Blankenstein. 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blankenstein: Ein Wochenende voller Musik, Einsatz und Gemeinschaft.

Sonne und Regen, Kinder und Erwachsene, Feuer und Wasser, Musik, aber auch Momente der Stille - die Blankensteiner bekamen am Wochenende von allem etwas. Locker gelassen hatten sie nicht und gebangt und gekämpft bis zum letzten Tag, dass das aufwändig organisierte Festwochenende stattfinden kann.

140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Blankenstein gab es zu feiern. Neben ausgelassener Partystimmung am Abend im Festzelt stand vor allem die Arbeit von Einsatzkräften im Fokus. Der Kreisfeuerwehrverband verlegte seine Jahreshauptversammlung am Samstagvormittag auf den Festplatz. Besprochen wurden neben organisatorischen Dingen auch Probleme, die die rund 1400 Mitglieder aus 61 Vereinen umtreiben. In den Gemeinden unterstehe die Feuerwehr dem jeweiligen Bürgermeister. Nicht jeder davon ist selbst aktiv im Einsatz. Das vereinfache die Sichtweise auf Entscheidungen nicht unbedingt, betonte Alex Neumüller, der Bürgermeister von Rosenthal am Rennsteig und selbst Zugführer in Harra ist.

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Fast alles konnte am Wochenende stattfinden. Lediglich der Kreisausscheid im Löschangriff wurde abgesagt. Man hatte doch Bedenken, dass die teilnehmenden Mannschaften am Samstag eher zum Einsatz gerufen werden. Doch das blieb aus. Für den Wettkampf wird ein neuer Termin gesucht.

Flächensuchhund Freddy läuft flink und sicher über eine Leiter.
Flächensuchhund Freddy läuft flink und sicher über eine Leiter. © Funke Medien Gruppe | Stephanie Rössel

Für eine bestimmte Aufgabe geeignet sein

Den „Tag der Rettungskräfte“ nutzten am Samstagnachmittag einige Familien. Zu entdecken und beobachten gab es reichlich. Ein Anziehungspunkt war die Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuz Hof. Wenn der Parson Russell Terrier „Freddy“ blitzschnell über die Leiter kraxelt oder weder vor der Wippe noch dem rollenden Brett Angst hat, dann fasziniert das große und kleine Zuschauende gleichermaßen. Dabei geht er sozusagen nur seiner Arbeit nach, denn als Flächensuchhund hat er regelmäßig unwegsame Gelände nach Menschen abzusuchen. Hundeführerin Natja Glaßer ist seit 25 Jahren bei der Staffel und hat sich ganz bewusst für einen Terrier entschieden. Der Arbeitswille und Trieb sei für sie entscheidend. Doch auch sieben weitere Vierbeiner stellten sie sich vor. Alle sind in der Flächen - oder Trümmersuche oder dem Mantrailing ausgebildet. Grundsätzlich suchen sie also alle auf unterschiedliche Art und Weise nach Menschen, die vermisst werden.

Es kommt vor, dass Menschen, die nach längerer Zeit gefunden werden, nicht mehr leben. Manchmal kann auch Suizid dazu geführt haben. An dieser oder anderer Stelle kommt das Team der Notfallseelsorge des Deutschen Roten Kreuz des Saale-Orla-Kreis ins Spiel. Das zehnköpfige Team wurde 2005 gegründet und auf die unterschiedlichsten Situationen vorbereitet. Das kann die Betreuung von Verletzten nach Unfällen oder Bränden sein, der Beistand für Sterbende oder aber die Begleitung von Angehörigen nach Todesfall durch erfolglose Reanimation oder Suizid. Doch auch für Einsatzkräfte selbst steht das Team zur Verfügung.

„Wir wünschen uns, dass das viel mehr genutzt wird, denn aus der Erfahrung heraus, können Erlebnisse viel schneller verarbeitet werden“, sagt Gabriela Sponholz-Müller, die von Anfang an im Team ist. Alle haben verschiedene psychologische Ausbildungen durchlaufen. „Aber grundsätzlich muss man das fühlen, ob man in der Notfallseelsorge arbeiten kann“, sagt die Schleizerin und zeigt dabei auf ihr Herz. Sie wünsche sich, dass man Gespräche über das Sterben und den Umgang damit schon viel früher führe. „Gerne würde ich in Schulen gehen und Kinder vorsichtig auf den Umgang damit vorbereiten. Fast alle haben schon mal ein Haustier verloren, da muss man anknüpfen. Der Tod ist und bleibt eben ein Thema, über das man lieber schweigt“, sagt sie aus Erfahrung.

Gabriela Sponholz-Müller gehört zum zehnköpfigen Team der Notfallseelsorger des Saale-Orla-Kreis.
Gabriela Sponholz-Müller gehört zum zehnköpfigen Team der Notfallseelsorger des Saale-Orla-Kreis. © Funke Medien Gruppe | Stephanie Rössel

Feuerlöscher sollte in keinem Haushalt fehlen

Nicht schweigen und darüber nachdenken sollte jeder, wie gut man im eigenen Zuhause vorbereitet ist, falls ein Feuer ausbricht. Die Freiwillige Feuerwehr Saalburg zeigte einen sogenannten Entstehungsbrand, der mit einem Feuerlöscher schnell gelöscht ist. „Für den Heimbedarf gibt es diese entsprechende in jedem Baumarkt. Diese unterliegen ja nicht den strengen Vorschriften wie in Firmen, können aber im Notfall genauso effektiv retten“, sagt Wehrleiter Jörg Kretzschmar. Wichtig sei, dass man sich im Vorfeld damit beschäftige, wie so ein Feuerlöscher überhaupt aktiviert wird, um bei Bedarf nicht wichtig Zeit zu verlieren. „Wenn ein Feuer ausbricht, im Papierkorb oder einem Topf, ist es ja zuerst meist klein. Wer dort verantwortungsbewusst handelt, könnte oft Schlimmeres verhindern“, betont er weiter.

Vorsorge ist grundsätzlich bei allen Rettungskräften ein Thema. Das Deutsche Rote Kreuz hatte zwei Fahrzeuge dabei, die bisher eher selten in einem Realeinsatz waren, bei möglichen Großereignissen aber unerlässlich wären. Wichtig sei im Vorfeld, den genauen Umgang damit zu üben. Im Gegensatz zu Fahrzeugen von früher sei viel mehr Technik verbaut und oft seien mehr Handgriffe notwendig, um etwas in Gang zu bringen, weiß Hartmut Jacobi. Ähnlich ist das auch beim Technischen Hilfswerk, das wesentlich größerer Technik als Feuerwehren hat und den Umgang damit immer wieder trainieren muss, um bei einem Einsatz schnell handeln zu können.

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