Saalfeld/Rudolstadt. Für das Wochenende waren im Landkreis heftige Niederschläge und Gewitter angekündigt - Saalfeld feierte trotz abgesagten Festumzuges

Noch sind sich die Experten uneins, wie schlimm es tatsächlich wird. Fakt ist: Am Wochenende werden heftige Niederschläge und Gewitter auch im Kreis Saalfeld-Rudolstadt erwartet. Es gibt eine amtliche Wetterwarnung vor Starkregen und eine Vorabinformation mit Warnung vor schweren Gewittern.

Sonntag 12 Uhr: Am Sonnabendabend kam es im Schwarzatal zu einem Hangabrutsch, in Folge dessen die Landstraße zwischen Bad Blankenburg und Schwarzburg gesperrt werden musste. Die Feuerwehr wurde alarmiert und rückte mit schwerer Technik zur Beräumung der Straße an.

Sonntag 9.15 Uhr: In Saalfeld ist die Gewitternacht nach Auskunft aus der Stadtverwaltung eher ruhig verlaufen. Es habe lediglich zwei Feuerwehreinsätze gegeben, einer davon war wegen eines umgestürzten Baumes in Unterwirbach. Darüber hinaus gab es laut Aussage der Feuerwehr keine wetterbedingten Einsätze. 

Sonntag 8.30 Uhr: Am Abend und in der Nacht kam es im Landkreis zu den vorhergesagten lokalen Gewittern mit teilweise Starkregen. So wie gegen 23.30 Uhr in Rudolstadt. In Saalfeld gewitterte es seit dem späten Nachmittag regelmäßig. Zeitweise standen Straßen unter Wasser. Auch am Sonntag gilt noch die Warnung des Wetterdienstes vor Gewitter. An der Saale gibt es laut Hochwassermeldezentrale keine deutlich gestiegenen Pegelstände.

Die Abgabe aus der Saalekaskade verbleibt bei 6 m³/s. Darüber hinaus zufließendes Wasser wird eingestaut.

Sonnabend, 17.30 Uhr: Für den Landkreis gilt noch bis Mitternacht die Warnung vor Gewitter. In den nächsten Stunden kann es lokal zu Blitz, Donner, Regen beziehungweise Starkregen kommen. Für Feuerwehr und Rettungskräfte gibt es noch keine Entwarnung. In Rudolstadt bleiben fünf hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr neben den freiwilligen Kräften über das Wochenende in Rufbereitschaft und haben Einsatzfahrzeuge der Einsatzleitung mit nach Hause genommen, um im Notfall schnell reagieren zu können. Zudem steht auch der Bauhof in personell erhöhte Rufbereitschaft und hält kontinuierlich Kontakt zur Feuerwehr, um die Koordination zu gewährleisten.

Am Aufzug an der Stadtbrücke in Rudolstadt wurden vorsichtshalber die Schotten geschlossen. 
Am Aufzug an der Stadtbrücke in Rudolstadt wurden vorsichtshalber die Schotten geschlossen.  © Heike Enzian | Heike Enzian

Die Bach- und Flussläufe wurden gründlich kontrolliert, und am Aufzug der Stadtbrücke wurden die Schotten geschlossen, um eventuelle Überflutungen zu verhindern. Aktuell ist nicht vorherzusehen ob und wo Unwetterschäden eintreten. Auf Gefahren und Schäden kann aber kurzfristig reagiert werden. 

Sonnabend, 15.45 Uhr: Abgesehen von einzelnen lokalen Schauern am Nachmittag hat das Wetter bislang gehalten. Zeitweise machte sich sogar die Sonne bemerkbar. In Saalfeld gehen die Feiern zum Stadtjubiläum weiter. Teilweise wurden Aktivitäten wieder ins Freie verlegt. Diakonie und Kirche feiern den Kindertag mit bunten Luftballons und Lichtillumination sowohl inner- als auch außerhalb der Kirche. In Kirchenschiff, Chorraum und Veronikakapelle sind Mitmach-, Erlebnis- und Diskussionsstände aufgebaut. Ankersteine, Riesenmikado, Hüpfband und Glücksrad haben viele Fans. Kinderspiele mit Parcours und Geschicklichkeit begeistern Groß und Klein auf dem Kirchplatz.
 
Sonnabend, 10 Uhr: Die Pegelstände der Saale-Nebenflüsse Wisenta, Schwarza und Loquitz steigen nach den Regenfällen in der Nacht leicht um bis zu drei Zentimeter - noch nichts Beunruhigendes. Die Hochwassernachrichtenzentrale hat die maximal erwarteten Pegelstände weiter nach unten korrigiert. Mit Ausnahme der Loquitz in Eichicht liegen sie allesamt unter dem Meldebeginn.

