Jena. Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Jena treten Amtsinhaber Thomas Nitzsche (FDP) und Kathleen Lützkendorf (Grüne) gegeneinander an. Alle Entwicklungen im Liveticker.

  • Thomas Nitzsche (FDP) hat die OB-Wahl gewonnen.
  • Auch in mehreren Ortsteilen der Stadt gab es Stichwahlen.
  • Und am 9. Juni fanden zugleich Europawahlen in Jena statt.
  • Das sind die Ergebnisse.

23.50 Uhr: Wir beenden für heute den Liveticker

... und danken für das Interesse!

23.36 Uhr: Das vorläufige Ergebnis der Jenaer OB-Wahl ist da!

Alle 137 Stimmbezirke sind ausgezählt. Der alte Jenaer OB ist auch der Neue. Thomas Nitzsche schafft 61,6 Prozent der Stimmen, vor sechs Jahren holte er gegen Albrecht Schröter (SPD) in der Stichwahl 63,3 Prozent. Kathleen Lützkendorf erzielte 38,4 Prozent. Die Herausforderin von den Grünen signalisierte bereits, in der neuen Stadtspitze mitarbeiten zu wollen.

Die Wahlbeteiligung betrug 63,1 Prozent. Zum Vergleich: Bei der OB-Stichwahl 2018 waren es nur 46,7 Prozent.

23.35 Uhr: Bastian Stein gewinnt in Wenigenjena

Der neue Ortsteilbürgermeister von Wenigenjena heißt Bastian Stein (CDU). Er setzte sich mit 58,1 Prozent gegen Margret Franz von den Grünen durch.

23.22 Uhr: Mehr als 2000 ungültige Stimmen bei der OB-Wahl

Auffällig ist bei der OB-Stichwahl eine hohe Zahl ungültiger Stimmen von etwa vier Prozent. Vor der Wahl gab es Diskussionen im Netz, auf diese Weise Unzufriedenheit mit den Kandidaten auszudrücken. Bei der OB-Stichwahl von 2018 lag die Zahl ungültig gemachter Stimmzettel mit 295 deutlich unter einem Prozent.

22.50 Uhr: Jetzt ist nur noch ein Stimmbezirk der Jenaer OB-Wahl nicht ausgezählt.

Thomas Nitzsche hat jetzt 61,5 Prozent.

22.45 Uhr: Bei der OB-Wahl gewinnt Lützkendorf weitere Zehntel Prozent

Nach Auszählung eines weiteren Stimmbezirkes (jetzt 130 von 137) steht Kathleen Lützkendorf nun bei 38,8 Prozent.

22.40 Uhr: Blumentritt gewinnt deutlich gegen Freuer

Amtsinhaber Volker Blumentritt (SPD) bleibt Ortsbürgermeister von Neulobeda. Mit 63,8 Prozent der Stimmen lag er mit großem Abstand vor Herausforderer Konstantin Freuer (CDU).

OB-Kandidat Thomas Nitzsche und Nord-Ortsbürgermeister-Kandidat Christoph Vietze auf Tuchfühlung im Straßenwahlkampf.
OB-Kandidat Thomas Nitzsche und Nord-Ortsbürgermeister-Kandidat Christoph Vietze auf Tuchfühlung im Straßenwahlkampf. © Funkemedien | Thomas Beier

22.27 Uhr: Deutlicher SPD-Erfolg im Jenaer Norden

Amtsinhaber Christoph Vietze gewinnt die Wahl zum Ortsbürgermeister in Jena-Nord mit 4603 Stimmen (71 Prozent). Gegenkandidat Felix Osterloh (Linke) kommt auf 1880 Stimmen (29 Prozent).

22.24 Uhr: Grüne holt den Sieg in Jena-Süd

Christina Prothmann (Grüne) holt mit 54 Prozent der Stimmen den Sieg in Jena-Süd. Beate Jonscher (Linke) hatte das Nachsehen.

22.22 Uhr: Ortsbürgermeister für Jena-West steht fest

Christoph Nonnast (Grüne) hat die Stichwahl in Jena-West gewonnen. Er setzte sich mit 52 Prozent der Stimmen gegen Jens Thomas (Linke) durch.

