Altenburger Land. Drohendes Hochwasser und Überschwemmungen im Altenburger Land: Feuerwehren am Wochenende in Einsatzbereitschaft. Entwarnung am späten Sonntagvormittag.

  • Feuerwehren melden ruhige Lage am gesamten Wochenende.
  • Pegelstände an Sprotte und Pleiße am Sonntag wieder normal.
  • Deutscher Wetterdienst gibt Entwarnung.

Seit Donnerstag warnte der Deutsche Wetterdienst für weite Teile Deutschlands bis nach Ostthüringen vor Unwetter, Starkregen, Starkgewitter, Überflutungen und Hochwassern. Zum Glück: nichts davon ist im Altenburger Land eingetreten. Das hätte auch anders kommen können, wie ein Blick nach Ronneburg, Gera oder andere Teile Thüringens sowie in den Süden Deutschlands zeigt.

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Gut war auch, dass die meisten Einwohner im Altenburger Land die Wetterwarnungen ernst genommen hatten. Öffentliche Veranstaltungen wie das Kinder- und Vereinsfest in Schmölln, das Drachenbootfestival auf dem Haselbacher See und manch andere Vergnügung wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt - und wären sowieso ins Wasser gefallen. Denn geregnet hat es am Samstag trotzdem sehr ergiebig im Altenburger Land.

3000 Sandsäcke in Gößnitz ausgegeben

In Gößnitz beispielsweise versetzten die Unwetterwarnungen, die tatsächlichen Gewitter und der niedergehende Starkregen nicht wenige Einwohner in Angst, zumal die Erinnerungen dort an die Hochwasserflut vor genau elf Jahren mit all ihren verheerenden Schäden nach wie vor sehr lebendig sind in der Stadt. Im Feuerwehrgerätehaus der Pleißestadt wurden wohl auch deshalb bis zum Samstagmittag rund 3000 gefüllte Sandsäcke vorsorglich ausgegeben. „Wir haben schon gemerkt, dass die Leute sehr vorsichtig sind. Ich kann das verstehen“, bilanziert Ortsbrandmeister René Toll im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Feuerwehr Gößnitz hatte bis Samstagmittag schon rund 3000 gefüllte Sandsäcke an die Einwohner der Stadt ausgegeben.
Die Feuerwehr Gößnitz hatte bis Samstagmittag schon rund 3000 gefüllte Sandsäcke an die Einwohner der Stadt ausgegeben. © Marcel Hilbert | Marcel Hilbert

Vorsorglich gefüllt hatten die Gößnitzer Kameraden weitere 2000 Sandsäcke, auf die sie im Ernstfall jederzeit hätten zurückgreifen können. Insgesamt 17.000 Sandsäcke stehen in Gößnitz aktuell zur Verfügung. Vor Ort einsatzbereit sind zudem zwei Boote. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG ist laut Toll auch die Großbaustelle entlang der Bahngleise in der Pleißestadt gesichert worden. Das geschah bereits am Freitag. Ebenfalls an diesem Tag wurden gemeinsam mit den Fußballern des FSV Gößnitz die Hochwassernetze an der Sportstätte Am Wehrrasen direkt am Pleißelauf hochgezogen.

Ruhiger Bereitschaftsdienst in Schmölln

Auch in der Nachbarstadt Schmölln waren die Kameradinnen und Kameraden vorbereitet. Die Sandsackfüllmaschine stand bereit, Füllmaterial war geordert, rund 50.000 Sandsäcke haben die Schmöllner auf Lager. Einige davon wurden gefüllt an Einwohner ausgegeben. „Aber das war wirklich überschaubar“, so Stadtbrandmeister Mirko Kolz. Beispielsweise weil eine Familie am Samstag in den Urlaub aufbrechen und ihr Zuhause wenigstens ein wenig für einen möglichen Ernstfall schützen wollte. Bis auf einen Einsatz am Samstagabend in Bohra, wo Wasser in ein Haus gelaufen war, blieb es für die Schmöllner Feuerwehr und jene in den Ortsteilen ruhig. Am frühen Abend hatten die Großstöbnitzer vorsorglich das Sprottewehr im Ort gezogen, der Pegel von 175 Zentimeter für den Meldebeginn eines möglichen Hochwassers war da aber noch nicht erreicht.

Am Sonntag dann war der Spuk überstanden: um 10.37 Uhr hatte der Deutsche Wetterdienst all seine Warnungen für den Kreis Altenburger Land aufgehoben. Auch die Pegelstände von Pleiße in Gößnitz und Sprotte in Großstöbnitz waren wieder auf Normalmaß gesunken.

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