Jena. Vor 20 Jahren wurde sagenhaft schnellt gebaut in Jena. Und leider pfeift es immer noch in Jena-Süd.

Justizzentrum gab es am Donnerstag etwas zu feiern. Das erste Urteil im Jenaer Garagenstreit war gerade verkündet, da knallten im Foyer auch schon Luftballons und Sektkorken. 150 Menschen hoben die Becher: Zum Wohl!

Okay, das hatte alles rein gar nichts mit dem Streit um den Abriss von DDR-Garagen zu tun. Mitarbeiter feierten, dass vor exakt 20 Jahren das Justizzentrum in Betrieb gegangen war. Thomas Schneider, seit einem Jahr ist er Präsident am Oberlandesgericht, sagte, das sei ein schöner Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen. Er erzählte Anekdoten, in denen auch ein späterer Ministerpräsident vorkam. Ein Sprichwort sagt: Vor Gericht braucht man drei Säcke: einen mit Papier, einen mit Geld und einen mit Geduld!

Das Justizzentrum wurde einst gebaut, um dezentrale Justizeinrichtungen an einem Standort zu vereinen. Sogar der Eichplatz war zu Zeiten von Oberbürgermeister Peter Röhlinger (FDP) als Standort im Gespräch – und in der Kritik, denn wie hätte das ausgesehen? Letztlich entstand das Gebäude als öffentlich-privates-Projekt (PPP) am Westbahnhof. In nur 16 Monaten Bauzeit. Heute unvorstellbar für so ‘nen Klopper. Apropos Alt-OB: Röhlinger sagte mal, dass in der Stadtentwicklung das „Fingerspitzengefühl für Eigenverantwortung und Innovation“ eine der größten Stärken Jenas sei. Inwieweit gibt es heute genug Fingerspitzengefühl?

Schlechte Nachrichten hören wir aus Jena-Süd: Es pfeift wieder – oder sogar nach wie vor. Anwohner im Bereich Magdelstieg/Otto-Schott-Straße sind genervt. Oje! Da ist wieder dieses nicht ortbare Geräusch, vielleicht das Ventil einer Gastherme. Auch hier gilt: Es braucht jemanden mit Fingerspitzengefühl. Bevorzugt einen Klempner.