Kommentar: Attraktivität fehlt merklich

Thomas Rudolph über die Spiele der Frauenfußball-EM.

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Ob den deutschen Zuschauern am heutigen Samstagabend im EM-Viertelfinale gegen Dänemark attraktiverer Fußball als in der Vorrunde präsentiert wird?

Denn was die Fußballerinnen in den ersten drei Gruppenspielen anboten, erstaunte viele Fans sehr – leider im negativen Sinn. Statt des gewohnten Offensivspiels beschränkte sich die Elf von Steffi Jones auf Ergebnisfußball. Sieben Punkte aus drei Spielen und der damit verbundene Viertelfinaleinzug sprechen zwar für die These vom Ergebnissport. Die Ernüchterung war und ist aber dennoch groß. Denn während bei den Herren schon seit Jahren in Turnieren immer weniger Tore fielen, machten dies die Damen oft mit Treffern am Fließband wett.

Dies scheint nun vorbei. Der seit Jahren stetige Aufschwung in der Entwicklung des Frauenfußballs macht sich auf dem Platz bemerkbar. Die Spielerinnen sind athletischer geworden, technisch und taktisch haben auch die sogenannten kleinen Nationen aufgeholt. Doch gerade durch diese eigentlich als positiv zu bewertende Tendenz kehrt auch die Langeweile ein.

Ex-Bundestrainerin Silvia Neid etwa sieht keine Weiterentwicklung. „Viele Mannschaften bei der EM versuchen nur noch, das konstruktive Spiel der Gegner zu zerstören“, analysierte sie. Statt nach einem 2:0 noch auf das dritte oder vierte Tor zu gehen, regiert nun die Sicherheit. Das mag nachvollziehbar sein, birgt aber auch Risiken. Denn wenn die Attraktivität fehlt, dürften die Zuschauer, im Gegensatz zu den Herren, schneller aus- oder umschalten – vor allem bei Gruppenspielen.

Für die DFB-Frauen wird es ernst

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