Altenburger Land. Volkshochschule Altenburger Land kämpft mit Lehrermangel und hoher Nachfrage für Integrationskurse. Das sind die Gründe.

  • Deutschkurse im Altenburger Land stark nachgefragt.
  • Lehrermangel erschwert schnelle Kursangebote.
  • Wie bewältigt die Volkshochschule Altenburger Land den Ansturm?

Gute Deutschkenntnisse sind entscheidend für die Integration und beruflichen Erfolg. Auch im Altenburger Land. Allerdings müssen sich alle Fremdsprachler, die im Altenburger Land die deutsche Sprache erlernen möchten, mit großer Geduld wappnen.

Die Volkshochschule Altenburger Land ist der größte Anbieter der dafür nötigen Kurse – und ihre Deutsch- und Integrationskurse extrem überlaufen.

Volkshochschule Altenburger Land verweist auf Juni 2025

Laut der Leiterin der Volkshochschule Altenburger Land, Gudrun Pfeiffer, wartet man auf die Teilnahme an einem solchen Kurs aktuell ein Jahr. „Wir verweisen auf Juni 2025“, sagt sie. Und zwar rund 250 Frauen und Männer, die einen Deutschkurs an ihrem Haus belegen wollen.

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Die Menschen sind zwischen 18 und 55 Jahre alt, die meisten kommen aus der Ukraine, aus Syrien, Afghanistan, Iran und natürlich aus EU-Ländern. Hier vor allem aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien. Während die einen vor Krieg und Terror ins Altenburger Land geflüchtet sind, kommen die anderen der Arbeit wegen hier her, überwiegend in Billiglohn-Bereichen sind sie im Altenburger Land tätig.

Geschehen und Nachfrage weder planbar noch zu regulieren

„Wartezeiten wie die aktuellen haben wir früher so nicht gekannt“, sagt Gudrun Pfeiffer. Die jetzige Situation habe eindeutig etwas mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu tun. „Und wir haben momentan das Gefühl, dass es mehr wird, dass mehr Leute Schutz suchen bei uns.“ Das Geschehen und damit auch die Nachfrage nach Deutschkursen an der Volkshochschule Altenburger Land sei weder planbar noch in irgendeiner Form zu regulieren.

„Mit Blick auf den Lehrkräftemangel müsste schon gezaubert werden. Davon abgesehen, müssen alle Kriege in dieser Welt sofort beendet werden. “

Gudrun Pfeiffer, Leiterin der Volkshochschule Altenburger Land

Acht Deutschkurse laufen aktuell parallel an der Volkshochschule Altenburger Land, jetzt kommt noch ein weiterer dazu. Der neue Kurs richtet sich an alle, deren Aufenthalt in Deutschland noch nicht ganz geklärt ist. Herzstück des Angebotes ist indes der Integrationskurs. In dem lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Deutsch mit dem Ziel, ihren Alltag in der neuen Sprache schriftlich und mündlich meistern zu können. Ziel des Kurses auf B1-Niveau sei, sich für einen beruflichen Weg entscheiden zu können, sich ein soziales Umfeld aufzubauen. Der B2-Kurs ist wichtig für alle, die in Gesundheits- und Sozialberufen tätig sein wollen und wo Sprache ein wichtiges Werkzeug sei, wie Gudrun Pfeiffer umreißt. „Auch Ärzte brauchen mindestens B2 und entsprechende Fachsprachen-Kenntnisse“, verdeutlicht die Leiterin der Volkshochschule Altenburger Land.

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Lehrermangel und hohe Anforderungen erschweren Situation

Neun Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Deutschkenntnisse an der Volkshochschule Altenburger Land. Zwei von ihnen sind festangestellt, alle anderen sind Freiberufler. Das Kursangebot und die Zahl der Pädagogen zu erhöhen, um die lange Wartezeit zu verkürzen, ist laut Pfeiffer so einfach nicht. Zum einen steht die Volkshochschule in Konkurrenz mit allen anderen Bildungseinrichtungen. „Der Lehrermangel macht um uns keinen Bogen“, fasst sie zusammen. Zum anderen sei es nicht so einfach, Lehrer für die Kurstätigkeit an der Volkshochschule zu rekrutieren. Das System sei ein sehr komplexes, die Anforderungen sowohl an die Lehrkräfte als auch an den Bildungsträger enorm. „Wir als Träger müssen beispielsweise eine Zulassung über langes Bewerbungsverfahren erreichen. Jede Lehrkraft braucht wiederum eine fachliche und pädagogische Zulassung. Zuständig für all das ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.“ Oftmals seien zudem Zusatzqualifikationen für die pädagogisch methodische Vermittlung einer Fremdsprache erforderlich. Diese zu erlangen, könne bis zu einem Jahr dauern.

Was aus ihrer Sicht nötig ist, um die Situation speziell mit Blick auf die lange Wartezeit für Deutschkurse an ihrem Haus zu entspannt? „Mit Blick auf den Lehrkräftemangel müsste da schon gezaubert werden“, gibt Gudrun Pfeiffer unumwunden zu. „Und davon abgesehen“, so fügt sie an, „müssen alle Kriege in dieser Welt sofort beendet werden.“

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