Altenburger Land. So bereitet sich das Altenburger Land auf Starkniederschläge und Überschwemmungen vor: Was Einwohner jetzt wissen müssen.

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Mit Blick auf Regenradar und Wetterprognose rüstet sich das Altenburger Land fürs Hochwasser. Wie das Landratsamt in Altenburg mitteilt, hat der Deutsche Wetterdienst die Kreisbehörde vor der bedrohlichen Wetterlage am Donnerstag gewarnt. Weil die Situation hohes Unwetterpotenzial berge, wie es heißt, und zwar ab Freitag, 31. Mai, über das Wochenende bis Sonntag.

In der Meldung des Deutschen Wetterdienstes heißt es: „Mit einem vom östlichen Alpenhauptkamm nach Polen ziehendem Tief tritt von Freitag bis Sonntag ergiebiger, extrem ergiebiger und teils gewittriger Dauerregen wechselnder Intensität auf.“ Für das Altenburger Land prognostizieren die Meteorologen Niederschlagsmengen zwischen 50 und 120 I/qm, lokal können bis zu 150 I/qm in etwa 48 Stunden niedergehen.

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Landkreis Altenburger Land ist alarmiert

Alle Feuerwehren des Landkreises Altenburger Land seien über die Lage informiert und in Alarmbereitschaft, informiert Landrat Uwe Melzer (CDU) am Donnerstagmorgen. „Der Bereich Brand- und Katastrophenschutz der Kreisverwaltung beobachtet die Lage sehr genau, wird im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen einleiten und falls erforderlich den Katastrophenschutzstab einberufen. Ich hoffe, dass wir im Altenburger Land glimpflich davonkommen“, so Melzer. Die Kreisbehörde empfiehlt den Einwohnern des Altenburger Landes, die Wetterlage zu beobachten und bei Bedarf Kontakt zu ihrer Gemeindeverwaltung aufzunehmen – nach Informationen der Kreisverwaltung treffen erste Städte und Gemeinden Vorsorge. So in der Stadt Schmölln, wo man am Donnerstagvormittag schon mitten drin steckte, sich für mögliche Überschwemmungen zu rüsten.

Schmöllner Feuerwehren rüsten sich für mögliche Überschwemmungen

„Sand wird ran gefahren, die Sandsackfüllmaschine ist geordert“, so Schmöllns Stadtbrandmeister Mirko Kolz auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Maschine wird auf dem Bauhofgelände ab Freitag deponiert sein. Bis Freitagnachmittag laufen zudem konkrete Absprachen mit allen Feuerwehren der Stadt und in den Ortsteilen und speziell mit jenen, die entlang der Sprotte in Aktion treten müssen. Dazu gehören in erster Linie die Feuerwehren in Großstöbnitz, Zschernitzsch, Schmölln, und Untschen.

Mirko Kolz, Stadtbrandmeister Schmölln

„Wenn die Leute Hilfe brauche, sollen sie sich direkt an ihre Feuerwehren vor Ort wenden.“

Mirko Kolz, Stadtbrandmeister von Schmölln

Außerdem wurden bereits Absprachen mit hiesigen Firmen getroffen, um Technik zu ordern, um im Ernstfall Nachschub für die Sandsackbefüllung heranschaffen zu können. Wie viele Sandsäcke im Notfall benötigt werden ab Freitag, kann Kolz nicht sagen. Aber er sieht die Stadt Schmölln gut vorbereitet. „Wir haben etwa 50.000 Stück da“, informiert er. Bis Freitagnachmittag soll die Bevölkerung auch informiert werden - unter anderem über die sozialen Netzwerke -, wohin sie sich im Ernstfall wenden sollen, wenn sie Hilfe oder beispielsweise Sandsäcke benötigen. „Nicht an die Leitstelle“, appelliert der Schmöllner Stadtbrandmeister, „sondern an die zuständige Feuerwehr vor Ort.“

Die Gerätehäuser werden auf jeden Fall besetzt sein. Mit personellem Engpass rechnet Mirko Kolz nicht. Da das Unwetter für das Wochenende droht, seien die Feuerwehren auch personell 100-prozentig einsatzfähig. Bis zum Freitagabend sollen die Abstimmungen der Feuerwehren in Schmölln und seinen Ortsteilen abgeschlossen sein.

