Altenburger Land. Altenburger Land: Von Abriss bis Umnutzung - Altenburger Brüderkirche steht vor Veränderungen, um Gemeinschaft und Vielfalt zu fördern.

  • Vernetzung und Angebote: Zukunft der Altenburger Brüderkirche.
  • Neue Wege für ein lebendiges und relevantes Quartier.
  • Stadtplaner Stefan Heinig teilt Einblicke in die Umgestaltung von Kirchen in Leipzig.

In der Reihe „Wie verändert sich Kirche“, stand jetzt in der Brüderkirche in Altenburg die Frage nach der sozialen Reichweite und der Freiwilligkeit im Raum. Pfarrer Frank Hiddemann von der Ökumenischen Akademie Gera/Altenburg hatte dazu Gäste eingeladen.

So legte Stadtplaner Stefan Heinig seine Erfahrungen dar, die er in Leipzig bei der Umstrukturierung zweier Kirchen in den Ortsteilen Lindenau und Plagwitz gesammelt hat.

Dort hatte man sich für den Erhalt des maroderen Gebäudes entschieden, weil es in zentraler Lage stand. Dort, wo keine Kirche mehr stattfindet, müsse man sich auch von Gebäuden trennen, so seine Intentionen. Er legte dar, wie eine der zwei Kirchen umgemodelt und die andere an das Berufsbildungswerk abgegeben wurde. Kirche und andere Interessensgemeinschaften nutzen nach dem Umbau das Haus sowohl als Gotteshaus als auch für andere Interessen.

Die Menschen vor Ort mit einbeziehen

Vor allem sei das Umfeld mit einzubeziehen, will man Veränderungen, riet der Planer. Ihre Ideen und Vorstellungen beleben das Gotteshaus, das nun multifunktional ist und aus dem Wohnumfeld die Menschen anzieht. Allerdings benötige man neben dem Geld einen langen Atem. 15 Jahre habe es vom Umbau bis zur Eröffnung gedauert, berichtet er. Mittlerweile koordiniert ein Stadtteilmanager dort die Aktivitäten. Man müsse auch die Wünsche der Nichtchristen für die Nutzung akzeptieren, riet er. Freiwilligkeit sei vonnöten, damit die Ideen auch lange mit Leben erfüllt werden.

Das sind die Pläne für die Altenburger Brüderkirche

Ein gutes Beispiel, denn Pfarrer Sandro Vogler von der Brüderkirche schwebt Ähnliches vor. Kein Kirchenumbau. Aber hinter der Kirche soll der Hofsalon, der sich bereits etabliert hat, ein anderes Gesicht bekommen. Die Garagen sollen weg, Sichtachsen und kurze Wege, gleich über die Straße, sollen entstehen und einiges mehr. Nebenan die Music Hall, gegenüber der Spielepark. Eine ideale Ausgangslage fürs Miteinander.

Verschiedene Wünsche treffen aufeinander

Man trifft sich seit geraumer Zeit auf dem eher unansehnlichen Hof zu verschiedenen Veranstaltungen. Nicht nur die Jugend ist hier ständig zu Gast. Etwa 80 Prozent kommen aus dem Wohnumfeld, so Sandro Vogler. Wie und was auf dem Gelände durchgeführt werden soll, da gibt es einiges. Es treffen so viele Wünsche aufeinander. Aber gerade diese Vielfalt müsse genutzt werden. Man müsse aber nicht beleidigt sein, riet Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, wenn das eine Angebot besser laufe als ein anderes. Ob nun Angebote mit Glaubenshintergrund oder völlig andere – entscheidend sei doch die Gemeinsamkeit, dass Kirchenraum genutzt werde. Dass das so ist, darüber müsse man sich in den Kirchgemeinden klarwerden.

Wandel statt Abriss in Altenburg

Denn Tatsache ist: Die Kirchgemeinden werden immer kleiner, die Zahl ungenutzter Kirchen wächst. Also müssen andere Nutzungsarten fester Bestandteil werden, will man hier und da den Abriss vermeiden. Als man sich das Areal dann anschaute, gab es in puncto Abriss von Kirchen durchaus verschiedene Ansichten. Einige plädierten für Abriss, dort, wo kein Gemeindeleben mehr stattfindet, andere für Umnutzung. Eine Teilnehmerin meinte, man hänge zu sehr an den Bauwerken. Vor Jahrhunderten wurden schon Klöster geschliffen und Kirchen abgerissen. Nur heute sei man so nostalgisch und wolle alles erhalten.

Ein heiß diskutiertes Thema

Die verschiedenen Ansichten prallen derzeit in Kirchenkreisen hart aufeinander. Man muss und wird Wege finden, zumal sich immer mehr Nichtchristen dafür einsetzten, die für die Dörfer und Städte prägenden Gebäude zu erhalten. Aber dafür braucht es eben alle und von Ort zu Ort machbare Ideen. In Altenburg sollte der Umbau auf dem Hof auch dank des Miteinanders seitens der Stadt schon gelingen. Denn es ist ein idealer Ort, um Gemeinsamkeit zu genießen, zumal sie dort schon gelebt wird.

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