uns dann nämlich einem Anschlussgrad von 50 Prozent, und das ist ein echter Erfolg.“ All das sei Aufwertung für den gesamten Ort. „Aber ich muss auch zugeben: Die Leute hier sind langsam etwas baumüde und sehnen sich nach dem Ende der Maßnahmen“, so Greunke.

Radweg zwischen Ponitz und Guteborn wird dringend gebraucht

Was die Zukunft angeht, setzt die Gemeinde auch schon einige Prioritäten in ihrem Finanzplan. So steht die Vorbereitung für den Bau eines Radweges zwischen Ponitz und Guteborn ganz oben auf der Liste. Der Grund: In der Altenburger Straße Guteborn arbeiten inzwischen rund 400 Leute, nicht wenige von ihnen nutzen das Rad für ihren täglichen Arbeitsweg. „Aus unserer Sicht ist ein Radweg sehr wichtig, die viel befahrene Altenburger Straße ist für Radfahrer fast schon lebensgefährlich“, begründet Marcel Greunke das Drängen auf den Fahrradweg. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau der Kreuzung am Gemeindeamt in Ponitz, zumal dies die Voraussetzung für den weiteren Kanalbau in Meeraner und Crimmitschauer Straße sei.

Zum größten Teil erledigt ist dagegen die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED in der gesamten Gemeinde. 95 Prozent seien umgerüstet, die wenigen offenen Stellen, die es in dieser Hinsicht noch gibt, kommen im nächsten Jahr an die Reihe.

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