22.20 Uhr: Ergebnisse fehlen noch von acht Stimmbezirken

Bei der Oberbürgermeister-Wahl sind bislang 129 von 137 Stimmbezirken ausgezählt. Thomas Nitzsche sammelte 28.560 Stimmen (61,4 Prozent), Kathleen Lützkendorf 17.942 (38,6 Prozent).

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22.00 Uhr: FDP-Landeschef sieht sich durch Jena-Wahl bestärkt

Die Diskrepanz bei der FDP zwischen Europawahl-Ergebnis und Oberbürgermeister-Wahl ist riesig. Thomas L. Kemmerich, Vorsitzender der FDP im Thüringer Landtag, nimmt lieber zur Wahl in Jena Stellung: „Die FDP Thüringen kann Wahlen gewinnen. Von Jena geht ein starkes Signal aus. Nichts macht erfolgreicher als Erfolg. Die Menschen wählen keine Menschen, die die Welt wahlweise schön oder schlecht reden. Sie wählen Menschen, denen sie zutrauen, all die Herausforderungen unserer Tage erfolgreich anzupacken. Jetzt werden wir mit Blick auf die Landtagswahlen erst recht die Ärmel hochkrempeln“, sagt Kemmerich. „Damit unser Freistaat in den zentralen Politikfeldern wieder vorankommt, braucht es den politischen Wechsel – ohne extreme Parteien und ohne die übergriffigen Grünen.“

21.42 Uhr: Europawahl-Ergebnis für Jena steht fest

Bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 Prozent hat die CDU die meisten Stimmen bei der Europawahl in Jena geholt (16 Prozent). Die Grünen auf Platz 2 erreichen wie die AfD 14,4 Prozent, haben aber unterm Strich zehn Stimmen mehr. Es folgen das BSW mit 13,2 Prozent, die SPD mit 10,4 Prozent und die Linke mit 9,9 Prozent. Volt kommt auf 6,3 Prozent, die FDP auf 3,9 Prozent. Die Partei vereint 3,5 Prozent der Stimmen auf sich. Die geringste Stimmenzahl sammelte die Sozialistische Gleichheitspartei (8).

21.26 Uhr: So reagieren die Kandidaten auf das bisherige Ergebnis

Oberbürgermeister Thomas Nitzsche wertete in einer ersten Stellungnahme das Ergebnis als Zustimmung zum Wachstumskurs: „Ich freue mich, meine Arbeit die nächsten sechs Jahre fortsetzen zu können.“

Pressekonferenz im Rathaus: Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf geben ihre Einschätzung ab. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht alle Stimmbezirke ausgezählt.
Pressekonferenz im Rathaus: Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf geben ihre Einschätzung ab. Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht alle Stimmbezirke ausgezählt. © FMG | Thomas Beier

Kathleen Lützkendorf sprach von einem historisch gutem Ergebnis für ihre Partei. Sie dankte für den sehr fairen Wahlkampf und kündigte ihre Bereitschaft an, in der Jenaer Stadtspitze mitzuwirken.

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21.17 Uhr: 8828 Stimmen Vorsprung für Amtsinhaber

Die zweite Amtszeit als Oberbürgermeister ist für Thomas Nitzsche so gut wie sicher. 111 von 137 Stimmbezirke sind nun ausgezählt. Der Amtsinhaber kommt auf 22.750 Stimmen und hat damit 8828 Stimmen Vorsprung auf Kathleen Lützkendorf.

21.05 Uhr: Positionstausch bei der Europawahl in Jena

Bei der Europawahl hat es einen Positionstausch gegeben. Die Grünen erobern mit 14,5 Prozent den zweiten Platz, die AfD fällt mit 14,4 Prozent auf den dritten Platz zurück. Es führt weiter die CDU mit 15,8 Prozent. (132 von 137 Wahlbezirken)

20.52 Uhr: Stabiler Trend bei OB-Wahl

102 von 137 Stimmbezirken sind bei der Oberbürgermeister-Wahl ausgezählt: Amtsinhaber Thomas Nitzsche (FDP) wird das Rennen für sich entscheiden. Er hat bislang 62,8 Prozent der Stimmen, Kathleen Lützkendorf (Grüne) kommt auf 37,2 Prozent.

