Jahrzehntelang lag der Inselplatz in der Nachbarschaft des Uni-Hauptgebäudes brach. Neben dem Eichplatz ein zweiter – aus Sicht der Grundstückspreise – sehr teurer Parkplatz.
Seit gestern gehört das 10 000 Quadratmeter große Areal dem Freistaat, der an dieser exponierten Stelle seine größte und wichtigste Hochschule erweitern will. Der Kaufpreis liegt nach Informationen unserer Zeitung bei 3,6 Millionen Euro, was, gemessen an den allgemeinen Jenaer Marktpreisen, eine eher symbolische Summe darstellt. Das Geld fließt noch in diesem Jahr an die Eigentümerin der Grundstücke, die Kommunalen Immobilien Jena (KIJ).
Investieren will das Land insgesamt rund 110 Millionen Euro. Der Plan ist, spätestens ab dem zeitigen Frühjahr 2018 zu bauen. „Wir rechnen mit zweieinhalb Jahren Bauzeit, so dass das Projekt 2020 fertig ist“, sagte gestern Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD). Vorgesehen ist von städtischer Seite her auch ein Parkhaus. Vorgeschaltet wird 2016 ein Architektenwettbewerb, denn das Land hat sich zu einer baulich anspruchsvollen Lösung bekannt. Nach Informationen der Universität soll eine Nutzfläche von 20 000 Quadratmetern entstehen. In die vier Gebäude sollen unter anderem die Bereiche Mathematik und Informatik, die Psychologie, eine Teilbibliothek sowie das neue Rechenzentrum einziehen. Momentan ist die Uni auf 130 verschiedene Standorte in Jena verteilt, was die Kosten in die Höhe treibt. Hinzu kommen jährlich etwa vier Millionen Euro für Mieten. „Geld, das in Forschung und Lehre fehlt“, wie Uni-Präsident Walter Rosenthal immer wieder anmahnt.
Zugestimmt hatte der Stadtrat dem Verkauf bereits in seiner November-Sitzung. Sogar einstimmig. Bei der Aushandlung der Verträge gab es dann allerdings Unstimmigkeiten mit den Juristen. Nach Informationen unserer Zeitung wollte sich die Stadt mit dem Vertrag die Rechte am ehemaligen Klinikumsgelände in der Bachstraße sichern. Das soll aufgrund von Ausschreibungsbestimmungen nun nicht so explizit im Vertrag stehen, erfuhr unsere Zeitung. Der OB sei darüber sehr verärgert gewesen. Der Stadtrat habe am Mittwoch aber dann doch „zähneknirschend“ den neuen Vertragstext ohne die Klausel bestätigt, da es die politische Zusage gibt, dass das Land in Sachen Bachstraße in jedem Fall zuerst mit der Stadt sprechen wird.