Großbaustelle in Gößnitz wird hochwasserfest gemacht

Auch in der Stadt Gößnitz laufen die Vorbereitungen auf das regenreiche Wochenende auf Hochtouren. Mit den Feuerwehren im Umland habe man bereits Kontakt aufgenommen, so Ortsbrandmeister René Toll auf Nachfrage dieser Zeitung. Am Donnerstagnachmittag steht zudem eine Begehung gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Bahn an, die aktuell auf ihrer Großbaustelle im Stadtgebiet zu Gange ist.

„Wir müssen dafür sorgen, dass auf dieser Großbaustelle keine Hindernisse herumstehen, die ein mögliches Hochwasser wegschwemmen könnte“, erläutert er. Alles, was lose sei, müsse weggeräumt werden. Noch am Donnerstag wurde zudem die Überprüfung der Sand- und Sandsacklager angeordnet, um Material möglicherweise nachzuordern, damit im Ernstfall gefüllte Sandsäcke an die Einwohner ausgegeben werden können.

René Toll, Ortsbrandmeister der Stadt Gößnitz.

„Ab Hochwasserwarnstufe I gehen wir in Alarmbereitschaft.“

René Toll, Gößnitzer Ortsbrandmeister

Nach den Erfahrungen aus der Jahrhundertflut am ersten Juni-Wochenende vor elf Jahren steht auch fest, dass mit Hochwasser-Warnstufe I die Gößnitzer Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzt werde, so der Ortsbrandmeister weiter. Zwei Drittel der aktiven Wehr sei vor Ort, die Einsatzfähigkeit sei also gegeben am kommenden Wochenende. Geklärt sei zudem die Verpflegung der Einsatzkräfte, sollte es zu einem größeren, länger dauernden Einsatz kommen. „Wir haben mit Firmen Absprachen getroffen, denn wir können ja nichts vorhalten oder kühl lagern für so einen Fall.“

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FSV Gößnitz räumt Garagen und Hütten

Blick auf das Vereinsheim des FSV Gößnitz. Nach der Flutkatastrophe 2013 wurde sie hochwassersicher wieder aufgebaut.
Blick auf das Vereinsheim des FSV Gößnitz. Nach der Flutkatastrophe 2013 wurde sie hochwassersicher wieder aufgebaut. © Katja Grieser | Katja Grieser

In engem Kontakt stehen seit Donnerstag die Sportler des FSV Gößnitz mit der Feuerwehr. Der FSV hat seinen Sitz direkt an der Pleiße in Gößnitz und verlor bei der Hochwasserkatastrophe am ersten Juni-Wochenende 2013 alles. Ein auf Hochwasser ausgerichteter Kunstrasenplatz sowie ein Sportlerheim auf Stelzen wurden seitdem als Ersatz errichtet. „Aktuell sind wir also dabei, Garagen und Hütten zu räumen und alles nach oben ins Haus zu tragen“, so FSV-Chef Lutz Goerke. Und falls die Netze, die das gesamte Sportgelände umgeben, hochgefahren werden müssen, so stünde bereits eine größere Gruppe von Leuten bereit. Die Netze sind speziell für Hochwassersituationen konzipiert. Sie lassen sich am Boden lösen und nach oben ziehen. „Wir machen das nicht zum ersten Mal“, fügt Lutz Goerke hinzu.

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Mit der Deutschen Bahn, die direkt am Sportgelände aktuell unter anderem mit Brückenbauarbeiten beschäftigt ist, wurde am Donnerstag ebenfalls verhandelt. Ein errichteter Staudamm muss nun mit einem Abfluss versehen werden. Ob das Heimspiel des FSV Gößnitz am Samstag abgesagt wird, soll bis zum Spieltag noch entschieden werden.

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