Altenburger Land. Neuer Kriterienkatalog definiert geeignete und auszuschließende Flächen für Photovoltaik-Anlagen im Altenburger Land. Landkreis ist damit Vorreiter in ganz Thüringen.

  • Landratsamt fördert Bodenschutz mit Kriterienkatalog.
  • Katalog als Orientierungshilfe für Städte und Gemeinden im Altenburger Land.
  • Diese Flächen sollen bevorzugt werden für Photovoltaik-Anlagen.

Das Landratsamt Altenburger Land startet jetzt die „Initiative Bodenschutz“. Die Kreisbehörde gibt als Orientierungshilfe einen Kriterienkatalog für geeignete Photovoltaik-Flächen heraus. Ankündigt worden war der im Dezember 2023, jetzt liegt das erarbeitete Papier vor.

Keine Solaranlagen auf hochwertigen Äckern im Altenburger Land

Fest steht, dass im Altenburger Land künftig keine Solaranlagen auf hochwertigen Äckern installiert werden sollen. Der Kriterienkatalog ist dahingehend Unterstützung für Kommunen im Altenburger Land bei der Entscheidung, welche Flächen in der Gemeinde für die Photovoltaik-Nutzung ausgewiesen werden.

Diese Flächen sollen bevorzugt werden für Photovoltaik im Altenburger Land

Landrat Uwe Melzer (CDU): „Der Landkreis unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien und ich sehe gerade für Photovoltaik-Anlagen noch viel Potenzial in unserer Region. Geeignete Flächen sind für mich aber versiegelte Flächen, Altlastenflächen, Dächer und bergbaulich bereits veränderte Gebiete. Äußerst kritisch sehe ich Anträge, wo 100 Hektar und mehr hochwertige Ackerböden zur Photovoltaik-Nutzung herangezogen werden sollen:“

Bei Gesprächen mit Bürgern, Landwirten und insbesondere mit den Kommunen, die letztlich durch ihre Planungshoheit die Entscheidung für oder gegen eine Photovoltaikanlage zu treffen haben, hatte Melzer in den zurückliegenden Monaten deutlich wahrgenommen, dass Planungen für solche großflächigen Anlagen auf hochwertigem Ackerboden auf viel berechtigten Protest stoßen.

Ausschlussflächen klar definiert

„Das stellt unsere Kommunen vor einen schwierigen Abwägungsprozess bezüglich der Flächenauswahl und vieler Interessen vor Ort“, so Melzer. Um diesen Prozess zu befrieden und ein Stück weit zu versachlichen, hatte Uwe Melzer den Bereich Kreisplanung des Landratsamtes Ende des vergangenen Jahres damit beauftragt, in enger Zusammenarbeit mit der Umweltverwaltung des Landratsamtes und den Kommunen für den gesamten Landkreis ein Photovoltaik-Standortkonzept zu erarbeiten.

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Dieser Kriterienkatalog ist nun fertig und wurde den Gemeinden jüngst zur Verfügung gestellt. Er definiert Ausschlussflächen und Gunstflächen sowie Flächen mit einem Abwägungs- und Prüferfordernis für Photovoltaik-Freiflächenanlagen (PV-FFA). Alle Flächen wurden nach raumordnerischen, bauplanungsrechtlichen und natur- und umweltrechtlichen Kriterien festgelegt. Durch die fest definierten Ausschluss- und Gunstflächen können diese Flächen einfach identifiziert werden.

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Augenmerk liegt generell auf Bodenschutz im Altenburger Land

Eine Herausforderung werden möglicherweise die Flächen mit Prüferfordernis sein, jedoch enthält der Kriterienkatalog auch hier Ausführungen zu den Kriterien, wonach es der Gemeinde leichter fallen könnte, um eine Entscheidung für die Flächen zu finden. Generell ist das Augenmerk bei dem Kriterienkatalog auf den Bodenschutz gelegt, denn durch das thüringische Bewertungssystem für den Boden sind Böden klassifiziert. Dieses Bewertungssystem wird bei dem Kriterienkatalog angewendet.

So werden (sehr) hochwertige Böden als Ausschlussflächen definiert. Dagegen sind Böden mit geringer und sehr geringer Bewertung für PV-FFA geeignet. Dies ist nur ein Aspekt, der durch den Kriterienkatalog beleuchtet und bewertet wird. Der Kriterienkatalog umfasst über 30 vorgegebene Kriterien, jedoch kann sich jede Gemeinde individuelle - sogenannte städtebauliche - Kriterien geben, zum Beispiel Mindestabstände zu Wohnbebauungen. 

Altenburger Land ist Vorreiter in ganz Thüringen

In ganz Thüringen ist es der erste Kriterienkatalog für PV-FFA, den ein Landkreis erarbeitet und seinen kreisangehörigen Gemeinden zur Verfügung gestellt hat. Des Weiteren wurde der Katalog mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt abgestimmt, sodass die Gemeinde auch eine Planungssicherheit hinsichtlich der Anwendung der Kriterien hat und nicht befürchten muss, dass die angewendeten Kriterien durch Behörden infrage gestellt beziehungsweise abgelehnt werden. Mithilfe des Kriterienkatalogs kann jede Gemeinde ein PV-FFA-Standortkonzept erstellen. Somit hat die Gemeinde eine gute Ausgangsposition, um mit Investoren ins Gespräch zu kommen und die Errichtung von PV-FFA zu steuern, heißt es abschließend aus der Kreisbehörde.

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