Erfurt. Am Samstag öffnete der Erfurter Altstadtfrühling. Warum der Ostermontag nicht so lief, wie erwartet und warum sich der Marktleiter trotzdem freut.

Seit Samstagmorgen blinkt, tönt und duftet es auf dem Erfurter Domplatz: Der Altstadtfrühling ist eröffnet. Fast wie ein Sheriff durch sein Dorf, läuft Marktleiter Sven Kaestner über das Volksfest: Hier ein Plausch, dort ein freundliches Hallo – alle kennen „den Sven“ und freuen sich, wenn er kurz stehen bleibt. Das Handy in seiner Tasche bimmelt fast ununterbrochen.

Erste 50.000 Besucher besuchen das Erfurter Volksfest

Das Osterwochenende ist die erste Bewährungsprobe und zeigt insgesamt eine gute Bilanz: „Samstag und Sonntag sind 50.000 Besucher gekommen“, weiß der Marktleiter. Mit einem traurigen Auge schaut er dafür aber am Ostermontag in den Himmel: grauer Himmel und viel Wind. „Der Montag ist sonst eigentlich unser stärkster Tag. Auch, weil wir am Sonntag immer mit den Aktionen im Zoopark und im Egapark konkurrieren. Aber die Kinder haben sich trotzdem über unseren Osterhasen gefreut, und das sollte man nicht übersehen“, schildert Kästner.

Erfurts Marktleiter Sven Kaestner vor den Bänken am Eingang des Altstadtfrühlings auf dem Domplatz: „Ein echtes Highlight“.
Erfurts Marktleiter Sven Kaestner vor den Bänken am Eingang des Altstadtfrühlings auf dem Domplatz: „Ein echtes Highlight“. © Adrian Lächele

275.000 Menschen kamen letztes Jahr zum Erfurter Altstadtfrühling

Letztes Jahr kamen über den gesamten Zeitraum 275.000 Menschen. „Eine vergleichbare Zahl in diesem Jahr wäre schon der Wunsch“, sagt Kaestner. Für die Atmosphäre haben sich Kaestner und sein Team kräftig ins Zeug gelegt: „Wir hatten über 300 Bewerbungen von Schaustellern und haben am Ende 56 Geschäfte ausgewählt.“

Ein fliegender Teppich auf dem Domplatz

Dabei ist laut Marktleiter für alle etwas dabei: „Vom Überkopf-Fahrgeschäft bis zum größten „fliegenden Teppich“ Europas“, sagt Kaestner nicht ohne Stolz. Was darunter die beste Attraktion sei, soll aber jeder für sich selbst entscheiden. Auch für weniger höhen- und umdrehungstaugliche Gäste hat der Altstadtfrühling etwas zu bieten.

Auch für weniger Abenteuerlustige etwas geboten

„Langós, Pommes und so weiter, das kennen die Leute“, so Kaestner. Deshalb achte er bei der Auswahl auch darauf, dass es ein wirklich breites Angebot an Imbissbuden gibt. Zudem gebe es viele Möglichkeiten, sich zu setzen. „Wer es in den Fahrgeschäften zu wild getrieben hat, kann da kurz verschnaufen“, scherzt der Marktleiter.

Eine Erfurter Krämerbrücke ist neu auf dem Domplatz

Wer den Altstadtfrühling von der Marktstraße aus kommend betritt, dem fallen sie sofort ins Auge: Bänke. Aber nicht irgendwelche, sondern „von den Kollegen des Garten- und Friedhofamtes geschnitzte Holzbänke mit Erfurt-Motiven“, sagt Kaestner. Die Möglichkeit wird gerne angenommen: An diesem Samstagmorgen lassen sich viele Gäste auf der (geschnitzten) Krämerbrücke, dem Dom mit Severi-Kirche, oder einem „Blumenstadt“-Logo nieder. Mit dem angelegten Beet neben und hinter den Bänken entsteht ein echter Hingucker im Eingangsbereich.

Tobias Knoblich, Beigeordneten für Kultur, durchschnitt zur Eröffnung des Altstadtfrühlings das Band. Unterstützt wurde er dabei von Schausteller Jürgen Stoll (links).
Tobias Knoblich, Beigeordneten für Kultur, durchschnitt zur Eröffnung des Altstadtfrühlings das Band. Unterstützt wurde er dabei von Schausteller Jürgen Stoll (links). © Michael Kremer / SnapArt | Michael Kremer

Sicherheit ist auch für Marktleiter Sven Kästner ein Thema

„Klar hat das Thema Sicherheit in den letzten Jahren zugenommen“, sagt Kaestner. Aber Erfurt sei mit einem privaten Sicherheitsdienst und klaren Flucht- und Rettungswegen schon immer „weit vorne“ dabei. An den Eingängen zähle man die Gäste – wegen der Sicherheit, aber auch für das Marketing. Am Montagnachmittag gegen halb fünf hatte das altbewährte Zählsystem etwas mehr als 10.000 Menschen auf der Liste. Der Marktleiter zeigt sich guter Dinge, dass der Ostermontag am Ende doch noch die 20.000 reißt – schließlich geht der Altstadtfrühling ja immer bis 22 Uhr.

Der Altstadtfrühling findet bis zum 14. April auf dem Domplatz statt. Gäste können ihn unter der Woche von 14 bis 22 Uhr besuchen, sonn- und feiertags bereits ab 11 Uhr.

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