20.43 Uhr: Auszählungen bei Ortsbürgermeister-Wahlen laufen noch

In sechs Ortsteilen haben die Bürgerinnen und Bürger am Sonntag in der Stichwahl die Chance gehabt, ihren neuen Ortsbürgermeister zu bestimmen: Jena-Nord, Jena-Süd, Jena-West, Jena-Zentrum, Neulobeda und Wenigenjena. Die Auszählungen laufen noch.

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20.38 Uhr: Neuer Zwischenstand bei Oberbürgermeister-Wahl

Bei der Auszählung kommen nun die Grünen-Hochburgen dran. Kathleen Lützkendorf kann leicht aufholen, steht bei 37,4 Prozent. Oberbürgermeister Thomas Nitzsche hat aber bereits 7601 Stimmen Vorsprung. 96 von 137 Stimmbezirken sind ausgezählt.

20.32 Uhr: Grüne kämpfen um Platz 2 in Jena

Noch zwölf Stimmbezirke müssen bei der Europawahl ausgezählt werden. Die CDU liegt mit 15,6 Prozent in Führung. Es folgt die AfD mit 14,7 Prozent, die aber ihren Vorsprung auf die Grünen (14,5 Prozent) weiter einbüßt. Das BSW steht bei 13,2 Prozent. Es folgen die SPD (10,2 Prozent), Linke (10,0 Prozent) und Volt (6,4 Prozent). Die Oberbürgermeister-Partei FDP kommt auf schlappe 3,9 Prozent und liegt nur knapp vor der Partei (3,6 Prozent). Die Sozialistische Gleichheitspartei hat mit acht Stimmen bislang die wenigsten in Jena eingefahren.

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20.25 Uhr: Nitzsche behauptet seinen Vorsprung

Herausforderin Kathleen Lützkendorf hat soeben die Marke von 10.000 Stimmen übersprungen. Jedoch liegt sie damit 7421 Stimmen hinter dem Amtsinhaber Thomas Nitzsche.

Blick zu den Nachbarn:

20.17 Uhr: Bei Europawahl führt CDU vor AfD und Grünen

120 Stimmbezirke sind ausgezählt. CDU kommt auf 15,8 Prozent, AfD auf 15 Prozent, Grüne auf 14,3 Prozent. Das BSW schafft auf Anhieb 13,3 Prozent.

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20.15 Uhr: Nitzsche weiter klar in Front

63,7 Prozent zu 36,3 Prozent: Oberbürgermeister Thomas Nitzsche liegt weiter in Führung. Bislang sind 85 Wahllokale ausgezählt. Allerdings haben die Hochburgen von Kathleen Lützkendorf im Zentrum noch nicht gemeldet.

Amtsinhaber Thomas Nitzsche (links) bei der Wahlparty zur Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters in Jena.
Amtsinhaber Thomas Nitzsche (links) bei der Wahlparty zur Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters in Jena. © Jürgen Scheere

20.05 Uhr: Deutlicher Vorsprung für Amtsinhaber

Nach 81 von 137 ausgezählten Stimmbezirken kann Oberbürgermeister Thomas Nitzsche den Sekt kaltstellen. Er hat bislang 15.454 Stimmen geholt und damit fast doppelt so viele wie seine Herausforderin Kathleen Lützkendorf (8727 Stimmen).

OB-Kandidatin Kathleen Lützkendorf (rechts) bei einer Wahlparty nach der Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters in Jena.
OB-Kandidatin Kathleen Lützkendorf (rechts) bei einer Wahlparty nach der Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters in Jena. © Jürgen Scheere

20.03 Uhr: Bei Europawahl ein Führungswechsel in Jena

Bei der Europawahl hat in Jena nach 117 von 137 ausgezählten Wahlbezirken die CDU die Führung übernommen. Sie kommt bislang auf 15,6 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD (15,3 Prozent), Grünen (14,3 Prozent), BSW (13,2 Prozent) sowie SPD und Linke (je 10 Prozent).