Neuer Regen ist für die nächste Stunde erstmal nicht in Sicht.

Sonnabend 9.30: Tag zwei der Festdekade in Saalfeld startet. Infolge der Wetterwarnungen hatte der FC Saalfeld sein für heute geplantes Jubiläumsfest bereits unter der Woche abgesagt. Am Kindertag kommen Familien und Kinder dennoch auf ihre Kosten. 11 Uhr startet das Kinderfest von Kirche und Diakonie in der Johanneskirche unter dem Motto „Groß und Klein – Hand in Hand“. Zur Stunde werden die Aktionen in der Kirche aufgebaut. Spiel und Spaß, Feen und Engel, alte Kinderspiele, Ankerbausteine, Fotobox, Kinderschminken und Entdeckungsreisen durch die Johanneskirche warten auf die Gäste. Kirchenclownin Frieda war bereits gestern Abend angereist. Weitere Bühnenstars sind der Kindergarten Haus Kunterbunt und die Johannesschule.

Kinder- und Museumsfest finden statt

Von 14 Uhr bis 18 Uhr findet dann das Museumsfest im historischen Ambiente des Stadtmuseums ehemaligen Franziskanerklosters statt. Eine Kunstmeile verbindet seit gestern Abend beide Orte. „Über den Tellerrand“, die heitere Revue mit Evergreens von Minne bis Pop und von Folk bis Cabaret von Ensembles, die ihre Wurzeln in den Chören an der Johanneskirche haben, findet ab 19 Uhr ebenfalls in der Johanneskirche statt.
 

Sonnabend 8.15 Uhr: Glück mit dem Wetter hatten die Saalfelder am Freitagabend zur Eröffnung der Festdekade anlässlich des 1125-jährigen Stadtjubiläums. Nach dem Festgottesdienst gab es bei trockenem Wetter Freibier beim Bierempfang vor der Johanneskirche.

Zum Auftakt der Festdekade 1125 Jahre Saalfeld gab es am Freitagabend beim Bierempfang vor der Johanneskirche Freibier für alle.
Zum Auftakt der Festdekade 1125 Jahre Saalfeld gab es am Freitagabend beim Bierempfang vor der Johanneskirche Freibier für alle. © Heike Enzian | Heike Enzian

Danach stellte sich auf der Sparkassenbühne Schauspieler Christian Steyer den Fragen von Michael Kraus von der Sparkassen-Kulturstiftung, bevor im Anschluss in der Sparkasse eine Ausstellung zum Thema die Defa in Thüringen eröffnet wurde. Zeitgleich herrschte auf den Straßen rund um den Markt buntes Treiben bei Livemusik, Getränken und Essen. Die Geschäfte hatten zur Saalfelder Einkaufsnacht eingeladen. 

Sonnabend, 6.38 Uhr: Die ersten Regenfälle sind durch. In der zweiten Nachthälfte regnete es nahezu flächendeckend im Landkreis, allerdings fielen die Niederschläge deutlich geringer aus, als befürchtet. Laut Regenradar verschiedener Onlinedienste gibt es vor allem im Süden des Freistaates länger anhaltenden Regen, der im Laufe des Vormittags intensiver werden könnte.

Regenradar für Thüringen am Samstagfrüh. Vor allem der Süden des Freistaates ist momentan von Niederschlägen betroffen.
Regenradar für Thüringen am Samstagfrüh. Vor allem der Süden des Freistaates ist momentan von Niederschlägen betroffen. © WetterOnline | WetterOnline

Freitag, 19.57 Uhr: An der Staumauer Hohenwarte und dem Ausgleichsbecken Eichicht sind die Schotten weitgehend dicht.  Die Abgabe aus der Saalekaskade verbleibt laut HNZ bei minimalen sechs Kubikmeter pro Sekunde. Darüber hinaus zufließendes Wasser werde eingestaut.

Freitag, 19.45 Uhr: Es gibt eine amtliche Hochwasserwarnung für das Saalegebiet: Zur meteorologischen Situation äußert sich die Hochwassernachrichtenzentrale (HNZ) Thüringen mit Berufung auf den Deutschen Wetterdienst wie folgt: Ab Freitagabend bis zum Samstagmittag länger anhaltender Regen, teils gewittrig durchsetzt. Dadurch um 30 l/qm in 12 bis 18 Stunden.

Ab Samstagmittag bis in die Nacht zum Sonntag gebietsweise Gewitter mit teils heftigem Starkregen zwischen 20 und 40 l/qm in einer Stunde. Bei wiederholt über die gleichen Orte ziehenden Gewittern sind eng begrenzt zusammengefasst dort Regenmengen um 80 l/qm innerhalb weniger Stunden möglich.

