Jena. Kindermedizin-Experte Till Milde übernimmt im Juni in Jena und bringt Innovation und Empathie ins Team.

  • Ziel: Intensivere Forschung und internationale Netzwerke aufbauen.
  • Solidaritätsstärkung mit Familie, Ärzten und sozialen Partnern.
  • Milde will sich in die lokale Szene einbringen.

„Ich begreife es als Teil meiner Aufgabe, nicht nur die Kinder und Jugendlichen bestmöglich zu versorgen, sondern die gesamte Familie im Blick zu haben.“ Mit diesem Leitsatz tritt Till Milde ab dem 1. Juni seine Stelle als Lehrstuhlinhaber der Pädiatrie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena an. Zugleich wird er die Funktion des Direktors der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Jena (UKJ) bekleiden. Milde, der in seiner bisherigen Karriere vom Umgang mit den jüngsten Patienten bis hin zur Spezialisierung auf Hirntumoren bei Kindern bereits ein breites Spektrum pädiatrischer Erfahrungen sammeln konnte, sieht seine neue Aufgabe nicht nur in der medizinischen Versorgung, sondern auch in der umfassenden Betreuung betroffener Familien.

Wissen in Göttingen, New York und Heidelberg vertieft

Der renommierte Spezialist und Vater zweier Kinder wurde in Freiburg geboren, studierte und promovierte in Lübeck und vertiefte sein medizinisches Wissen in Göttingen, New York und zuletzt Heidelberg, wo er als Oberarzt tätig war. Professor Milde gilt als Experte für die komplexe Welt kindlicher Hirntumoren. Hier faszinieren ihn besonders die rasanten Fortschritte der molekularen Diagnostik. Milde blickt stolz auf die Pionierarbeit seiner Heidelberger Forschungsgruppe „Translationale Hirntumormodelle“, die nicht nur neue Wege in der Behandlung ebnete, sondern auch entscheidende Erkenntnisse für die klinische Praxis schnell umsetzbar machte.

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Zwei Biologen bringt der neue Klinikchef mit

In Jena möchte der passionierte Mediziner diesen Vorstoß, der den Übergang von der Forschung in die klinische Anwendung beschreibt, auf eine neue Ebene heben. Dazu gehört auch die Schaffung eines „Programms für Molekulare Pädiatrische Onkologie“, für das er zwei Biologen aus Heidelberg mit nach Thüringen bringt. Milde sieht darin einen Schlüssel für frühe klinische Studien im Mitteldeutschen Krebszentrum und betont die Notwendigkeit, globale Netzwerke zu etablieren, um wissenschaftliche Fragen schneller zu klären und so Patienten zügiger helfen zu können.

Milde will sich in die lokale Szene einbringen

Doch Milde plant nicht nur den Ausbau internationaler Forschungsverbünde. Er möchte ebenfalls die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachbereichen wie Kinderchirurgie, Kinderradiologie und Neurochirurgie intensivieren. Sein Engagement geht aber über medizinische Fachkreise hinaus. Als Familienvater und Teil der Gemeinschaft möchte er sich in die lokale Szene einbringen. So will er für die vielen sozialen Partner, die die Kinderklinik unterstützen, seien es die Kinderhilfestiftung Jena, die Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena oder das „Ronald McDonald Haus“, sichtbarer und verlässlicher Partner sein.

Der Wechsel bringt nicht nur für Milde, sondern auch für seine Familie Umstellungen mit sich. Doch vereint in der Überzeugung, das Wohl junger Patienten als oberste Priorität zu setzen, sieht er optimistisch in die Zukunft.