Saalfeld. Ein Paar hatte nach Auffassung des Landgerichtes Gera lange mit Drogen gehandelt: Kronzeugen haben ausgesagt.

Ein Paar aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt will die Verurteilung zu einer langjährigen Freiheitsstrafe nicht akzeptieren. Beide haben Revision gegen die Entscheidung des Landgerichtes Gera eingelegt.

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Die siebente Strafkammer hatte den Rollstuhlfahrer zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er in zwölf Fällen mit Crystal Meth und in sechs Fällen mit Cannabis gehandelt hatte. Für die Frau sprach die Strafkammer eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten aus. Nach zweieinhalb Jahren kann bei ihr eine Entzugsbehandlung starten. Die Verteidigung hatte jeweils einen Freispruch gefordert.

Bundesgerichtshof wird Entscheidung aus Gera überprüfen

Beide legten Revision beim Bundesgerichtshof gegen die Entscheidung ein. Die Richter werden die schriftliche Urteilsbegründung aus Gera auf mögliche rechtliche Fehler überprüfen. Sollten sie welche feststellen, wird das Verfahren an eine andere Kammer des Landgerichtes Gera zurückverwiesen.

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Die Strafkammer in Gera sah es als erwiesen an, dass beide von Ende 2020 bis Sommer 2021 sowie im Jahr 2023 mit mehreren Kilogramm Drogen gehandelt haben. Sie stützt sich auf die Aussagen von zwei Kronzeugen, die lange Zeit die Lieferanten der beiden waren. Deren belastenden Angaben seien erlebnisbasiert, sagte der Vorsitzende Jens-Oliver Lukas in der Urteilsbegründung. Zwar habe einer der Kronzeugen schauspielerisches Talent, aber mit „mit hoher Transparenz ausgepackt“. Bei einzelnen Fällen belasten auch Chatprotokolle die Angeklagten.

Rückzahlung der Tateinnahmen an Staat verlangt

Die Haftempfindlichkeit des Mannes wegen seiner Wirbelsäulenversteifung habe sich strafmildernd ausgewirkt, strafschärfend hingegen dessen langes Vorstrafenregister. Die Frau sei Mittäterin wegen des gemeinschaftlichen Vorgehens. Sie haftet deshalb auch mit, die Bruttoeinnahmen der Drogengeschäfte von 236.361 Euro an den Staat zurückzuzahlen. Beide sitzen in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft.

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