20.00 Uhr: Ein großer Sprung bei den ausgezählten Stimmbezirken

Aber Kathleen Lützkendorf kann nach 75 von 137 Stimmbezirken den Abstand in Prozent nicht verringern.

19.48 Uhr: In den Urnenwahllokalen bisher 39 Prozent Wahlbeteiligung in Jena

Die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl ist bisher eher gering. 39 Prozent aus den Urnenwahllokalen wurden gemeldet. Thomas Nitzsche liegt weiterhin mit gut 4000 Stimmen vorn.

19.30 Uhr: Auf den Plätzen 4 bis 7 bei der EU-Wahl: Grüne vor der Linken und der SPD

Die Grünen stehen bisher bei 13 Prozent, dahinter Linke und SPD mit jeweils 9,7 Prozent. 88 von 137 Jenaer EU-Wahllokalen sind ausgezählt. Volt kommt auf 6 Prozent.

19.15 Uhr: Leutra ist bisher Kathleen Lützkendorfs bester Stadteil

In Leutra gewinnt Kathleen Lützkendorf knapp 36 Prozent der Stimmen. Thomas Nitzsches bester Stadtteil ist Closewitz mit 93 Prozent. Immer noch fehlen die großen Orsteile.

Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf sind in der Stichwahl. Nach 30 von 137 Stimmbezirken liegt der Amtsinhaber vorn.
Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf sind in der Stichwahl. Nach 30 von 137 Stimmbezirken liegt der Amtsinhaber vorn. © Funkemedien | Archiv

19.10 Uhr: 63 von 137 Wahlbezirken bei der EU-Wahl ausgezählt

Die AfD liegt mit 18,8 Prozent weiter vorn, es folgen CDU (15,9 %) und BSW (13,4 %).

19.05 Uhr: Kathleen Lützkendorf kann aufholen

Nach acht weiteren Stimmbezirken kann sich Kathleen Lützkendorf (Grüne) verbessern. Sie steht nun bei knapp 30 Prozent. Gelaufen ist die Wahl damit aber noch nicht.

19.01 Uhr: Thomas Nitzsche geht in Führung

Nach 10 von 137 ausgezählten Stimmbezirken der OB-Wahl geht Amtsinhaber Thomas Nitszche (FDP) in Führung. 75 Prozent stimmten für ihn.

18.51 Uhr: Die ersten Ergebnisse von der EU-Wahl

Die ersten 17 von 137 Wahlbezirken sind in Jena ausgezählt. Es handelt sich um kleinere Wahlbezirke mit zunächst 4255 abgegebenen Stimmen: Die AfD liegt mit 21,2 Prozent vor der CDU (16,2 Prozent) und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 14,5 Prozent). 

18.43 Uhr: Wie kommen eigentlich die Ergebnisse in die Zentrale?

Diese werden per Telefon durchgegeben. Dies geschieht telefonisch und gesichert: Der Wahlvorstand meldet sich mit einer PIN als Datenübermittler an. Kleine Herausforderung: Durchkommen muss man am Telefon natürlich auch!

Die Auszählung läuft. Wie hier im Wahlbezirk 7 (Am Anger) geht es zuerst mit der Europawahl los.
Die Auszählung läuft. Wie hier im Wahlbezirk 7 (Am Anger) geht es zuerst mit der Europawahl los. © Funkemedien | Thomas Beier

18.00 Uhr: Die Wahllokale haben geschlossen

Jetzt beginnt in Jena die Auszählung. Zunächst müssen die Stimmen der Europawahl gezählt werden. Deswegen könnte es etwas dauern mit ersten Ergebnissen.

Eine der Wahlurnen wird geleert im Verwaltungsgebäude am Anger.
Eine der Wahlurnen wird geleert im Verwaltungsgebäude am Anger. © Funkemedien | Thomas Beier

17.00 Uhr: Die letzte Stunde beginnt

In den Wahllokalen hat der Endspurt bekommen. Es bleibt weiterhin eher ruhig. Viele Menschen reihen sich lieber in die Schlange am Eislokal ein.

