Gera. Wort zum Sonntag von Ines Jahn–Werner, Diakonin und Leiterin Fachbereich Migration und Integration Diako Thüringen

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ (Psalm 23,6)

Das Leben schenkt uns Stunden, Tage und manchmal auch Wochen, an denen wir lieber im Bett bleiben möchten. Die uns fordern und manchmal auch den Mut und die Hoffnung verlieren lassen. Kennen Sie diese Zeiten? Haben Sie ein Ritual, Losung oder Mantra für derartige Momente?

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Uns Christen wird nachgesagt, dass wir uns dann auf unser Vertrauen in Gott, der uns aus dieser Situation herausholt, verlassen. Aber auch wenn man sich bewusst entschieden hat, sein Leben mit Gott zu gestalten, ist es auch für mich schwer, in schweren Zeiten auf Gott zu vertrauen. Auch ich brauche dann Hilfe, dass ich das Gottvertrauen habe. Seit meiner Zeit als Vorkonfirmandin begleitet mich der Psalm 23 und fasziniert mich seitdem.

Als 14-jährige habe ich die Verse noch stupide ohne die theologische Bedeutung auswendig gelernt, um diese zur Konfirmation fehlerfrei zu beten. Mit zunehmendem Alter haben die Worte an Sinn und Aussage gewonnen. Das Bild des guten Hirten, auf der grünen Weide mit seiner Schafherde, prägen als Kern des Leitbildes der Diako Thüringen meine Arbeit in dieser. Mittlerweile sind einzelne Psalmverse mein Mantra in herausfordernden Zeiten geworden, geben mir ein Gefühl von Sicherheit und Zuversicht und erinnern mich an meine Kindheit auf dem Dorf und hinterlassen dabei Geborgenheit. Ich weiß, dass ich auch als Christin keine Garantie dafür bekomme, dass mir nie etwas Schlimmes geschieht, aber ich rechne mit der Zusage, dass Gott immer bei mir ist. Er öffnet mir das Herz für die Menschen und Momente, die mich im Leben noch erwarten. So eine Losung oder Mantra kann uns erden und ein Kompass sein, der uns durch stürmische Zeiten führt.