Berlin/Stuttgart. Aktivisten der Letzten Generation haben neue Protestaktionen auf mehreren Flughäfen gestartet und teilweise den Flugbetrieb gestört.
Die Klima-Initiative Letzte Generation hat in mehreren Städten Protestaktionen gestartet. Je zwei Aktivisten drangen Angaben der Organisation zufolge in orangen Warnwesten auf die Flughäfen Berlin-Brandenburg (BER), Stuttgart, Nürnberg und Köln/Bonn ein. Insgesamt acht Menschen hätten die Rollbahnen betreten und sich an den Asphalt geklebt.
✈️ Protest am Flughafen BER, Stuttgart, Nürnberg & Köln/Bonn!
— Letzte Generation (@AufstandLastGen) August 15, 2024
8 Personen unterbrechen aktuell den Flugverkehr.
🗣️ Die Klimakatastrophe ist so viel beängstigender als jede Strafandrohung: Sie zerstört unser aller Zukunft! Es geht um unsere Existenz!https://t.co/m3a3Gd92nn pic.twitter.com/l5FBvq7NDQ
Sie drücken „friedlich ihren Widerstand aus, indem sie Banner mit der Aufschrift „Oil kills“ und „Sign the treaty“ zur Schau stellten, berichtete die Organisation laut Mitteilung. „Die Start- und Landebahnen wurden dabei nicht betreten.“
Flugbetrieb in Köln/Bonn zeitweise unterbrochen
Am Flughafen Köln-Bonn musste der Flugbetrieb am Donnerstagmorgen zeitweise unterbrochen werden. Gegen 8.30 Uhr lief er wieder an. Es könne allerdings noch zu Verzögerungen kommen, teilte der Flughafen mit. Zuvor hatten sich Unbefugte Zutritt zum luftseitigen Bereich des Flughafengeländes in Köln/Bonn verschafft.
Gegen 5.45 Uhr sei gemeldet worden, dass sich zwei Menschen auf einer Zufahrt zu einer Start- und Landebahn festgeklebt hätten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie sollten am Morgen entfernt werden. Außerdem werde nach einer dritten Person gesucht, die sich möglicherweise ebenfalls auf dem Vorfeld befinde, sagte der Sprecher. In einem Zaun am Flughafengelände sei ein Loch entdeckt worden.
Am Flughafen Nürnberg kommt es zu Verspätungen
Auch auf dem Flughafen Nürnberg war der Betrieb „bis auf Weiteres“ eingestellt. Gegen 7 Uhr lief er wieder an. „Aktivisten haben sich auf der Rollbahn festgeklebt. (...) Passagiere müssen leider mit Verspätungen rechnen“, hieß es auf der Website des Flughafens.
Flughafen BER: Polizei nimmt zwei Aktivisten in Gewahrsam
Auch am Flughafen BER starteten die Aktivisten eine Blockade. Nach Angaben der Brandenburger Landespolizei klebten sich zwei Menschen im Alter von 21 und 22 Jahren auf dem Gelände des Flughafens fest. Sie seien kurz darauf losgelöst und in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung am Zaun, Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Luftsicherheitsgesetz. Beide sind der Polizei „durch gleichgelagerte Delikte“ bekannt. Angaben zum Geschlecht der Aktivisten machte die Polizei nicht.
Gegen 5.10 Uhr habe die Polizei Brandenburg ein Loch im Flughafenzaun festgestellt, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Der Flugverkehr wurde daraufhin auf beiden Start- und Landebahnen eingestellt. Wenig später stellten sie beide festgeklebten Personen im Umfeld der nördlichen und südlichen Start- und Landebahn fest. Gegen 6.30 Uhr wurden beide zusammen mit der Flughafenfeuerwehr von der Bahn gelöst.
Um 6.33 Uhr sei der Flugverkehr wieder aufgenommen worden, so die Sprecherin. Zwischenzeitlich habe man zur Sicherheit die Starts und Landungen „auf null setzen“ müssen. „In der kurzer Zeit, wo der Flugverkehr theoretisch nicht hätte stattfinden können, gab es keine Auswirkungen auf den Flugverkehr“, betonte sie. Die Sicherheit des Flugverkehrs war zu jeder Zeit gewährleistet.“ Eine Sprecherin des Flughafens bestätigte dies. „Der Flugbetrieb war nicht beeinträchtigt und konnte planmäßig um 6 Uhr aufgenommen werden. Start und Landungen finden regulär statt“, sagte sie.
Klimaaktivisten der Letzten Generation hatten in den vergangenen Wochen auf mehreren Flughäfen in Deutschland demonstriert. Ende Juli war der Flugverkehr in Frankfurt am Main daher zweitweise eingestellt worden. dpa/AFP/fmg