Schöner Service an heißen Tagen: In der Wahlzentrale am Engelplatz konnten Wähler Sprudelwasser zapfen.
Schöner Service an heißen Tagen: In der Wahlzentrale am Engelplatz konnten Wähler Sprudelwasser zapfen. © Funkemedien | Thomas Beier

15.45 Uhr: Im Briefwahlzentrum beginnen die Vorbereitungen

Kreiswahlleiter Matthias Bettenhäuser berichtet von einem ruhigen Wahltag ohne besondere Vorkommnisse. Am Nachmittag ist er im Briefwahlzentrum, um dort die Vorbereitungen für die um 18 Uhr beginnende Auszählung zu verfolgen. Eine Kiste mit Briefwahl-Stimmzetteln stellte die Post am Sonntag zu.

15.15 Uhr: FDP-Amtsinhaber nach 1. Platz nicht siegesgewiss

Amtsinhaber Thomas Nitzsche (FDP) geht nach seinem 1. Platz als Favorit in die Stichwahl. Warum er trotzdem nicht siegesgewiss ist.

15.00 Uhr Als Wahlhefer arbeiten ist in Familie am schönsten

Gutes Team: Natali Lehnert arbeitet in Wahllokal 25 gemeinsam mit Großvater Reinhard Buttler als Wahlhelfer.
Gutes Team: Natali Lehnert arbeitet in Wahllokal 25 gemeinsam mit Großvater Reinhard Buttler als Wahlhelfer. © Funkemedien | Thomas Beier

14.50 Uhr: CDU gewann Stadtratswahl

Bei der Stadtratswahl vor zwei Wochen war übrigens die CDU stärkste Kraft geworden. Es folgten Linke und Grüne. Der OB-Kandidat der CDU, Stephan Wydra, schaffte es dennoch nicht in die Stichwahl.

Weitere Nachrichten aus Jena:

14.05 Uhr: Befragung zur Europawahl für das ZDF in Göschwitz

Am Wahllokal in Jena-Göschwitz werden Wähler für das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen nach der Abstimmung zur Europawahl befragt.

Ruhiger Nachmittag im Wahllokal 34. Hier gab es mehr Wahlkabinen als vor zwei Wochen. Es waren diesmal fünf und eine weitere stand in Bereitschaft.
Ruhiger Nachmittag im Wahllokal 34. Hier gab es mehr Wahlkabinen als vor zwei Wochen. Es waren diesmal fünf und eine weitere stand in Bereitschaft. © Funkemedien | Thomas Beier

13.50 Uhr: Mehr Wahlkabinen auch in Jena-Nord

Zügig gewählt werden kann im Wahllokal 34 im Begegnungszentrum Closewitzer Straße. Die Zahl der Wahlkabinen wurde hier noch mal erhöht. Wer noch nicht im Betrieb ist, ist der neue Aufzug zur Begegnungsstätte, zwölf Stufen sind daher angesagt.

Am Wahllokal in Jena-Göschwitz wurden Wähler für das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen nach der Abstimmung zur Europawahl befragt.
Am Wahllokal in Jena-Göschwitz wurden Wähler für das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen nach der Abstimmung zur Europawahl befragt. © Funke Medien Thüringen | Katja Dörn

13.45 Uhr: Die OB-Kandidaten im Porträt

Was würde Amtsinhaber in seiner zweiten Amtszeit umsetzen wollen, was seine Herausforderin anders machen? Die Antworten gibt es in unseren Porträts über Thomas Nitzsche (FDP) und Kathleen Lützkendorf (Grüne).

13.20 Uhr: Stichwahlen auch in Ortsteilen

In sechs Ortsteilen von Jena gibt es Stichwahlen um das Ortsteilbürgermeisteramt. In Wenigenjena treten Bastian Stein (CDU/40,4 Prozent im ersten Wahlgang) und Margret Franz (Grüne/27,8 Prozent) gegeneinander an. In Neulobeda heißt das Duell Volker Blumentritt (SPD/49,2) gegen Konstantin Freuer (CDU/25,8).

