Eisenberg. „Ich bin Eisenberger“ ist ein Projekt des hiesigen Kunstvereins, der Bürger auf Großformat abbildet. Wir stellen diese Menschen in einer Serie vor.

Edvard Gröper ist jemand, dem man seine 17 Jahre nicht ansieht. Er wirkt erwachsen, auch wenn er es im Sinne des Gesetzes nicht ist. Der junge Eisenberger besucht das Friedrich-Schiller-Gymnasium und spielt aktiv seit etwa zehn Jahren beim TSV Eisenberg Handball. Im 2022 gegründeten Jugendparlament der Stadt Eisenberg ist er ein Mann der ersten Stunde. Warum zeigt er für Eisenberg Gesicht?

„Ich bin gern und oft in Eisenberg unterwegs und sehe an vielen Ecken Möglichkeiten, mich einzubringen und positiven Einfluss auszuüben“, sagt der Schüler. Deshalb war er begeistert von der Idee, ein Schülerparlament in der Kreisstadt mitzugründen. „Ich vermisse Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Dafür möchte ich mich engagieren.“

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Ein Jugendclub wäre natürlich ein Traum, doch Edvard befürchtet, dass solch ein Projekt an der Finanzierung scheitern könnte. Deshalb gehen seine Mitstreiter und er es einige Nummern kleiner an. „Unser Debütprojekt ist der Bolzplatz am Massenteich“, sagt er. Der Platz soll so hergerichtet werden, dass sich die Jugend dort treffen und miteinander Freizeit verbringen kann.

Was bedeutet dem Schüler die Arbeit im Jugendparlament? „Sie macht Spaß und es ist ein schönes Gefühl, auf andere bauen zu können und zu sehen, was man geleistet hat.“ Ob es nach der Schule politisch für Edvard Gröper weitergeht? „Ich glaube nicht, dass ich mich beruflich in Richtung Politik orientieren werde, aber ich würde zum Beispiel gern Mitglied des Stadtrates sein.“

Paul Bielinski: Politik ist zu Hause oft Thema

Nicht nur an derselben Schule, sondern auch Mitglied im Jugendparlament ist Paul Bielinski. „Ich wurde zwar in Jena geboren, wuchs aber in Eisenberg auf, besuchte Kindergarten und Schule“, erklärt der 17-Jährige. Auch er gehört dem Jugendparlament Eisenberg an. Weshalb er sich dort engagiert? „Meine Eltern sind politisch engagiert, zu Hause geht es oft um das Thema“, sagt er und meint das positiv.

Mit Gleichgesinnten die Stadt gestalten, „das macht mir Spaß. Und es ist eine super Möglichkeit, eigene Ideen, Pläne und Ziele einzubringen“, erklärt der Gymnasiast. Er fände es nicht schlecht, wenn Eisenberg ein Nachtleben hätte. „Es gibt in der Stadt wenig Möglichkeiten, sich am Wochenende mit Freunden zu treffen und feiern zu gehen. Ein Club wäre eine gute Sache.“

Jugendparlamentarier suchen Verstärkung

Auch Möglichkeiten, Sport zu treiben, gebe es in der Stadt nur wenige. „Es ist an uns Eisenbergern, etwas zu verändern. Tun wir das nicht, gehen die Leute woandershin.“ Das Projekt Bolzplatz sei deshalb der richtige Beginn. „Wir sind aktiv am Ausbau beteiligt und werden wohl auch die Pflege übernehmen“, sagt Paul. Über weitere Mitstreiter würden sich die jungen Männer freuen. Eintrittsalter ist ab zwölf Jahre, Voraussetzung eine Bindung zur Stadt – entweder Schule oder Lebensmittelpunkt.

Simone Bielinski ist Teil des Projektes „Ich bin Eisenberger“.
Simone Bielinski ist Teil des Projektes „Ich bin Eisenberger“. © Funke Medien Thüringen | Jana Scheiding

Die Dritte im Bunde ist Simone Bielinski, Jahrgang 1965. Sie kam 1990 nach Eisenberg, und zwar auf Bitten des damals frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Hans-Ulrich Köhler aus Hainspitz. „Er hatte mich angesprochen, ob ich mir vorstellen könne, sein Wahlkreisbüro zu leiten. Ehrlich gesagt: Ich konnte es mir nicht vorstellen“, erzählt Bielinski und lacht.

Simone Bielinski ließ sich nicht entmutigen

Und doch nahm sie die Herausforderung an. Bis 2017 machte sie diesen Job. „In dieser Zeit arbeitete ich für insgesamt fünf Abgeordnete.“ Viel Arbeit sei das gewesen und noch mehr Stress, „denn es fanden ständig Wahlen statt.“ Mit der Jahrtausendwende kam für die heute 59-Jährige die berufliche Veränderung. Sie wurde Kreisgeschäftsführerin der CDU. Aufgrund einer schweren Krankheit musste sie dieses Amt aufgeben.

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Heute sitzt sie im Vorzimmer von Bürgermeister Johann Waschnewski in Bürgel und fühle sich sehr wohl. Doch ein Leben ohne Politik kann sich die Powerfrau nicht vorstellen. „Ich saß 20 Jahre lang für Eisenberg im Kreistag“, erzählt sie und, dass sie aus der CDU austrat, um zur Werteunion zu wechseln. Weshalb? „Unsere konservativen Grundwerte sind mir wichtig, die habe ich bei der CDU nicht mehr gesehen.“

Bilder werden in Steinweg und Bogengarten gezeigt

Aus welchen Grund sie Gesicht für Eisenberg zeige? „Ich stehe für einen respektvollen, wertschätzenden Umgang miteinander. Unser gesellschaftliches Leben sollten wir alle täglich mitgestalten.“

Zu sehen sind die großformatigen Bilder mit den Eisenbergern zum Stadtfest vom 7. bis 9. Juni im Steinweg und im Bogengarten von Eisenberg.