Gera. Eine Reinigungskraft aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt soll lange in Haft. Die Frau geht dagegen vor.

Eine 36-Jährige aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt geht gegen ihre Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter vor. Das Landgericht Gera sah sie in 49 Fällen schuldig und hatte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren und drei Monaten ausgesprochen.

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Die Frau legt Rechtsmittel ein und geht in Revision vor den Bundesgerichtshof. Dieser wird das Urteil der Richter aus Gera auf mögliche Rechtsfehler überprüfen. Die siebente Strafkammer hatte festgestellt, dass sich der Missbrauch im pseudoreligiösen, spirituellen Umfeld ereignet hat. Die Frau habe ihre Tochter einem vermeintlichen Meister überlassen oder dessen Aufträge erfüllt und sich so zum wichtigen Teil des Weltgeistes befördert gesehen, hatte der Vorsitzende Jens-Oliver Lukas in der Urteilsbegründung ausgeführt.

Missbrauch über längere Zeit

In 20 Fällen habe sich die Frau des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. Hinzu kommen weitere 29 Fälle des sexuellen Missbrauchs. Die Taten haben zum Teil im Reihenhaus der Familie oder in einem Hotel stattgefunden, wenn ihr Ehemann bei der Arbeit war. Damals lebte die Familie noch in Bayern. Nach dem Umzug nach Thüringen in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt habe sich der Missbrauch fortgesetzt. Der „Meister“, der als Fußballtrainer engagiert war, habe per Chat sexuelle Forderungen gestellt, die die Reinigungskraft mit ihrer Tochter erfüllt und per Video dokumentiert habe.

Über das formale Geständnis habe die Frau nur das eingeräumt, was aufgrund der Chats nicht zu leugnen war, sagte Vorsitzende. Die Frau sei voll schuldfähig und habe keine schwerwiegende Störung der Psyche. Die siebente Strafkammer kam in Summe aufgrund des langen Zeitraums der sexuellen Übergriffe und deren Schwere zur hohen Freiheitsstrafe. Das Verfahren gegen den „Meister“ führt das Gericht separat fort, weil sich weitere Tatvorwürfe ergeben haben.

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