Eine Stichwahl gibt es auch in Jena-Nord: Christoph Vietze (SPD/49,8) gegen Felix Osterloh (Linke/24,2). In Jena-Süd treten Christina Prothmann (Grüne/32,0) und Beate Jonscher (Linke/21,3) gegeneinander an. In Jena-West sind Christoph Nonnast (Grüne/30,4) und Jens Thomas (Linke/25,5) in der Stichwahl. In Jena-Zentrum stehen schließlich noch Cornelia Förster (Grüne/49,1) und Katja Funke-Schreinert (SPD/20,7) zur Wahl.

11.30 Uhr: Die Wahl läuft

In Jena läuft die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt. Amtsinhaber Thomas Nitzsche (FDP) und Kathleen Lützkendorf (Grüne) treten an. Thomas Nitzsche holte im ersten Wahlgang 25,3 Prozent der Stimmen, Kathleen Lützkendorf 15,4 Prozent.

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Ausgeschieden waren hingegen Jens Thomas (Linke/13,4 Prozent), Denny Jankowski (AfD/12,7 Prozent), Stephan Wydra (CDU/12,1 Prozent), Johannes Schleußner (SPD/11,7 Prozent), Ulf Weißleder (Bürger für Jena/7,5 Prozent) und Peter Gutjahr (parteilos/1,9 Prozent).

Dafür stehen Thomas Nitzsche und Kathleen Lützkendorf:

Tässchen Kaffee und zur Belüftung der Köpfe eine Partie Schach? Das Entspannungsangebot an Kathleen Lützkendorf (Bündnisgrüne) und OB Thomas Nitzsche (FDP) vor der Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag schien berechtigt. Sie habe sich von ihrem Erfurter Arbeitgeber Sonderurlaub geben lassen, sagte Kathleen Lützkendorf und sei nun „24/7 mit Wahlkampf beschäftigt“. Nach dem Erfolg des Einzugs in die Stichwahl habe sie konstatiert, „dass der Weg, den ich fünf Jahre gegangen bin, der richtige war“, sagte die Grünen-Fraktions-Chefin im Stadtrat und Stadtmitte-Ortsteilbürgermeisterin. „Jetzt ist das so, dass ich es ernst meine“, auch weil viele Frauen bei ihr vorsprächen mit der Meinung, die Stadtspitze müsse weiblicher werden.

Die Kontrahenten des Tages in Jena.
Die Kontrahenten des Tages in Jena. © Funkemedien | Thomas Beier

Wie ist das mit dem Amtsbonus?

Thomas Nitzsche kann den Volldampf-Modus nachvollziehen, weil er 2018 mit knapp mehr Stimmen als Amtsinhaber Albrecht Schröter (SPD) in die Stichwahl eingezogen war (und gewonnen hatte). „Ich hatte das Gefühl, der Nicht-mehr-Underdog zu sein“, sagte er. „Das macht viel mit einem.“ Aber keineswegs dimmt er seinen Wahlkampf nun herunter. Von wegen Amtsbonus. Er habe „nicht nur Termine, wo es um Öffentlichkeitswirksamkeit geht“. Jetzt dürfe man gespannt sein, ob am Sonntag wegen der parallelen Europa-Wahl mehr Leute zur Stichwahl gehen und ob dort die Beteiligung geringer ist, wo keine Stichwahlen der Ortsteilbürgermeister fällig sind.

Lobeda nicht schlechtreden

Und? Jetzt vielleicht noch paar Tage Hauptaugenmerk auf Neulobeda? Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt hatte beklagt, dass der größte Stadtteil sich kaum im Wahlkampf widergespiegelt habe. Klar, das sei ein „großer Ortsteil, wo wir noch mal ranmüssen“, sagte Kathleen Lützkendorf. Lobeda sei eine Besonderheit mit seinen „Hotspots“ von UKJ bis Schwimmhalle „und dazwisachen vielen problematischen Situationen“. Die „Basic-Probleme“ dürfe man nicht vergessen. Thomas Nitzsche dazu: „Ist ja richtig, dass Volker Blumentritt sagt: Noch mehr!“ Nur müsse man aufpassen, dass Lobeda „nicht runtergeredet wird in der Öffentlichkeit“. Blumentritt sei genauso in der Lage, halbstündig die Vorzüge des Stadtteils zu preisen. „Dass Lobeda und Winzerla nicht weggerutscht sind, ist eine Leistung der Stadt.“

