Landkreis Greiz. Zweite Runde im Kampf um den Landratsstuhl. Am Sonntag entscheiden die Bürger zwischen Ulli Schäfer (CDU) und Kerstin Müller (AfD).

Wenn am Sonntag, um 18 Uhr die Wahllokale schließen, wird es so richtig spannend. Die Bürger entscheiden im zweiten Wahlgang, ob Ulli Schäfer, der den ersten Wahlgang mit knapp vierzig Prozent gewonnen hat, die Greizer Langzeit-Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) beerben wird. Oder gelingt es der AfD-Kandidatin Kerstin Müller, die im ersten Wahlgang 29,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, die CDU-Phalanx im östlichsten Kreis Thüringens zu durchbrechen? Favorit ist sicher Schäfer, der nicht nur seit vielen Jahren in der Kreispolitik aktiv ist, sondern auch gut zehn Prozent vor seiner Kontrahentin lag.

Ulli Schäfer und Kerstin Müller (hier unmittelbar vor dem Wahlforum der OTZ) werden am 9. Juni im Kreis Greiz die Landratsstichwahl bestreiten. Beide trennten im ersten Wahlgang rund zehn Prozent Wählerstimmen.
Ulli Schäfer und Kerstin Müller (hier unmittelbar vor dem Wahlforum der OTZ) werden am 9. Juni im Kreis Greiz die Landratsstichwahl bestreiten. Beide trennten im ersten Wahlgang rund zehn Prozent Wählerstimmen. © Funkemedien Thüringen | Conni Winkler

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Schäfer will seine Wählerschaft im Kreis Greiz noch einmal mobilisieren

Dennoch sieht Schäfer das Ganze längst nicht als gelaufen an und bemühte sich sehr um die Mobilisierung seiner Wählerschaft, „um nicht ein Sonneberg 2.0 zu erleiden“, wie er es ausdrückte. Dort wurde der erste AfD-Landrat bundesweit gewählt. Die Kontrahenten aus dem ersten Wahlgang hat die OTZ (das OTZ-Wahlforum der Landratskandidaten im Video) nach ihrer Empfehlung für die zweite Runde gefragt. Linken-Kandidat Holger Steiniger (8,4 Prozent im ersten Wahlgang) sagte: „Ich fordere meine Wähler auf, zur Wahl zu gehen. Ich gehe davon aus, dass Menschen, die einen linken Landratskandidaten gewählt haben, eine kluge Entscheidung im Sinne des Landkreises treffen werden.“ Konkreter wollte Steiniger dabei nicht werden – er hänge nicht der Idee einer „Nationalen Front“ an, das habe zu DDR-Zeiten nur bedingt funktioniert.

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Jens Geißler, der im ersten Wahlgang fast zehn Prozent der Stimmen im Wahlkreis erhalten hatte, gibt sich noch mehr zugeknöpft: „Ich gebe keine Empfehlung für die Stichwahl ab. Das gehört sich nicht, weil die Wähler ihre Entscheidung selbst treffen können.“ Der Drittplatzierte im ersten Urnengang am 26. Mai war der parteilose Einzelbewerber Alexander Zill. Er hatte mit12,9 Prozent aus dem Stand ein recht akzeptables Ergebnis eingefahren. Auch er tut sich schwer mit einer klaren Positionierung. „Ich bin parteiunabhängig angetreten, also gebe ich auch für die Stichwahl keine Empfehlung für eine Partei, einen Parteikandidaten oder eine Parteikandidatin ab“, sagt Zill auf Anfrage der OTZ und bleibt damit seiner Linie treu. Auf jeden Fall, so mutmaßt er, wird es einen spannenden Wahlabend geben.