„Campus am Inselplatz“: Jena drückt jetzt aufs Tempo

Jena  Die Zeit drängt: Um das Projekt „Campus am Inselplatz“ nicht zu gefährden, muss der Realisierungswettbewerb noch im Oktober ausgelobt werden. Über den dringlichen Antrag entscheidet der Stadtrat am 26. Oktober 2016.

Auf dem Inselplatz wird derzeit noch geparkt, hier sollen bis 2023 neue Gebäude für die Uni Jena entstehen. Foto: Thomas Beier

Auf dem Inselplatz wird derzeit noch geparkt, hier sollen bis 2023 neue Gebäude für die Uni Jena entstehen. Foto: Thomas Beier

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Auf dem Wettbewerbsgebiet werden für die Friedrich-Schiller-Universität in Verantwortung des Landes vier Neubauten entstehen: eine Bibliothek mit Cafeteria, das Fakultätsgebäude Mathematik und Informatik, das Institutsgebäude für Psychologie sowie das Universitätsrechenzentrum.

Von städtischer Seite wird ein Parkhaus entstehen. Weiterhin sollen Realisierungsvorschläge für die öffentlichen Straßen und Plätze (Freianlagen) Gegenstand des Wettbewerbes sein. Nicht nur wegen der anteilig zu übernehmenden Kosten des Wettbewerbs in Höhe von 92 000 Euro muss der Stadtrat das Vorhaben absegnen. Es geht auch um die Qualität der baulichen Entwicklung eines Areals im Herzen der Stadt. Grundlage des Wettbewerbs ist eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Freistaat, die auch die Kosten regelt. Da diese der Verwaltung nach eigenen Angaben erst in der vergangenen Woche zugesandt worden sei, ist Eile geboten: „Der gesamte Zeitplan zur Realisierung des Campus auf dem Inselplatz ist äußerst eng gestrickt, da Efre-Mittel in Anspruch genommen werden sollen“, heißt es in der Vorlage unter anderem. Efre: Das ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung.

Neben den Kosten für den Wettbewerb schätzte die Verwaltung die Planungskosten für das Parkhaus auf 720 000 und für die Freianlagen auf 290 000 Euro.

Als Bauzeit für den Campus sind drei Jahre veranschlagt. Spätestens 2023 muss alles fertig sein, weil dann die Förderprogramme für solche Projekte auslaufen. „Ansonsten trifft eine Verzögerung auch die Bürger, die sonst mehr zahlen“, betonte Uni-Sprecher Axel Burchardt bereits im Juni gegenüber unserer Zeitung. Die Stadt, die bereits das Grundstück an das Land für 3,6 Millionen Euro verkauft hat, will das Vorhaben mit dem Bau eines Parkhauses an der Straße am Eisenbahndamm und mit dem Bau von Straßen und Wegen auf dem Campus unterstützen.

Das Vorhaben geriet vor wenigen Monaten in die Schlagzeilen, da es vom Thüringer Rechnungshof kritisiert worden war. Die Bauanträge seien nur unzureichend begründet worden, heißt es im Bericht. Für die unabhängigen Finanzkontrolleure ist der Campus-Neubau ein Beispiel, wie das Land Thüringen die bauliche Entwicklung der Hochschulen unzureichend steuere. Stadt und Universität wiesen die Vorwürfe zurück.