Erfurt. Beim Schüler-Wettbewerb der Stiftung Ettersberg beeindruckten die Teilnehmer die Jury mit unterschiedlichsten Themen aus Vergangenheit und Gegenwart.

Würdigung von NS-Opfern in der eigenen Region, Geschichte und Zukunft des DDR-Plattenbaus und die Methoden der DDR-Staatssicherheit – mit unterschiedlichsten Themen beeindruckten die Gewinner des 21. Schüler-Wettbewerbs der Stiftung Ettersberg die Jury, zu der mit Gerlinde Sommer und Hanno Müller auch Vertreter dieser Zeitung gehörten. Schüler von 13 Thüringer Schulen haben 17 Seminarfacharbeiten eingereicht.

Der 2. Preis geht an Milla Rosa Hellige, Anna-Milena Hohl, Annabell Wegener und Kaya Kanyur vom Humboldt-Gymnasium-Weimar.
Der 2. Preis geht an Milla Rosa Hellige, Anna-Milena Hohl, Annabell Wegener und Kaya Kanyur vom Humboldt-Gymnasium-Weimar. © Birk Brüning | Birk Brüning

Der erste, mit 1000 Euro dotierte Preis geht an vier Schüler des Staatlichen Gymnasiums Fridericianum Rudolstadt: Sie dokumentierten anhand realer Verbrechen der Nationalsozialisten das Schicksal der Opfer im heutigen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und wie man der Betroffenen heute gedenkt.

Der 3. Preis für Margret Charlotte Biewald, Leonard Lysander Cors und Lorina Elea Dittmar vom Christlichen Gymnasium Jena.
Der 3. Preis für Margret Charlotte Biewald, Leonard Lysander Cors und Lorina Elea Dittmar vom Christlichen Gymnasium Jena. © Birk Brüning | Birk Brüning

Der Plattenbau in Ostdeutschland: Auslaufmodell oder Modell der Zukunft – mit dieser Fragestellung gewann eine Schülergruppe des Humboldt-Gymnasiums Weimar den zweiten Preis und 750 Euro. Beleuchtet wurden dabei mehrere Aspekte, etwa die architektonischen Besonderheiten der „Platte“, der soziologische Kontext der Wohnviertel und die Zukunftsperspektiven der Bauten.

Ein Sonderpreis für Lorelai Müller und Melissa Laugkner vom Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln.
Ein Sonderpreis für Lorelai Müller und Melissa Laugkner vom Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln. © Birk Brüning | Birk Brüning

Den dritten Preis und 500 Euro sprach die Jury drei Schülern vom Christlichen Gymnasium Jena zu: In deren Arbeit geht es um den „leisen Terror“ der DDR-Staatssicherheit, aufgearbeitet am Beispiel eines Bürgers aus Jena.

Sonderpreis für Tobias Eck, Annabelle Langer und Viktor Stoppel von der Kooperativen Gesamtschule „Herzog Ernst“ in Gotha.
Sonderpreis für Tobias Eck, Annabelle Langer und Viktor Stoppel von der Kooperativen Gesamtschule „Herzog Ernst“ in Gotha. © Birk Brüning | Birk Brüning

Auch in einer Seminarfacharbeit des Roman-Herzog-Gymnasiums Schmölln geht es um die „Stasi“, speziell um deren Rolle bei der Überwachung legaler und illegaler Grenztransfers von der DDR in die BRD. Für diese Aufarbeitung anhand biografischer Beispiele gab es einen der vier mit 250 Euro dotierten Sonderpreise. Die anderen drei Sonderpreise gingen an die Kooperative Gesamtschule „Herzog Ernst“ in Gotha für eine Arbeit über das veränderte Stadtbild von Gotha, an das Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden für das Thema „Gedenken 2.0 – Etablierung einer schulischen Erinnerungskultur“ sowie an das Staatliche Gymnasium „Melissantes“ Arnstadt für die Seminarfacharbeit über einen Projekttag zum Thema Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus am Beispiel von Anne Frank.

Ein Sonderpreis für Paul Simon Hasselbach, Giselle Hinkel, Laura Marie Hufnagel, Maja Kirchheim und Leonard Rapp vom Staatlichen Gymnasium „Melissantes“ in Arnstadt.
Ein Sonderpreis für Paul Simon Hasselbach, Giselle Hinkel, Laura Marie Hufnagel, Maja Kirchheim und Leonard Rapp vom Staatlichen Gymnasium „Melissantes“ in Arnstadt. © Birk Brüning | Birk Brüning
Ein Sonderpreis für Lena Marie Andersch, Lara Sophie Hoffmann, Isabel Lichtenheld und Jannis Hellberg vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden.
Ein Sonderpreis für Lena Marie Andersch, Lara Sophie Hoffmann, Isabel Lichtenheld und Jannis Hellberg vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium Schmalkalden. © Birk Brüning | Birk Brüning

Ein kritisches Geschichtsbewusstsein bilde die Grundlage für eigenständiges historisches Denken, so Jörg Ganzenmüller von der Stiftung Ettersberg. Der Geschichtsunterricht leiste hierzu einen wichtigen Beitrag. „Die Stiftung Ettersberg möchte die Schulen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.“

Mehr zum Thema