Die Wahl gewinnt, doch die SPD endet mit desaströsem Ergebnis

Jörg Riebartsch kommentiert über einen Wahl-Sonntag in Thüringen

OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch

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Foto: Andreas Wetzel

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Gewählt wird immer sonntags. Aber dieser Sonntag wird in Erinnerung bleiben, weil die Wahlen gewonnen haben. Überall eine erhebliche Zunahme der Wahlbeteiligung. Ob lange Schlangen in Jena oder zusätzlich aufgestellte Wahlurnen in Gera. Das Volk mischt sich ein. Die Demokratie als unbestrittener Wahlsieger.

Möglicherweise hätte man sich in der SPD gewünscht, die Wähler wären lieber zu Hause geblieben, statt Grüne zu wählen. Der Versuch, die Partei mit einem Linksruck wieder beliebt zu machen, ist brutal gescheitert. Dass erstmals die CDU nach 70 Jahren im Stadtstaat Bremen auch noch die Nase vor der SPD hat, sollte an der notwendigen Demut der Union allerdings nichts ändern.

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Ostthüringen Hochburg der AfD

Auf Bundesebene hatten die Konservativen, maßgeblich von Rentnern gewählt, noch nie ein solch mieses Ergebnis. Dazu eine SPD, die das schlechteste Ergebnis seit dem Kaiserreich eingeworben hat – für die beiden sogenannten Volksparteien läutet zwar nicht das Totenglöcklein. Aber die Zeit großer, staatstragender Parteien ist vorbei. Die fehlende Fünf-Prozent-Hürde auf Europa-Ebene hat die Atomisierung der Stimmverteilung befördert. Der Trend gegen Union und SPD stabilisiert sich.

Das heizt Hoffnungen an, die Koalition im Bund sei am Ende. Im Gegenteil aber wird es die Wahlverlierer zusammenschweißen. Bundestagswahlen wären für sie momentan Gift.

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