Leitartikel: Gras, das von allein wächst

Jörg Riebartsch über die Zeit der Besinnung bei der Regierungsbildung.

Jörg Riebartsch

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Foto: Andreas Wetzel

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Bodo Ramelow, seit wenigen Tagen nicht als gewählter, sondern als geschäftsführender Ministerpräsident in Thüringen beschäftigt, mahnt gern mit einem Spruch aus Afrika Geduld an: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Das trifft momentan sehr schön die politischen Verhältnisse im Freistaat, wo sich das Parlament zusammengefunden hat, ohne eine Regierung wählen zu können. Da Gras aber von allein wächst, ist eher darauf zu achten, dass es nicht zu Wildwuchs oder Versteppung der politischen Landschaft kommt. Die Adventszeit und der Jahreswechsel mögen von den Parteien solange als Zeit der Besinnung genutzt werden.

Dazu gehört zunächst einmal, das Wahlergebnis nicht nur zu verstehen, sondern auch zu akzeptieren. Rot-Rot-Grün hat bewiesen, dass fünf Jahre eine solche linke Regierung tatsächlich funktioniert. Die Anhänger dieser Konstellation wollen aber nun nicht wahrhaben, dass der Thüringer Wähler dies ausschließlich Ministerpräsident Ramelow und seiner Linkspartei gutgeschrieben hat. Das Handeln von Grünen und SPD hingegen war dem Wahlvolk zu dürftig. Deshalb liegt eine Wiederholung dieser Regierungsverantwortung in unerreichbarer Ferne.

Die gescheiterte CDU muss lernen, dass sie nur als Juniorpartner der Linkspartei mitregieren kann oder weiter in der Opposition verrottet wie gemähtes Gras. Mitregieren wäre mühsam, aber kein schlechtes Ziel, um „Die Linke“ beispielsweise darin einzubremsen, den Verfassungsschutz abschaffen zu wollen und damit Extremisten, welcher Richtung auch immer, unkontrolliert walten zu lassen.

Jetzt fünf Jahre untätig Gras über das Wahlergebnis wachsen zu lassen, ist als Politik für Thüringen einfach dürftig und inakzeptabel.

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