Was zu tun ist gegen die Radikalisierung der Debatte

Aber wie ist das, wenn man in sozialen Medien über sich lesen muss, diese Stichwahl sei eine Wahl zwischen Pest und Cholera? Das würde er „nicht zu hoch hängen“, sagte der OB. Solche Statements kämen aus immer gleichen Kreisen. „Es ist aber schwer zu sagen, wie groß die Blase ist.“ Kathleen Lützkendorf sieht sich nur bestärkt in ihrer Überlegung: „Wir müssen raus aus der Radikalisierung der Debatte.“ Hilfreich sei, „Entscheidungswege besser zu erklären“. Und bitte, jemanden nur zu wählen, wenn man ihm 100 Prozent zustimmen könne – dieses Denken habe „total zersetzende Wirkung“, sagte Nitzsche. „Wir müssen wieder lernen zu akzeptieren, dass jemand eine andere Auffassung hat.“

So sieht sie ihn und er sie

Was schätzen die Konkurrenten aneinander? – Seine Loyalität und dass „er auch mal seine Meinung ändern kann – sich überzeugen lässt“, sagte Kathleen Lützkendorf. Und er über sie: „Die Zugewandtheit. Sie ist sehr, sehr nah bei den Menschen. Und dies gepaart mit Beharrlichkeit. Sie ist ‘ne gute Ortsteilbürgermeisterin.“ Und Schwächen? Manchmal störe sie, dass „Dinge wegmoderiert werden, weil es da Sachen gibt, die dahinterliegen“, stellt Kathleen Lützkendorf fest. Er über sie: „Relativ häufig“ wie bei der gesamten Grünen-Fraktion sei da ein „Mangel an Kompromissbereitschaft“ festzustellen, „so dass man alle anderen Fraktionen vor den Kopf stößt. Damit ist schwer umzugehen.“ Im Kern gehe es aber um die Kunst, Politik als Spiel zu sehen, Person und Amtsperson zu trennen.

Es knirscht an der Osttangente

Also einmal als Spiel gesehen diese Planungen zum Ausbau der Osttangente (Fischergasse bis Angerkreuzung), ein Vorhaben, zu dem die Grünen kritisch stehen! Thomas Nitzsche über die Osttangente: „A) Man braucht sie. B) Die sie nicht wollen, überschneiden sich mit eigenen Zielen, weil es um Verkehrsentlastung geht. Und C) Der Ansatz, der die Osttangente negiert, läuft gegen die Stadt-Umland-Kooperation. Gerade im ländlichen Raum sind die Leute auf Pkw angewiesen.“ Ja, sagt Kathleen Lützkendorf, motorisierter Individualverkehr müsse „an Knackpunkten flüssiger werden“. Doch seien 30 Millionen Euro für 800 Meter Ausbau „überdimensioniert“. Das erzeuge mehr Autoverkehr und sei aus Klimaschutzgründen nicht mehr zeitgemäß. Lieber solle man das Geld in Sozialprojekte lenken.

In „Ermöglichungshaltung“

Dabei müsse die Stadtpolitik in „Ermöglichungshaltung“ gehen: mehr Umstieg auf Rad, auf Nahverkehr. Und es sei zu prüfen, ob und wo „Park & Ride“ machbar ist: Also auch am Stadion; am Seidel-Parkplatz? Nitzsche findet die These „Mehr Straße – mehr Auto“, wie er sage, „zu zielungenau“. Er wolle nicht 50 neue Straßen haben. Er wolle letzthin auch in Jena-West Lücken geschlossen sehen. „Und dann reicht‘s“, zumal ab 2040 die Auto-Anmeldungen zurückgehen würden. „Aber bitte keine Vergrätzungspolitik“, sagte der OB. Kathleen Lützkendorf darauf: „Hab ich ja nicht gesagt.“