Freitag, 18.43 Uhr: Der Kinoabend in der Kulturscheune Bechstedt fällt aus. Das teilte Burkhardt Kolbmüller vom KulturNaturHof Bechstedt mit.

Aufgrund der Unwetterwarnungen werde die für den 1. Juni geplante Filmveranstaltung in der Kulturscheune verschoben. Neuer Termin ist eine Woche später, am Sonnabend, 8. Juni. Gezeigt wird dann wie geplant der Film „972 Breakdowns“.

Freitag, 17.51 Uhr: Ursprünglich waren örtlich bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter angekündigt, wurde die Hochwasser-Warnstufe 3 für die Loquitz angekündigt. Im Laufe des Freitags wurde die Prognose stetig nach unten korrigiert. Einen Überblick zur Lage am Vorabend der erwarteten Niederschläge gibt es hier: Kommt das nächste Jahrhundert-Hochwasser im Saaletal?

Freitag, 15 Uhr: Wegen der Wetteraussichten waren bereits im Laufe der Woche mehrere für Sonnabend geplante Kindertagsfeste in Rudolstadt, Großkochberg, Unterköditz und Sitzendorf abgesagt sowie die Eröffnung der Freibäder in Rückersdorf, Bad Blankenburg und Leutenberg verschoben worden.

Freitag, 12.32 Uhr: Eine Anfrage dieser Zeitung zu den Vorkehrungen für den Hochwasserfall durch Feuerwehren und Katastrophenschützer beantwortet die Pressestelle des Landratsamtes wiefolgt: „Eine Aussage zu den detaillierten Vorbereitungen der Feuerwehren in den Städten und Gemeinden des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden. In einigen Fällen gab es bereits einen Austausch mit den zuständigen Leitern der Feuerwehren, insbesondere hinsichtlich der Aktualität der Meldewege. Gemäß des Thüringer Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz in der Fassung der Bekanntmachung vom 05. Februar 2008 sind die Gemeinden für den örtlichen Brandschutz und die Allgemeine Hilfe im eigenen Wirkungskreis verantwortlich.

Der Leiter des Sachgebietes Gefahrenabwehr im Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt und der diensthabende Einsatzführungsdienst beobachten die Wetterentwicklungen und Prognosen aufmerksam. Zeitaktuell findet bereits eine Lagedokumentation statt. Ebenso wurden bereits erste Abstimmungen für das Sachgebiet 4 (Versorgung) im Führungsgremium vorgenommen, hier insbesondere hinsichtlich der Verfügbarkeit von Sand zum Befüllen von Sandsäcken.

Sollte es die Lage erforderlich machen, ist der Katstrophenschutzstab mit seinen beiden Teilkomponenten (KatS-Führungsstab und KatS-Verwaltungsstab) nach entsprechender Alarmierung jederzeit in der Lage, seine Arbeitsbereitschaft zeitnah herzustellen“.

Freitag, 10.43 Uhr: Der Festumzug der Festdekade „1125 Jahre Ersterwähnung Saalfelds“ wird verschoben. In einer Pressemitteilung teilt die Stadt Saalfeld mit: Die negative Wetterprognose hat Auswirkungen auf die Festdekade „1125 Jahre Ersterwähnung Saalfelds“. Der für den 2. Juni geplante Festumzug und die Lange Kaffeetafel werden auf den 25. August 2024 verschoben.

„Mehrere Gründe haben uns zu dieser Entscheidung kommen lassen, die uns wirklich nicht leicht gefallen ist. Immerhin stecken viele Monate Vorbereitung in diesem Festumzug. Doch die schlechte Wetterprognose mit Unwetterwarnung, die vorhergesagte Niederschlagmenge und Hochwasserwarnung haben dazu geführt, dass bereits mehrere Umzugsteilnehmer abgesagt haben. Musikkapellen können nicht spielen, Oldtimer nicht fahren. Da ein für Stadt Saalfeld/Saale repräsentativer Festumzug unter diesen Bedingungen nicht möglich ist, wird er am Sonntag nicht stattfinden, sondern auf den 25. August verlegt“, verkündet Bürgermeister Dr. Steffen Kania.

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Alle anderen für das Wochenende geplanten Veranstaltungen werden stattfinden bzw. nach innen verlegt. So wird am 1. Juni das Kinderfest von Kirche und Diakonie in der Johanneskirche ausgerichtet, das Museumsfest im Stadtmuseum findet wetterunabhängig im ehemaligen Franziskanerkloster statt. „Über den Tellerrand“, die heitere Revue mit Ohrwürmern aus 1125 Jahren Musikgeschichte, soll ebenfalls durchgeführt werden – ob innen oder außen ist noch nicht endgültig entschieden.

Ein paar Hintergründe zu der Absage.

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