Königsee. Informations-Veranstaltung der Suchtberatungsstelle in der Regelschule der Rinnetalstadt – Viele Fragen bei den etwa 50 Gästen

Die Diskussion um die Teillegalisierung von Cannabis ist kontrovers und lange nicht abgeschlossen. Ist die veränderte Gesetzeslage bezüglich des Zuganges zu Cannabis und die oft gelobte Straffreiheit ein Akt des Fortschritts? Diesem Thema widmeten sich die Mitarbeitenden der Psychosozialen Beratungsstelle für suchtkranke und suchtgefährdete Menschen und deren Angehörige im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt dieser Tage während einer Infoveranstaltung in der Regelschule Königsee.

Für die etwa 50 Gäste war schon die Vorstellung der Beratungsstelle durch Suchttherapeutin und Leiterin Katrin Liebezeit hochinteressant, heißt es in einer Mitteilung der Diakonie-Stiftung. Denn neben dem Kerngeschäft, der Beratung suchtgefährdeter Menschen, Angehöriger oder anderer Bezugspersonen, gebe es zahlreiche viele weitere Aufgaben. Beispielsweise finden im Zuge der Teillegalisierung von Cannabis zahlreiche Präventionsveranstaltungen, vor allem an Schulen, statt.

Den Gästen einen „Grünen Koffer“ vorgestellt

Katrin Liebezeit und Beraterin Johanna Hladil, Bachelor of Arts Soziale Arbeit, stellten den Gästen ein Cannabis-Methodenset, den „Grünen Koffer“, vor, das von den beiden geschulten Mitarbeiterinnen vor allem in der Prävention mit Jugendlichen ab 13 Jahren eingesetzt wird. Johanna Hladil betonte: „Es geht hierbei nicht um Abschreckung und den erhobenen Zeigefinger, sondern um eine neutrale Wissensvermittlung. Wir wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen – mit einem offenen und kreativen Angebot, das zum Nachdenken anregt.“

Ziel dabei ist es, die psychischen und sozialen Ressourcen der jungen Menschen zu stärken und Alternativen zum Suchtmittelkonsum aufzuzeigen. Weiterhin erklärten die Mitarbeiterinnen den aktuellen Stand der Cannabislegalisierung und stellten auch ihre kritische Sichtweise dar, beispielsweise in Bezug auf die Regelung für junge Menschen von 18 bis 21 Jahren und die Fahrtauglichkeit unter dem Einfluss von Suchtmitteln.

Unsicherheit auch bei den Lehrkräften spürbar

Diese Informationen führten zu angeregten Diskussionen. Vor allem bei den anwesenden Lehrkräften gab es offene Fragen, unter anderem zum Umgang mit Schülern, die offensichtlich Drogen konsumiert haben. Wann sollen die Eltern informiert werden? In welcher Situation braucht es medizinische Hilfe?

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Neben der Hauptstelle in Saalfeld und der Außenstelle in Rudolstadt erweiterte die Beratungsstelle ihr Angebot im Oktober 2023 nach Königsee. Jeden 1. und 3. Montag im Monat findet dort eine Außensprechstunde statt. So soll Hilfe suchenden Menschen aus Königsee und Umgebung durch kürzere Wege und damit geringere Kosten der Zugang zum Suchthilfesystem erleichtert werden. Ansprechpartnerin ist Suchttherapeutin Susanne Neumann. red

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